Die JAX 2012 ist eröffnet

This is not your Daddy´s Java!

Hartmut Schlosser

Die JAX geht in die Runde 12. Program Chair Sebastian Meyen eröffnete die „Konferenz für Java, Architektur, Agile und Cloud“ mit einem analytischen Blick auf den State of Java – und machte die Aussage „This is not your DaddyÃ82B4s Java“ zum Motto seiner Rede.

Sebastian Meyen eröffnet die JAX 2012

Meyen charakterisierte Java einerseits durch seine lange Phase der Stabilität und Verfügbarkeit – über 20 Jahre gibt es die Plattform mittlerweile, seit der Marktlancierung durch Sun-Ingenieure um die Gründerfigur James Gosling. Über die Generationsschwelle hinweg bewegt hat sich Java also, was in der schnelllebigen IT-Industrie nur wenigen Technologien vergönnt ist. Allerdings häufen sich derzeit die Anzeichen, dass die Java-Plattform – und mit ihr die gesamte IT-Industrie – gewichtigen Veränderungen entgegen sieht. Meyen zählte ein Set von Faktoren auf, die mittelfristig die Art und Weise verändern werden, wie moderne IT-Systeme gebaut werden.

  • Mobile: Zeitgemäße Entwickler müssen sich von dem Gedanken verabschieden, dass sie einfach nur Webseiten bauen. Entwickelt werden Dienste, die auf verschiedenen Frontends funktionieren müssen – vom Smartphone über den Browser bis zum klassischen Desktop.
  • JavaScript: JavaScript hat längst den Ruf verloren, die Quick-and-Dirty-Technologie zum Verzieren von Webseiten zu sein. JavaScript hat sich etabliert als ernst zu nehmende Sprache für die Entwicklung kompletter Anwendungen und tritt vermehrt auch auf der Server-Seite in Erscheinung. Für Java-Entwickler ist hier insbesondere das Oracle-Projekt Nashorn interessant, eine optimierte JavaScript Engine für die JVM.
  • HTML5: HTML5 verändert mit seinen umfassenden Möglichkeiten das Bauen von Webseiten und Anwendungen nachhaltig, beispielsweise durch bi-direktionale Kommunikationsmodelle.
  • Cloud: Cloud-Systeme etablieren nach und nach einen neuen Standard für das Deployment von Anwendungen – im Grunde eine neue Generation bzw. Weiterentwicklung der aktuell verfügbaren Applikationsserver, die in virtuellen Umgebungen betrieben werden.
  • Big Data: Die Verarbeitung großer Datenmengen wird durch Software- wie Hardware-Fortschritte immer einfacher und wird sich bald zum Mainstream entwickeln. Die JAX trägt diesem wichtigen Trend Rechnung, indem sie zum ersten Mal die BigDataCon als eigenständiges Konferenzformat integriert. Wer möchte, kann also das Thema „Big Data“ auf der JAX als roten Faden für den individuellen Konferenzbesuch heranziehen.
  • Continuous Delivery: Sowohl methodisch als auch Tool-seitig wird das Thema immer relevanter, die sogenannte „letzte Meile“ der Produktentwicklung effizient zu gestalten: den Weg vom Entwickler und seinem Projekt hin zum Kunden und seinem Produkt. Automatisierung und regelmäßig durchgeführte Integrationen sind hier die Schlagworte.
  • Social: Die Metapher der Enterprise-Portale wird zunehmend durch Facebook, Twitter & Co. abgelöst. Auf der JAX widmet sich der Social Web Day dieser Perspektive einen ganzen Tag lang.
  • Elastic Infrastructure: Die DevOps-Bewegung versucht nach dem Vorbild von Agile, die alte Kluft zwischen Operations und Development zu überbrücken.

Dies zusammengenommen sei zwar keine Revolution, so Meyen, aber wohl eine deutliche Verschiebung, die die Richtung vorgibt für das Bauen moderner und nachhaltiger Java-Anwendungen.

Eine Entwicklung sparte sich Sebastian Meyen für den Schluss auf: Java selbst! Denn nach Jahren des Stillstands sei die Innovation auch in den Java Core zurückgekehrt, etwa mit dem Release von Java 7 und den ambitionierten Plänen für Java 8, Java EE 7 und Java Embedded!

Die zwölfte JAX steht im Zeichen dieser Veränderungen und widmet sich den oben genannten Themen in expliziten Special Days. Insgesamt sind es 214 Sessions, Workshops und Keynotes, die von 184 Speakern gehalten werden und wieder einmal dafür gesorgt haben, dass ein neuer Besucherrekord erzielt werden konnte. In den fünf Konferenztagen werden über 2000 Teilnehmer erwartet.

Der Keynote-Saal füllt sich zur Eröffnung der JAX 2012

„This is not your Daddy´s Java“ – in der Tat sehen sich angehende Java-Entwickler einer komplett veränderten IT-Landschaft gegenüber als noch vor 20 Jahren zur Geburtsstunde von Java. Dass es der Java-Plattform gelungen ist, trotz dieser einschneidenden Veränderungen relevant zu bleiben, zeugt vor allem von einem: von der Elastizität und Anpassungsfähigkeit von Java an die verschiedensten Umgebungsbedingungen. Möglich ist dies freilich nur durch die Köpfe hinter der Technik, d.h. durch Sie: die lebhaft mitdenkende und leidenschaftlich streitende Java-Community, die sich hier auf der JAX 2012 eindrucksvoll manifestiert.

Die JAX 2012 läuft noch bis zum 20. April. Hier auf JAXenter versorgen wir Sie regelmäßig mit Berichten, Live-Videos und Blogeinträgen rund um das Konferenzgeschehen.

Geschrieben von
Hartmut Schlosser
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