Transparenz statt Eisberg

Was nicht bekannt ist, lässt sich auch nicht steuern

Freilich lässt sich IT-Transparenz nicht im Handumdrehen herstellen. Notwendig sind vielmehr eine systematische, methodisch abgesicherte Analyse und eine entsprechende Bewertung. Dafür wurde in den letzten Jahren das Konzept des Application Portfolio Management (APM) entwickelt. APM folgt der Devise: Was nicht bekannt ist, kann nicht gemessen werden, kann nicht kontrolliert werden, kann nicht gesteuert werden.

APM schafft Transparenz durch folgende Maßnahmen:

  • Durchführung einer umfassenden Bestandsaufnahme und Kategorisierung
  • Ermittlung der echten Aufwände, Kosten und Werte
  • Bewertung sämtlicher Assets in Hinblick auf die Unternehmensziele
  • Priorisierung der Aktivitäten und Projekte
  • Schaffung einer Entscheidungsgrundlage für die Optimierung der IT

Weil die Unternehmens-IT heute stark heterogen geprägt ist, muss APM ein breites Spektrum von Anwendungen abdecken können und unabhängig sein von den verwendeten Programmiersprachen, Plattformen, Hardwareumgebungen usw. Legacy-Anwendungen werden genauso untersucht wie ganz neu erstellte Programme oder gekaufte Software. Es werden die Bestandteile der Anwendungen, wie Code, Masken, Transaktionssystem, Datenbank, Systemumgebung usw., automatisch untersucht. Darüber hinaus werden ergänzend Informationen aus anderen Quellen herangezogen, beispielsweise aus dem Konfigurations- und Change Management, dem Rechnungswesen, aus Gutachten, aus Performance- und Fehlerstatistiken usw.

Dynamische Transparenz

Bei komplexen Anwendungslandschaften lässt sich Transparenz natürlich nicht einfach durch einen Blick in die Dokumentation herstellen. Schließlich muss ja erst einmal überprüft werden, ob die Dokumentationen dem tatsächlichen Sachstand entsprechen, und über betriebswirtschaftliche Bewertungen wird man auch in der besten Dokumentation nichts finden. APM geht über herkömmliches Reporting weit hinaus, es beschränkt sich nicht auf die Erfassung und Dokumentation von Sourcecode. APM ist vielmehr eine ganzheitliche Sichtweise und vereint dabei die Sichtweisen von IT, Controlling, Fachbereichen und Geschäftsführung.

Professionelles APM stellt im gesamten Software-Life-Cycle aktuelle, detaillierte, aussagekräftige Informationen über alle Applikationen zur Verfügung. Durch den Einsatz von APM erhalten Unternehmen also nicht nur eine Sammlung von Analysen, Metriken, Dashbords usw., die die bestehende Anwendungslandschaft vollständig abbilden, sondern vor allem auch eine dynamische Kontrolle der Applikationen. Transparenz kann nämlich nicht durch eine Momentaufnahme erzeugt werden, sondern ist ein kontinuierlich fortlaufender Prozess. APM muss daher ständig die Änderungen und Weiterentwicklungen der Software-Assets abbilden können.

 
 

Beim APM werden Softwareprojekte umfassend analysiert
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