Vorgehensmuster für Softwarearchitektur

Phillip Ghadir
Untertitel

Kombinierbare Praktiken in Zeiten von Agile und Lean

Autor

Stefan Toth

Verlag

Carl Hanser Verlag

Erschienen

2013

Seiten

249

Preis

34,99 Euro

ISBN

978-3-446-43615-2

Link
Preis

34,99 Euro

Stefan Toth liefert auf etwa 230 Seiten 29 Vorgehensmuster, die Beteiligten in Softwareentwicklungsprojekten helfen, Probleme zu lösen. Das Buch ist in sechs ausgewogene, klar strukturierte Kapitel unterteilt. Ein solches Buch bietet Potenzial zu langweilen, das Stefan Toth allerdings ungenutzt verschenkt. Es ist ein gelungenes Nachschlagewerk für Entwickler, (technische) Projektleiter und Architekten.

Wer sich mit Fragen beschäftigt, wie die Akzeptanz für Entscheidungen erhöht werden kann, wie man den richtigen Zeitpunkt für eine Entscheidung ermittelt oder wie man allgemein in Projekten zu effektiver Architekturarbeit kommt, wird in diesem Buch entsprechende Vorgehensmuster finden.

Sympathisch ist dabei, dass der Autor verschiedene Praktiken für unterschiedliche Situationen anbietet, anstatt nur eine Idee auszuwalzen. Er empfiehlt je nach Kontext unterschiedliche Alternativen für das Verankern der Verantwortung für Softwarearchitektur in einer Organisation. Tipps zum Scheitern jedes Musters heben noch einmal hervor, worauf es ankommt.

Jedem Muster ist ein eigenes Unterkapitel gewidmet und in Kategorien (Kapitel) „Basis für Architekturarbeit“, „Richtig entscheiden“, „Zusammenarbeit und Interaktion“ und „Abgleich mit der Realität“ einsortiert. Der Titel des Unterkapitels verrät, worum es sich dreht.

Jedes Unterkapitel zu einem Muster beginnt mit der lebendigen Beschreibung einer Szene aus einem fiktiven Projekt, in der die Beteiligten versuchen, ein gewisses Problem zu adressieren. Beispielsweise diskutieren unsere mittlerweile lieb gewonnenen Protagonisten zu Beginn von Kapitel 4.8 darüber, wie sie eine ungewünschte Kopplung zwischen Archivsystem, Artikelverwaltung und Scheduler auflösen, damit der Entwurf sowohl ein erträgliches Maß an Kopplung als auch gleichzeitig eine gewünschte Verteilung der Verantwortlichkeiten auf die beteiligten Systemkomponenten erreicht. Alles geht damit los, dass Michael Hilfe braucht und sich spontan an seine Kollegen wendet. Solche Dialogelemente vermitteln nicht nur ein plastisches Bild einer Projektsituation, in die sich jeder hinein versetzen kann. Sie lockern den Lesefluss auf und stimmen den Leser ein. Dadurch gibt es einen klaren Kontext für die dann folgenden Handlungsempfehlungen und Tipps. Die Kombination aus Beschreibung der Projektszene und Tipps zum Scheitern veranschaulichen wünschenswerte konstruktive Situationen in dem alltäglichen Spannungsfeld des Softwarearchitekten.

Das Buch zeichnet sich auch durch eine sehr gelungene bildhafte Darstellung aus. Es lässt sich sehr gut lesen und eignet sich darüber hinaus auch durch die klare Struktur, die Wegweiser, den Index und die Musterübersicht sehr gut zum Stöbern und Nachschlagen.

 

Geschrieben von
Phillip Ghadir
Phillip Ghadir
Phillip Ghadir (http://innoq.com) ist technischer Leiter der innoQ. Sein Herz schlägt füt methodisches Software Engineering, er ist Gründungsmitglied des International Software Architecture Qualification Board (http://iSAQB.org) und arbeitet als Berater und Trainer für Softwarearchitektur.
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