Soft Skills Toolbelt - Teil 5

Soft Skills in der Praxis: Wie Sie Aussagen systematisch hinterfragen

Dr. Jörg Preußig

Vielleicht waren Sie im Projektalltag schon mal mit der Aufgabe konfrontiert, vom Kunden formulierte Anforderungen zu analysieren oder den Text eines Kollegen im Review auf Konsistenz zu prüfen. Wie gehen Sie dabei vor? Vermutlich haken Sie intuitiv an einigen Stellen nach, an denen es Ihnen besonders sinnvoll erscheint. Das birgt natürlich die Gefahr, wichtige Punkte zu übersehen. Wäre es nicht praktisch, für effektives Nachhaken einige strukturierte Regeln im Kopf zu haben?

Das wäre dann vergleichbar mit der Aufdeckung von „Bad Smells“ im Source Code bzw. einer statischen Code-Analyse, wie sie der Klassiker „Lint“ durchführt. Denn tatsächlich gibt es solche „Bad Smells“ auch im Bereich der natürlichen Sprache. Die entsprechende Theorie heißt Sprachmetamodell [1] und die „Bad Smells“ werden dort Muster genannt. Diese Muster geben anhand der Struktur von Sätzen Auskunft darüber, ob es verdeckte Informationen hinter den Sätzen gibt und welcher Art diese Informationen sind. So wie Sie aus einem Bad Smell im Code ein Refactoring ableiten können, gehören zu einem Muster Fragen, mit denen Sie falschen oder fehlenden Informationen auf die Spur kommen können. Die folgende Abbildung stellt die interessante Analogie zwischen Bad Smells im Source Code und Mustern des Sprachmetamodells im Überblick dar.

Abb. 1: Bad Smells im Source Code und Muster im Sprachmetamodell

Wie sieht das in der Praxis aus? Nehmen wir zum Beispiel die folgenden drei Sätze, die aus einem Requirement-Dokument stammen könnten.

  1. „Dies bewirkt die Initialisierung der Daten.“
  2. „Das System protokolliert einen Benutzerwechsel.“
  3. „Die Druckfunktion kann immer aufgerufen werden.“

Was sagt nun das Sprachmetamodell dazu?

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Dr. Jörg Preußig
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