Editorial

Zwischen Legacy und Zukunft: Not you father’s Java EE

Sebastian Meyen

Deutschland ist Java-EE-Land. Das bestätigen uns immer wieder Entwickler, die überwiegend im US-amerikanischen Markt oder auch in Großbritannien unterwegs sind. Dort haben sich, seit der großen Java-EE-Komplexitätskrise vor dem Erscheinen von Java EE 6 (im Jahre 2009), die meisten in Richtung alternativer Frameworks, vorwiegend Spring, orientiert. Und sind dort auch geblieben.

Hier in Deutschland/Schweiz/Österreich hingegen hielt man der Java EE eher die Nibelungentreue, was dazu führte, dass man sich die moderneren Versionen – die 6 und die 7 – genauer angesehen und dabei verstanden hat, dass sich Vieles zum Positiven hin verändert hat! Nicht wenige geschickt gewählte Anleihen aus alternativen Technologien oder konkurrierenden Java-Frameworks haben aus der Enterprise Edition eine durchaus moderne, ja in Teilen sogar „leichtgewichtige“ Technologie gemacht.

Dennoch ist es aber so, dass den gestandenen Java-EE-Entwicklern tüchtig der „Wind of Change“ ins Gesicht weht. Nicht wenige Trends – wie z. B. JavaScript am Client, Mobile, alternative Datenspeicher („NoSQL“), Microservices oder auch die Abwendung vom traditionellen Schichtenmodell – üben Veränderungsdruck aus und lassen die klassischen Java-EE-Konzepte, mit denen man doch so lange so herrlich erfolgreich gewesen war, alt aussehen.

Deshalb heißt es, Abschied von den traditionellen Java EE Blueprints zu nehmen und den Enterprise-Monolithen aufs Altenteil zu schicken – wo er Unternehmenskultur und Geschäftsvorfall erfordern. Die Technologie hat sich schon längst gewandelt – jetzt sollten auch Entwickler, Architekten, IT-Entscheider die Chance ergreifen und umdenken!

Dass die alten Blueprints indes nicht etwa gegen neue ausgetauscht werden, sondern dass wir uns auf eine neue Komplexität einlassen sollten, das beschreibt Lars Röwekamp in seiner Titelgeschichte des neuen Java Magazins 10.2015 . Und er zeigt auf, welche Potenziale in der „guten alten Enterprise Edition“ stecken, um auch bei Microservices und Co. mitspielen zu können.

Umdenken und selbst denken, lautet die Devise. Die Zeiten der Blueprints, die uns die Last der technischen Entscheidungen abnehmen, sind vorüber, denn die Geschäftsmodelle in der digitalisierten Welt sind komplexer als der „J2EE Pet Store“.

Eine unterhaltsame und inspirierende Lektüre wünscht

Sebastian Meyen, Chefredakteur

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Sebastian Meyen
Sebastian Meyen ist Chefredakteur des Java Magazins sowie des Eclipse Magazins. Außerdem trägt er die Verantwortung für Programm und Konzept sämtlicher JAX-Konferenzen weltweit. Er begleitet so die Java-Community journalistisch schon fast seit ihren Anfängen. Bevor er zur Software & Support Media GmbH kam, studierte er Philosophie in Frankfurt.
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