Im Gespräch mit Roman Roelofsen und Philipp Burgmer

"Wir brauchen kein Oracle, Java 8 und neue Syntax-Features. Wir könnten viel mehr mit einer offeneren Mentalität erreichen"

Hartmut Schlosser

Langsam aber sicher wird JavaScript auch für Enterprise-Entwickler relevant. Einerseits lassen sich Funktionen, die bisher eher dem Server überlassen waren, auf den Client verlagern. Andererseits kommt JavaScript selbst verstärkt auch auf der Server-Seite zum Einsatz. Über diesen Trend sprechen wir in dieser Episode des W-JAX-Countdown mit Roman Roelofsen und Philipp Burgmer von WeigleWilczek, Experten in Sachen JavaScript-Entwicklung, insbesondere mit dem Framework AngularJS. Es gilt die brisante Frage zu klären, was Java-Entwickler von dieser JavaScript-Renaissance lernen sollten, damit sie nicht bald zum alten Eisen gehören.

W-JAX Countdown

Roman Roelofsen und Philipp Burgmer können Sie auf der W-JAX 2012 (5. bis 9. November 2012) live erleben:

Webanwendungen mit AngularJS entwickeln (Roman Roelofsen, Philipp Burgmer)

Cool Java (Roman Roelofsen)

JVM-Sprachen: Panel (Roman Roelofsen, Dierk König, Michael, Arno Haase, Stefan Tilkov)

Noch nie wurden auf der JVM so viele Sprachen eingesetzt wie heute. Dabei fragen sich die Programmierer zurecht, welche Vorteile alternative Sprachen bieten und welcher konkreter Nutzen sich im Programmiereralltag daraus ergibt. In diesem Panel stellen bekannte Speaker ihren jeweiligen Favoriten vor und werden den Mehrwert anhand einer Webanwendung zeigen.

Alle Infos unter: www.jax.de

JAXenter: Mit JavaScript werden immer mehr Server-Funktionen auf den Client gebracht, und sogar auf auf dem Server und dem Desktop wird verstärkt JavaScript gesprochen. Die Frage lautet da, wie dieser Trend die klassische Java-Enterprise-Entwicklung beeinflussen wird. Werden die etablierten, Java-basierten Server-Frameworks bald zum alten Eisen gehören?

Roman Roelofsen, Philipp Burgmer: Falls sie sich der neuen Situation nicht anpassen, ja.

Server-Frameworks werden sich vermehrt um Aufgaben wie Provisioning, Sicherheit und Kommunikation kümmern müssen. Da mittlerweile selbst Smartphones Dual-Core CPUs mit 1GHz und mehr besitzen, gibt es keinen Grund mehr, den Server mit GUI-Aufgaben zu belasten. Aus Sicherheitsgründen wird der Server sich aber immer noch um Dinge wie Eingabevalidierung kümmern müssen. Hier wird dann auch die Fähigkeit interessant, JavaScript-Code auf dem Server ausführen zu können.

Selbst wenn der Server-Code primär in Java geschrieben wird, ist es doch interessant, Code zur Validierung nur einmal in JavaScript programmieren zu müssen (für den Client und Server). Seit Jahren schreiben wir JavaScript-Code für unsere Web-Anwendungen. Der Anteil wird in den nächsten Jahren einfach zunehmen.

JAXenter: Ihr beschäftigt Euch mit AngularJS. Was sind die Kernmerkmale dieses JavaScript-Frameworks?

Roman Roelofsen, Philipp Burgmer: AngularJS kombiniert sehr elegant den Einsatz von HTML-Erweiterungen (neue Direktiven und Attribute) und JavaScript-Code (um die UI-Logik komplett im Browser zu halten). Dadurch ergibt sich eine sehr produktive Mischung aus deklarativer und imperativer Programmierung. Wir sind der festen Überzeugung, dass diese Mischung für die Entwicklung von GUIs ideal ist.

JAXenter: Und weshalb sollten sich Java-Entwickler für AngularJS interessieren?

Roman Roelofsen, Philipp Burgmer: Jeder Java-Entwickler sollte sich mit einem JavaScript RIA Framework intensiv beschäftigen, da diese Art der GUI-Entwicklung im Web-Bereich die Zukunft darstellt. AngularJS ist dafür eine sehr gute Wahl bzw.
unsere Empfehlung. Grundsätzlich ist es aber wichtig, mit den Konzepten vertraut zu sein. Allerdings werden Java-Entwickler diverse liebgewonnene Muster wie MVC und Dependency Injection in AngularJS wiederfinden.

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Hartmut Schlosser
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