Intuition Engineering

Netflix macht Vizceral Open Source: Traffic intuitiv visualisieren

Melanie Feldmann

© Shutterstock.com / ramcreations

Den Überblick über den Traffic in einem komplexen System zu behalten ist schwierig. Dashboards oder gar Excel-Tabellen sind da meist keine Hilfe. Netflix hat deshalb das Tool Vizceral – ehemals Flux – Open Source gestellt. Es soll die Traffic-Analyse mit Visualisierung intuitiver gestalten. 

Netflix nennt Vizceral ein Traffic Intuition Tool und meint damit den Ansatz Traffic nicht als schnöde Zahlenreihen zu betrachten. Die Entwickler wollten in der Lage sein, Entscheidungen intuitiv zu treffen, basierend auf einer holistischen Sicht des ganzen Systems. Was auf den ersten Blick etwas abgehoben klingt, sieht in einem Video gleich viel nachvollziehbarer aus. Darin zu sehen ist eine Simulation in Vizceral und was passiert, wenn der Traffic bei Netflix von einer Region zu einer anderen geschoben wird (Achtung: die Zahlen sind nur Beispiele)

Der Kreis in der Mitte repräsentiert das Internet. Die sich bewegenden Punkte sind die aus dem Internet kommenden Requests an die Netflix-Services. Die drei Netflix-Regionen sind die drei äußeren Kreise. Request sind eigentlich blau-weiß. Wenn ein Fehler auftritt und ein Fallback stattfindet, ändert sich die Farbe zu rot. So erkennt man auf einen Blick, wenn in einem Teil des Systems etwas schief läuft. „More interesting to us, we start to get a feeling when things are right in the system even before the disturbance is quantifiable,“ erklären die Entwickler die Vorteile einer solchen Visualisierung. Die Tiefe einer Vizceral-Visualisierung lässt sich natürlich anpassen. Bei Netflix laufen Visualisierung nicht nur auf Ebene der Regionen, sondern bis auf die einzelnen Knoten und Services hinunter.

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So ist Vizceral aufgebaut

Vier Repositories zum Projekt Vizceral hat Netflix Open Source gestellt:

  • vizceral: Die Haupt-UI-Komponente, die es dem Anwender ermöglicht mit den Graphdaten zu interagieren
  • vizceral-react: Ein React-Komponenten-Wrapper, der es einfacher macht Visualisierungen in ein React-Projekt zu integrieren
  • vizceral-component: Ein Web-Components-Wrapper, der es einfacher macht Visualisierungen in Projekte zu integrieren, die Web Components nutzen
  • vizceral-example: Ein Beispielprojekt als Proof of Concept, das vizceral-react nutzt und Beispieldaten enthält. Es dient als Startpunkt für eigene Visualisierungen

Die Komponenten brauchen lediglich eine JSON-Definition der Graphdaten (Knoten und Verbindungen) mit ein paar Metriken und kümmern sich um das komplette Rendering.

Für einen tiefen Einstieg sei der Talk von Justin Reynolds, Tech Lead von Vizceral, empfohlen:

Monitorama PDX 2016 – Justin Reynolds – Intuition Engineering at Netflix from Monitorama on Vimeo.

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Geschrieben von
Melanie Feldmann
Melanie Feldmann
Melanie Feldmann ist seit 2015 Redakteurin beim Java Magazin und JAXenter. Sie hat Technikjournalismus an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg studiert. Ihre Themenschwerpunkte sind IoT und Industrie 4.0.
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