Schöne neue, digitale Welt...oder?

Studie: So bewerten Unternehmen den Fortschritt der Digitalisierung

Jan Bernecke
Studie Digitalisierung

© Shutterstock / Wright Studio

Eine neue internationale Studie in der IT-Branche untersucht Erfolge und Fortschritte, aber auch Hindernisse, auf dem Weg der Digitalen Transformationen. Dabei wird deutlich: Unternehmen müssen sich neben den vielen positiven Aspekten der Digitalisierung auch den neuen Herausforderungen stellen, die Cloud, KI und Co. mit sich bringen.

Die vom Software-Unternehmen New Relic in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Vanson Bourne initiierte Studie geht der Frage nach, wie Unternehmen den Transformationsprozess und Erfolg der sich vollziehenden Digitalisierung bewerten. Dafür wurden 750 Personen in IT-Schlüsselpositionen bei Unternehmen mit einer Mitarbeiterzahl zwischen 500 und 5.000 befragt. Um einen aussagekräftigen internationalen Vergleich zu gewährleisten, richtet sich die Studie an Beschäftigte in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Australien und den Vereinigten Staaten.

Die Ausgangslage

Nach den teils großen Investitionen vieler Unternehmen in den Auf- und Ausbau von Softwaresystemen und belastbaren Infrastrukturen, erreichen viele Firmen jetzt die nächste Phase der digitalen Umstrukturierung. So sieht Buddy Brewer, General Vice President bei New Relic, den Fokus nun auf der Auswertung und dem Nutzen der gewonnenen Datenmengen. Dies soll dazu beitragen, als Unternehmen agiler zu werden und die User Experience zu verbessern. Demnach besteht die zweite Phase der Digitalisierung in der Analyse und Einbeziehung der datenbasierten Erkenntnisse, um die Vorteile moderner Technologien in vollem Umfang nutzen und optimal einsetzen zu können.

Herausforderungen der digitalen Transformation

In jedem Wandel stecken Risiken, besonders bei tiefgreifenden Umstrukturierungen, wie sie die Digitalisierung mit sich bringt. Daher die positive Nachricht zu Beginn: 39% der befragten Personen gaben an, dass die eher kritische Phase der Transformation abgeschlossen ist oder kurz davorsteht. Die Herausforderungen bei der Umsetzung der digitalen Umgestaltung sind hingegen bei allen Befragten weltweit übereinstimmend. Neben branchenübergreifenden Problematiken wie Fachkräftemangel und begrenzte Budgets, ist es nach Ansicht der Studienteilnehmer vor allem die asynchrone Umsetzung der Digitalisierung verschiedener Abteilungen innerhalb des Unternehmens, die einen einheitlichen Fortschritt zumindest verlangsamt. Ebenfalls wird als problematisch angesehen, dass es immer noch anhaltenden Widerstand gegen das Abschalten, bzw. das Ersetzen veralteter Systeme gibt. Als letzte große Herausforderung arbeitet die Studie Definition und Messung des Geschäftsnutzens bei Projekten der digitalen Transformation heraus.

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Die Gründe

Transformation bedeutet auch, Altes und Vertrautes hinter sich zu lassen. Es ist nicht zu verhindern, sich auf diesem Weg neuen Herausforderungen zu stellen. Sprechen wir konkret von der Digitalisierung von Unternehmen, sollte genau analysiert werden, worin die Probleme der Umstrukturierung begründet sind. Die nun erschienen Studie gibt einen ersten Einblick. Eine der größten Herausforderungen ist demnach die komplexe Verwaltung und Überwachung der neuen Softwaresysteme, wie die Hälfte der Befragten angab. Als Konsequenz dessen, können 67% verlängerte Arbeitszeiten feststellen. Neben der auf diese Weise entstandenen Mehrarbeit steigt nach Meinung von 72% auch der Druck auf IT-Teams in Unternehmen. Trotz gestiegener Erwartungen und höherem Arbeitsaufwand gab fast jeder Zweite an, von Kunden über Probleme im System informiert zu werden. Bevor von Unternehmensseite eine Lösung angeboten werden kann.

Von den 750 befragten Personen gab etwa die Hälfte an, die durch moderne Software bereitgestellten riesigen Datenmengen nicht zeitnah auswerten zu können. Datenanalyse ist besonders bei größeren Unternehmen daher eine Herausforderung, der sich eine repräsentative Mehrheit der IT-Branche gegenübersieht. Hinzu kommt, dass viele CEOs verstärkt über die Performance der Software informiert werden wollen und IT-Team vermehrt Bericht über die aktuelle Lage erstatten müssen. Ein Drittel der befragten Personen gab an, bei der Bestimmung von Geschäftszahlen für Projekte der Digitalisierung ebenfalls vor Problemen zu stehen.

Ausblick: Was wird die digitale Zukunft bringen?

Gerade in der schnelllebigen Technologie-Branche ist die Frage nach dem „What´s next“ von essentieller Bedeutung, um keine Trends – und damit den Anschluss zur Konkurrenz – zu verpassen. Es liegt daher nah, dass New Relic in der erschienenen Studie auch nach den Einschätzungen über zukünftige Eckpunkte der Digitalisierung fragte. Die Mehrheit sieht einen, wenig überraschenden, klaren Wandel zur Cloud. Die Migration zu Public Cloud, auch das zeigt die Studie, wird als der richtige Weg zur effizienteren Ressourcenverwaltung angesehen, aber weder sei ein Überblick über die Kosten, noch eine bessere Kontrolle über Ressourcen vorhanden. Als zweites großes Standbein der zukünftigen Digitalisierungsaspekte sind nach den Ergebnissen der Studie KI (Künstliche Intelligenz) und ML (Machine Learning) auszumachen, die zu einem Element zusammengezählt werden. Auffällig hierbei: 37% geben an, dass ihr Job innerhalb eines Jahrzehnts von einer KI übernommen wird. 84% sind der Meinung, dass KI, bzw. ML ihren Arbeitsalltag erleichtern.

Die gesamten Ergebnisse der Studie sind auf der New-Relic-Webseite und in der bereitgestellten Infografik zu finden.

Geschrieben von
Jan Bernecke
Jan Bernecke
Jan Bernecke ist seit 2019 Online-Redakteur bei S&S Media. Zuvor war der rugbyspielende Literaturwissenschaftler im Bereich Online-Marketing tätig.
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