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ThoughtWorks Technology Radar: Docker und Microservices sind Trend

Michael Thomas

© Shutterstock.com/Andrey VP

Die neueste Ausgabe des halbjährlich erscheinenden Technology Radar des IT-Unternehmens ThoughtWorks nimmt erneut eine Einschätzung der wichtigsten Trends bei der Softwareentwicklung vor. Zentrale Themen sind diesmal u. a. die Containerisierung (bzw. Docker), Microservices und der Dauerbrenner „Sicherheit“.

Wie in jeder Ausgabe werden die behandelten Techniken, Plattformen, Tools und Sprachen in eine von vier Kategorien eingeteilt: So stellt die Kategorie „Hold“ sozusagen das Abstellgleis für fraglich gewordene Konzepte dar. Unter „ Assess“ fallen Technologien, die einer genaueren Evaluierung unterzogen werden sollten, während „Trial“ all jene umfasst, die für einen Probeeinsatz im Unternehmensbereich geeignet sind. Die Kategorie „ Adopt“ schließlich entspricht einer starken Empfehlung, die Technologie zu übernehmen.

Plattformen

Zu den Anwendungsservern, die die Verfasser des Technology Radar bereits in der letzten Ausgabe in die Kategorie „Hold“ einsortierten, gesellen sich nun auch das von Google entwickelte TCP-basierte Netzwerkprotokoll SPDY sowie „Over-ambitious API Gateways“ und „Superficial Private Clouds“. Im Hinblick auf letztere moniert das ThoughtWorks-Team, dass Applikationen und Services, die in den Händen ausgereifter Cloud-Angebote liegen, einerseits zwar große Produktivitätsgewinne liefern. Die Schattenseite, so die Verfasser weiter, ist jedoch, dass vermehrt „oberflächliche“ Cloud-Lösungen in Organisationen auftauchen, die sich zwar selbst das Etikett „Cloud“ verpassen, in Wahrheit jedoch nichts anderes als einfache Virtualisierungsplattformen sind.

Da Passwörter nach wie vor zu den schwächsten Gliedern in der Sicherheitskette gehören, spricht der Technology Radar mit dem Prädikat „Adopt“ eine starke Empfehlung für die Zwei-Faktor-Authentifizierung mit Time-based-One-time(TOTP)-Passwort-Algorithmus aus. Für diese Lösung spricht den Verfassern zufolge auch, dass sowohl einfache serverseitige Implementierungen als auch kostenlose Authentifikator-Apps von Google und Microsoft existieren.

Sprachen und Frameworks

Totalausfälle der Marke „Hold“ finden sich bei den Sprachen und Frameworks keine, dafür allerdings einige Aufsteiger: Die Anwendung von ECMAScript 6, der jüngsten und seit dem Jahr 1997 am umfangreichsten überarbeiteten JavaScript-Spezifikation wird ebenso empfohlen wie die von Swift, Apples designiertem Objective-C-Nachfolger. Seit seiner Einführung konnte Swift in gleich mehreren Rankings beachtliche Platzierungen ergattern.

Argumente für die Nutzung der objektorientierten Sprache sieht das ThoughtWorks-Team gleich mehrere: So sei mit dem Release von Swift 2.0 eine Reife erreicht, die eine für die meisten Projekte ausreichende Stabilität und Performance garantiere. Zudem spreche der Umstand, dass die Sprache noch in diesem Jahr quelloffen gemacht werden soll, für einen Einsatz von Swift. Von einer Portierung großer Objective-C-Projekte rät ThoughtWorks jedoch ab, da in diesem Fall der Aufwand vermutlich in keiner Relation zum Gewinn stehe.

Docker und Microservices

Der insbesondere von Docker angeführte Trend zur Containerisierung wird nun auch von ThoughtWorks ausdrücklich gut geheißen: Das Ökosystem aus Tools, Plattformen und Techniken wachse und reife rasant, so der Technology Radar. Einen besonders innovativen Anwendungsfall sieht das ThoughtWorks-Team in der Nutzung von Docker als Technik zur Verwaltung von Build-Time-Abhängigkeiten: Mit Docker kann der Kompilierungsschritt inklusive aller Abhängigkeiten in einer isolierten Umgebung durchgeführt werden, ohne den Build-Agent zu kontaminieren.

In Bezug auf Microservices und den mit diesen in Zusammenhang stehenden Tools und Technologien identifiziert das ThoughtWorks-Team ein ungebrochen hohes Interesse. Darunter fallen beispielsweise DevOps-Praktiken wie die Containerisierung oder die mittlerweile als ausgereift bezeichneten Service-Discovery-Tools. Bereits in der letzten Ausgabe des Technology Radar spielten Microservices ein große Rolle: Hier sah ThoughtWorks im Microservices-Ansatz die erste „Cloud native“-Architekturspielart.

Methode

Dem Technology Radar liegt eine subjektive Einschätzung eines 20-köpfigen Expertenteams zugrunde. Deren Expertise sowie der langjährigen Marktbeobachtung ist es zu verdanken, dass sich die halbjährlich durchgeführte Studie trotz fehlender (umfassender) Marktanalyse ein gewisses Renommee in der Szene erarbeiten konnte.

Der Technology Radar kann über die ThoughWorks-Seiten kostenlos heruntergeladen werden.

Aufmacherbild: Abstract radar with targets in action von Shutterstock.com / Urheberrecht: Andrey VP

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Michael Thomas
Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
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