Fehlende Ressourcen und komplexe Prozesse

Ohne Plan B: Kaum Ressourcen für ausfallsichere Systeme

Moritz Hoffmann

(c) Shutterstock.com / Krasimira Nevenova

Der Zustand der gängigen Praxis zur Notfallwiederherstellung bzw. der sogenannten Disaster Recovery (DR) ist in vielen Unternehmen bescheiden bis mangelhaft. Zu diesem Ergebnis kam eine Umfrage der Firma CloudVelox unter etwa 350 DR-Verantwortlichen aus verschiedenen Geschäftsbereichen. Greg Ness, Marketing-Vizepräsident des US-Unternehmens, fasst die Ergebnisse auf dem Firmenblog zusammen.

Anstatt in geeignetes Personal und passgenaue Prozesse zu investieren, hätten die meisten Unternehmen beim Thema Ausfallsicherheit auf schlechte Kompromisse, Verleugnung und Checkbox-Verwaltung gesetzt. Das Ergebnis seien sehr komplexe und nur schwer zu erhaltende Prozesse für die Wiederherstellung von Daten, Infrastruktur und Hardware im Unglücksfall. Vor diesem Hintergrund, so ein weiterer Befund der Umfrage, gerät das regelmäßige Testen oftmals aus dem Blick.

Regelmäßige Tests sind die Ausnahme

Der durchschnittlichen Transformationsgeschwindigkeit in der Anwendungsentwicklung  folgend empfiehlt Greg Ness mindestens einen Test-Vorgang pro Quartal. Über die Hälfte der Befragten erklärten nun, dass in ihren Unternehmen noch nicht einmal im Jahres-Rhythmus auf die DR getestet wird. Nur 16% gaben an, monatliche Tests durchzuführen. Als Gründe wurden fehlende oder ungeeignete interne Ressourcen, die Komplexität des bestehenden DR-Prozesses und mangelnde Priorisierung genannt.

Als Ausweg kommt für die Macher der Umfrage ein automatisiertes Deployment in die Cloud, wo das Testen dann per Knopfdruck erfolgen können soll, in Frage. Anstatt viel Geld für ein physisches Sekundär-Datenzentrum zu investieren und viele Ressourcen in regelmäßige Test-Prozesse zu stecken, biete sich ein Cloud-Datenspeicher für synchronisierte und mit regelmäßigen Updates versehene Kopien der gesamten Anwendungsentwicklung an.

So könne je nach Veränderungsfrequenz im Entwicklungsprozess auch die Recovery Point Objective (RPO) und Recovery Time Objective (RTO) deutlich gesenkt werden. Beide Faktoren zur Schadensbegrenzung, auch dies ist ein Ergebnis der Umfrage, sind jedoch weit weniger ein Problem für die Disaster Recovery als das unregelmäßige Testen. Über die Hälfte der Befragten gab RPOs von weniger als zwölf Stunden an.

Zur Umfrage

CloudVelox hat als Anbieter automatisierter Deployment-Lösungen in der Cloud selbst großes Interesse an den erhobenen Daten. Laut Greg Ness gab die per Email gestartete Umfrage Hinweise darauf, dass die Skepsis der IT-Branche gegenüber der Cloud abnimmt, sobald eine automatisierte Netzwerk- und Sicherheitsvorsorge für Disaster Recovery in Aussicht gestellt wird. So gaben etwa 55 % der Befragten an, die Cloud als sekundäres Datenzentrum nutzen zu wollen.

An der freiwilligen und nicht repräsentativen Studie haben sich knapp 350 IT-Verantwortliche beteiligt. Etwa ein Drittel von ihnen sind für Geschäftseinheiten mit mehr als 1000 Angestellten, über die Hälfte für Geschäftseinheiten mit 100 bis 1000 Mitarbeitern verantwortlich. An Branchen sind in der Befragung vor allem Konsumgüter- und Dienstleistungen, Finanz-Services und das Gesundheitswesen repräsentiert.

Wie ist es in Ihrem Unternehmen um die Disaster Recovery bestellt? Teilen Sie Ihre Erfahrungen und Best Practices in der Kommentarspalte.

Aufmacherbild: Disaster Recovery Concept von Shutterstock.com
Urheberrecht: Krasimira Nevenova

Geschrieben von
Moritz Hoffmann
Moritz Hoffmann
Moritz Hoffmann hat an der Goethe Universität Soziologie sowie Buch- und Medienpraxis studiert. Er lebt seit acht Jahren in Frankfurt am Main und arbeitet in der Redaktion von Software und Support Media.
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