XaaS – Everything as a Service?

Software as a Service (SaaS)

Unter Software as a Service (SaaS) versteht man nun die Bereitstellung der gesamten Anwendung als Dienst. Der Servicenehmer tritt in diesem Fall ausschließlich als Anwender eines Programms auf, er muss sich weder um die darunter liegende Infrastruktur noch um die Bereitstellung der Software an sich kümmern. Sämtliche Funktionalitäten kommen „aus den Wolken“, Administration und Wartungsarbeiten sowie das Einspielen von Patches oder Updates übernimmt der Service-Provider. Die über SaaS bereitgestellte Software sollte im Regelfall serviceorientiert aufgebaut sein, um eine möglichst gute Integration in die Plattform sicherzustellen. Zudem ist es bei einem Zugriff in der Cloud erforderlich, dass die Informationen gegebenenfalls vor Fremdzugriffen geschützt werden, die Anwendung also mandantenfähig aufgebaut ist.

Ein Beispiel für SaaS sind die Office Web Apps in Windows Live SkyDrive [7]. Microsoft stellt hier eine Webversion seines Office-Pakets inklusive Word, Excel, PowerPoint und OneNote zur Verfügung. Die erstellten Dokumente sind kompatibel zu den Vollversionen der Produkte und können wahlweise über Web Apps oder in einer lokalen Office-Installation bearbeitet werden. Inzwischen stehen aber auch große Softwarepakete als Cloud-basierte Unternehmenslösungen zur Verwendung bereit. So bieten beispielsweise SAP mit Business ByDesign [8] oder Oracle mit CRM On Demand [9] entsprechende Dienste an.

Enorm von Vorteil ist, dass Unternehmen beim Einsatz von SaaS keine hohen Investitionen in die Lizenzen oder die Einführung der Produkte tätigen müssen. Es ist lediglich eine Registrierung der Anwender erforderlich. Die Gebühren werden monatlich je Nutzungsintensität als laufende Kosten fällig, was SaaS insbesondere für mittelständische Unternehmen interessant macht. Bei längeren Laufzeiten ist hier jedoch durchaus ein kritischer Blick auf die entstehenden Gesamtkosten zu werfen. Zudem ist eine Anpassung der Produkte an die individuellen Anforderungen und Prozesse des Unternehmens in der Regel nicht möglich, vielmehr muss sich das Unternehmen an die vom Service angebotenen Standardprozesse angleichen. Auch kann nicht direkt auf eventuell auftretende Bugs, Performanceprobleme etc. reagiert werden, der Servicenehmer ist darauf angewiesen, dass die erforderlichen Konfigurationsanpassungen, Patches und Upgrades durch den Service-Provider zeitnah durchgeführt bzw. eingespielt werden.

Database as a Service (DBaaS)

Unter Database as a Service (DBaaS) wird die Bereitstellung einer Datenbank beziehungsweise derer Funktionalitäten als Dienst verstanden. Damit kann eine vollständige Datenbankinstanz inklusive sämtlicher administrativer Möglichkeiten oder nur eine Datenbank oder ein Schema zur Speicherung von benutzerdefinierten Informationen gemeint sein. Die Benutzer müssen lediglich die Zugriffsinformationen in ihren Anwendungen hinterlegen, die Daten werden dann aus der Cloud gezogen.

Ein erster kommerzieller Anbieter von DBaaS ist wiederum Amazon Web Services mit seinem Relational Database Service RDS [10]. Aktuell verfügbar ist RDS für MySQL-Datenbanken in vollem Funktionsumfang, inklusive Patching und Backup der Systeme. Für die zweite Hälfte dieses Jahres ist die Bereitstellung von RDS für Oracle angekündigt. Auch hier soll der volle Funktionsumfang der Oracle-Datenbank bereitgestellt werden, inklusive Backup und diversen Möglichkeiten, die Systeme hochverfügbar auszulegen (z. B. durch Replikation). Die Oracle-Lizenzen können dabei von den Servicenehmern selbst beigestellt oder in den Mietgebühren für die Nutzung mit bezahlt werden.

Mit DBaaS können Datenbanken schnell und zuverlässig angelegt und verwendet werden. Bei der Einführung neuer Software kann die Datenspeicherung ohne zusätzliche Investitionen in der Cloud erfolgen. Die Nutzung bedingt allerdings auch eine Anbindung mit einer entsprechend hohen Bandbreite, was heute im Regelfall jedoch kein Problem mehr darstellt. Zudem erfordert insbesondere der Datenschutz hier ein besonderes Augenmerk, der Einsatz von Verschlüsselungstechnologien oder Ähnliches sollte neben den üblichen Zugriffsbeschränkungen erwogen werden.

Als problematisch könnte sich jedoch erweisen, dass auch bei DBaaS der Servicenehmer keinerlei Zugriff auf das darunter liegende System hat. Die Auswertung von Trace, Alert oder sonstigen Log Files ist damit nur durch den Service-Provider möglich. Auch das Einspielen von Patches und Upgrades oder die Bearbeitung von Service-Requests durch die entsprechenden Supportorganisationen der Datenbankhersteller kann nur in Zusammenarbeit mit dem Dienstanbieter erfolgen. Die Definition von zuverlässigen Service Level Agreements (SLAs) wird hier also zu einem noch wichtigeren Bestandteil als es für die bisher besprochenen Serviceebenen der Fall ist.

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