Kotlin liegt im Trend!

Quo vadis, Kotlin? State of Kotlin Report 2018 veröffentlicht

Katharina Degenmann

© Shutterstock / 13_Phunkod

Pusher hat seinen State of Kotlin Report 2018 veröffentlicht. Für den Survey wurden weltweit 2744 Kotliner zu ihren Erfahrungen mit der Programmiersprache befragt. Wie der Bericht zeigt, erfreut sich Kotlin großer Beliebtheit und wird nicht nur im Bereich Android genutzt.
 

Laut Pusher, dem Anbieter von Kommunikations- und Kollaborations-APIs, hat die Programmiersprache Kotlin in den vergangenen zwei Jahren ein enormes Wachstum erfahren. Pusher hat dieses Wachstum nach eigenen Angaben hautnah miterlebt, da immer mehr Entwickler Kotlin bei der Entwicklung von Anwendungen mit den Produkten des Unternehmens einsetzen. Um ein besseres Verständnis insbesondere in Bezug auf Nutzung, Funktionen und Demografie zu erhalten, befragte Pusher 2.744 Entwickler weltweit zu verschiedenen Themen, die die Entwicklung mit Kotlin betreffen.

Everybody’s Darling

Laut dem Survey wird Kotlin von 72,4 Prozent und damit am meisten von Angestellten genutzt, die bereits im technischen Bereich arbeiten. Aber auch Studenten (15,51 Prozent) und Freelancer (11,18 Prozent) aus der Tech-Branche verwenden diese Programmiersprache. Neben der offenkundigen Techniksparte wird Kotlin unter anderem in den Sparten der Finanzen, Bildung sowie digitalen Agenturen eingesetzt.

Über die Hälfte der befragten Kotliner ist nicht einmal fünf Jahre als Entwickler tätig. Außerdem sagt ungefähr ein Drittel, dass 2-5 Personen in ihrer Firma mit Kotlin arbeiten.

Kotlin als Programmiersprache für Android

Bereits der Stack Overflow Survey 2018 zeigte, dass Kotlin die zweitbeliebteste Programmiersprache von Entwicklern insgesamt ist. Ebenso belegt der vorliegende State of Kotlin Report, dass Kotlin seit 2015 bei Entwicklern zunehmend beliebter wird.

Quelle: Pusher

Ein möglicher Grund, warum sich die Verwendung von Kotlin ab 2017 fast verdoppelt hat, könnte im Zusammenhang mit Android bzw. Google stehen. 2017 gab Google nämlich bekannt, dass Kotlin offiziell für die Android-Entwicklung unterstützt wird, weshalb eine große Anzahl von Android-Entwicklern seitdem Kotlin nutzt. Gerade bei Studenten sorgte diese Ankündigung für einen regelrechten Hype, da ganze 62,5 Prozent seitdem Kotlin als Programmiersprache verwenden.

Insgesamt gaben 79,5 Prozent der Befragten an, Kotlin für Android zu nutzen. Mit weitem Abstand sagen 31 Prozent, dass sie Kotlin im Backend bzw. serverseitig einsetzen, gefolgt von SDK/Libraries (30,5 Prozent) oder anderen Bereichen (5,5 Prozent).

Wann kommt Kotlin noch zum Einsatz

Über 60 Prozent der Angestellten setzen Kotlin in ihren Arbeitsprojekten ein. Bei den Freelancern wird Kotlin in mehr der Hälfte der Projekte verwendet. Dagegen nutzt lediglich ein Drittel der befragten Studierenden Kotlin für Arbeits- und Nebenprojekte. Allerdings gibt fast die Hälfte der Studierenden an (ca. 45 Prozent), Kotlin zukünftig einsetzen zu wollen.

Insgesamt jedoch sagt die Mehrheit der befragten Entwickler, dass sie Kotlin sowohl für Arbeitsprojekte als auch für persönliche Projekte nutzt.

Quelle: Pusher

Dass Kotlin in Nebenprojekten häufig eingesetzte wird, liegt nach Pushers Ansicht darin, dass diese in der Regel kleiner, einfacher zu konvertieren und experimenteller sind.

Mögliche Trends

In Sachen Features gaben 80,8 Prozent Null Saftety als beliebtestes Feature an. Gefolgt von der Möglichkeit, Klassen um Funktionen zu erweitern (64,4 Prozent), und der Interoperabilität mit Java (61,4 Prozent). Bei den Erweiterungsmöglichkeiten sehen 77 Prozent den Vorteil darin, den Code lesbarer zu machen.

An der Spitze der meistgenutzten Build-Tools steht Android Studio mit 75 Prozent. Anschließend folgen IntelliJ IDE (65,2 Proznet) und Gradle (62,2 Prozent).

Über 40 Prozent der Befragten nutzt DSLs. Die gefragteste DSL ist, wie die Grafik zeigt, Anko. Kotlin Gradle und kotlinx.html belegen den zweiten bzw. dritten Platz.

Quelle: Pusher

Stärken und Schwächen

Knapp 87 Prozent der Teilnehmer gab an, bereits Migrationen vorgenommen zu haben. Neben der Erweiterung von Java-Klassen mit Kotlin, migrieren Entwickler häufig vorhandenen Java Code nach Kotlin.

Allerdings gab über ein Viertel der Befragten an, wieder zu Java zurück zu migrieren. Gründe für den Rückfall sind sowohl technischer als auch organisatorischer Natur. Dabei wurden Tools, die Reflexionen verwenden oder Code generieren, am häufigsten als technische Gründe für eine Rückkehr zu Java genannt.

Die Autoren des Survey kamen zu dem Schluss, dass Kotlin in den Kreisen der Androiden besonders beliebt ist. Das wirft die Frage auf, wie Kotlin außerhalb von Android seinen Weg meistern wird. Zwar zeigt der Survey auch, dass die Nutzung von Kotlin plattformübergreifend zunimmt, allerdings nur sehr langsam.

Alle Ergebnisse zum Survey finden Sie hier.

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Geschrieben von
Katharina Degenmann
Katharina Degenmann
Katharina Degenmann studiert Philosophie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Seit Februar 2018 arbeitet sie in der Redaktion der Software & Support Media GmbH. Nebenbei ist sie als freie Journalistin tätig, ihre ersten redaktionellen Erfahrungen hat sie bei einem regionalen Radiosender gesammelt.
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