Vier Argumente, sich jetzt mit einer Java-Alternative zu beschäftigen

Hartmut Schlosser

„Es ist an der Zeit, etwas Neues zu lernen!“, hatte JUG-Leader Dave Fecak in einem kontroversen Blogeintrag verkündet. Fecak sagte voraus, dass ein Entwickler, der nur in der Lage ist, in Java zu programmieren, in Zukunft immer mehr an Marktwert verlieren wird.
Deshalb sei jetzt ein guter Zeitpunkt, sich mit alternativen Sprachen zu beschäftigen.

Klar, dass Fecak damit in ein Hummelnest von Java-Hardlinern gestochen hat, die sich – mal mehr, mal weniger höflich – gegen diese Grundaussage verwehren. Fecak reagiert nun in einem neuen Blogeintrag auf das vielschichtige Feedback und kommentiert einige der Gegenargumente.

  • Argument #1: Nutze keine alternativen Sprachen, weil diese sich noch nicht bewiesen haben – und/oder: Nur Start-Ups nutzen alternative Sprachen.
  • Fecak meint dazu: Es gibt eine wachsende Anzahl von Unternehmen, die neue JVM-Sprachen einsetzen oder einen polyglotten Ansatz fahren. Die Rede ist hier nicht von Start-Ups sondern von Schwergewichten wie Twitter, YouTube, foursquare, LinkedIn und Google. Zudem ist es ein logischer Fehler, die Nutzung einer Sprache mit deren Relevanz oder gar Qualität zu verwechseln.

  • Argument #2: Wenn man von Java gelangweilt ist, ist das kein Grund, Java den Rücken zu kehren.
  • Fecak: Fakt ist, dass viele Entwickler auf andere Sprachen schielen, schlicht weil sie dort tolle Features nutzen können, die Java nicht bietet. Übrigens waren die ersten Java-User die neugierigsten C/C++-Entwickler, die nach Alternativen suchten.

  • Argument #3 – Die Annahme, dass die meisten der heutigen Java-Alternativen in 5 bis 10 Jahren tot sein werden.
  • Fecak: Natürlich werden einige der alternativen Sprachen in 5-10 Jahren nicht mehr existieren. Doch die meisten der Sprachen, die man heute als alternative Sprachen bezeichnet – JRuby, Clojure, Scala, etc. – existieren schon länger als 5 Jahre.

  • Argument #4: Es existiert keine wirkliche Nachfrage an alternativen Sprachen.
  • Fecak: Natürlich sind die alternativen Sprachen lange nicht so populär wie Java. Doch ist der Trend zu sehen, dass gerade erfahrene Java-Entwickler sich neuen Sprachen zuwenden. Selten sieht man indes, dass etwa junge Ruby- oder Scala-Entwickler auf den Gedanken kommen, Java zu lernen.

    Auch Statistiken wie der Tiobe-Index deuten nicht gerade darauf hin, dass die Popularität von Java weiter wächst. Im Vergleich dazu ist Objective-C ein aufgehender Stern. Und übrigens: Im Jahr 1997 stand Java auf Platz 5 – ein Platz hinter Visual Basic und zwei Plätze hinter COBOL.

Fecak zieht das Fazit, dass die oberen Argumente gegen das Lernen alternativer Sprachen dieselben waren, wie die in den späten Neunzigern gegen das Lernen von Java. Deshalb stellt Fecak sein Hauptanliegen nochmals deutlich heraus:

Er sieht nicht das Ende von Java bevorstehen. Allerdings meint er eine gewisse Blindheit der Java-Communtiy gegenüber aktuellen Trends der IT-Branche auszumachen und warnt davor, sich diesen Trends zu verschließen und sich lediglich im Java-Universum zu bewegen.

I feel that many in the Java community may not be paying close attention.

Das Gute daran, neue Sprachen zu lernen, ist sicherlich auch, dass man dadurch die Java-Community nicht verlassen muss. Auf seinem Java-Know-How aufbauend sich neue Technologien anzueignen, ist der Ratschlag, den Fecak allen Java-Entwicklern mit auf den Weg geben will:

I expect that I will be involved with Java professionals for several years, helping them to find jobs and scheduling great events for my JUG. I chose to change the focus of my business beyond Java, and my suggestion to Java professionals would be to at least consider and research doing the same.

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Hartmut Schlosser
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