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Es ist nicht tot, was ewig liegt ...

Totgeglaubte leben länger: Erster Meilenstein für Spring Roo 2.0

Michael Thomas

© Shutterstock.com/ScandinavianStock

Lange Zeit war es bedrohlich still um das Rapid-Application-Development-Framework Spring Roo; manch einer ging bereits von einem Ende des Projekts aus. Nach der vor wenigen Monaten angekündigten vollständigen Überarbeitung ist Spring Roo nun mit einem ersten Meilenstein für Version 2.0 zurück und verkündet lauthals: „Ich bin doch noch gar nicht tot!“

Seit dem ersten Release von 2009 konnte Spring Roo schnell an Popularität gewinnen, viele sahen in ihm ein gelungenes Tool für das schnelle und effiziente Aufsetzen von Spring- und Java-basierten Webanwendungen. Das Rapid-Application-Development-Framework ermöglichte es, basierend auf Entitäten Codeartefakte zu generieren, um  Weboberflächen zum Erstellen, Lesen, Ändern und Löschen von Domänenobjekten zu bauen. Interaktionen mit der Codebasis waren über eine “Roo Shell” möglich, wobei die Shell intelligente Quellcodeergänzung und kontextsensitive Hilfen bereitstellte.

Warum die Vergangenheitsform? Ganz einfach: Langsam aber sicher wurde es stiller um das Projekt. Im Jahr 2014 gingen beispielsweise mehrere Monate ohne Lebenszeichen ins Land, weder Bugfixes noch neue Features wurden geboten. Wenig verwunderlich, dass während die einen noch um die Zukunft von Spring Roo bangten, sich andere bereits anschickten, dem Projekt einen Totenschein auszustellen.

Doch wie sich zeigte, waren die Neuigkeiten über den Tod von Spring Roo stark übertrieben: Um dem Framework neues Leben einzuhauchen, gaben Pivotal und der auf Java-Technologien spezialisierte Softwarelösungsanbieter DISID im April 2014 bekannt, ihre bis dato informelle Zusammenarbeit zu einer offiziellen Kooperation auszubauen, wobei die quelloffene Natur des Projekts erhalten bleiben sollte.

Als Folge der neuen Partnerschaft erblickte im November 2014 ein wichtiges Update das Licht der Welt: Spring Roo 1.3 brachte die vollständige Unterstützung des JDK 8, womit erstmals sowohl Spring Roo selbst als auch damit erstellte Anwendungen mit dem Java-SDK ausgeführt werden konnten. Nach mehreren weiteren ereignislosen Monaten – einzige Ausnahme war das Release von Version 1.3.1 im Februar 2015 – brachen Pivotal und DISID Ende März dieses Jahres ihr Schweigen und stellten der Öffentlichkeit ihre Pläne für Spring Roo 2.0 vor.

Roo 2.0 – wohin geht die Reise?

Die komplette Überarbeitung des Projekts soll auf die Kernfunktionen von Spring Roo abzielen und diese sinnvoll erweitern bzw. ergänzen. Die Möglichkeit der Nutzung von Spring-Technologien wie Spring Boot, Spring Data, Spring MVC oder Spring Security gehören dabei ebenso dazu wie etwa eine auf Best Practices der Architektur wie Service Layer und Repository Layer gestützte Anwendungsentwicklung sowie ein neues Scaffolding-Modell für ein responsives UI.

Eine weitere Stoßrichtung der Entwicklung von Spring Roo 2.0 zielt auf eine Verbesserung der Erweiterbarkeit sowie der potentiellen Kollaboration ab. So soll der „Roo Marketplace“ – eine Alternative zu Roobot, dem Add-on-Registrierungsservice – es künftig einfacher machen, die Add-ons von Drittanbietern sowie die neuen „Roo Addon Suites“ im Auge zu behalten. Bei letzteren handelt es sich um ein OSGi R5-basiertes Bereitstellungsmodell für Add-on-Pakete, das die Modularität von Roo nicht beeinträchtigen soll.

Erster Meilenstein und Roadmap

Der nun veröffentlichte erste Meilenstein löst bereits mehrere der Versprechungen ein: Sowohl der Roo Marketplace als auch die Roo Addon Suite stehen zur Verfügung, außerdem wurde der OSGi-Container auf OSGi R5 aktualisiert. Des Weiteren wurde die Runtime definiert: Diese enthält den Entwicklern zufolge alles, was für die Ausführung von Add-ons notwendig ist, ohne dabei selbst eines zu enthalten, was sie sowohl stabiler machen als auch die Abwärtskompatibilität erhalten soll.

Den Plänen der Entwickler zufolge wird sich der zweite Meilenstein u. a. um die Aktualisierung der Codegenerierung kümmern, was eine Verwendung der neuesten Versionen des Spring Frameworks (ab Version 4.0) und eine Verschiebung der Abhängigkeiten zur Spring IO Platform einschließen soll. Zudem können die Nutzer ein User-verwaltetes POM, eine Unterstützung von Spring Profiles sowie eine annotationsbasierte Konfiguration erwarten. Der dritte Meilenstein schließlich steht im Zeichen von HTML5 und soll ein responsives UI mit einem auf jQuery, Bootstrap und CSS3 basierenden View Layer bieten.

Genaue Release-Daten für den zweiten und dritten Meilenstein sind bislang zwar nicht bekannt, als grobes Ziel für die finale Version 2.0 geben die Entwickler jedoch das 4. Quartal 2015 an.

Aufmacherbild: Fresh start this way concept on black blackboard with businessman hand holding paper plane von Shutterstock.com / Urheberrecht: ScandinavianStock

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Michael Thomas
Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
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