Warum Oracle nicht genügend Anwälte hat

Hartmut Schlosser

In einem Gespräch zwischen Martjin Verburg, Ben Evans und Oracle-Java-Strategie-Direktor Henrik Stahl wurden Details zu Oracles Java-Strategie erläutert. Fassen wir Verburgs wichtigste Erkenntnisse kurz zusammen:

  • Da Oracle ein viel größeres Unternehmen als Sun sei, werde man keine halbgaren Ankündigungen machen. Die Community müsse sich also an sehr viel längere Antwortzeiten gewöhnen, soll sich aber nicht zu voreiligen Schlussfolgerungen hinreißen lassen, nur weil Oracle noch nichts zu einer Sache geäußert hat. Allerdings sei man sich bei Oracle dieses Problems bewusst und arbeite daran, eine Lösung zu finden.
  • Oracle versuche gerade, die Lizenz-Position bzgl. der Java-Produktlinie zu vereinheitlichen. Dies beanspruche Zeit, da Oracle nicht so viele Anwälte pro Kopf beschäftige als damals Sun (Fun Quote: „Oracle does not have enough Lawyers“). Sun habe seinerzeit sehr viele unterschiedliche Lizenzen eingesetzt, und dieses Durcheinander zu entwirren sei nicht einfach.
  • Oracle beabsichtige, den JCP offener zu gestalten als zu Suns Zeiten. Die aktuelle Form des JCP werde gerade überarbeitet, beispielsweise sollen alle wesentlichen Diskussionen der Expertengruppen öffentlich geführt werden.
  • Eine Menge erstklassiger JRockit-Technologie soll dem OpenJDK-Projekt zufließen. Auch dies benötige noch etwas Zeit, als Ergebnis soll die VM aber besser werden als je zuvor.
  • Oracle stelle neue Kräfte ein, darunter Entwickler zur Arbeit am Java-Sprachkern, an der VM und im Bereich der globalen Java-Strategie.

Verburg schließt mit den Worten:

Hopefully that helps you understand some of Oracle’s strategy going forward. Martjin Verburg

Zumindest wissen wir nun, dass Oracle wegen Sun nicht genügend Anwälte hat…

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Hartmut Schlosser
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