SOA Governance –Technologie reicht nicht aus

Eine typische übergeordnete Rolle ist die des „Solution-Managers“. Dieser erstellt für eine neue Funktionalität ein erstes Grobdesign, das klärt welches System von einer Änderung überhaupt grundsätzlich betroffen ist. Manche Services können wiederverwendet werden, Services und ganze Systeme können neu hinzukommen.

Zu diesem „High-level-Design“ müssen die einzelnen Abteilungen, in deren Verantwortung die Pflege der entsprechenden Systeme liegt, dann Feedback und eine Aufwandsschätzung abgeben, damit der Business-Case (Vergleich von Kosten und Nutzen) durchgerechnet und bewertet werden kann. Abteilungen werden also Dienstleister, um übergeordnete Projekte zu realisieren.

Schon beim Design ist also Zusammenarbeit gefragt und natürlich muss diese Zusammenarbeit auch bei der Realisierung funktionieren, denn nicht selten ergeben sich bei der Umsetzung Probleme und Änderungen. Diese Änderungen können dazu führen, dass Aufgaben von einem System auf ein anderes übertragen werden und somit eigentlich Ressourcen übergreifend verschoben werden müss(t)en. Schwierig wird es, wenn die Abteilungen, die die entsprechenden Ressourcen organisatorisch verwalten, kleine Fürstentümer oder Profit-Center sind, die weniger im Sinne des Ganzen als im Sinne ihrer Abteilung denken.

SOA verlangt also eine Unternehmenskultur der Zusammenarbeit. Dies ist im Grunde nichts Neues, wird aber durch SOA oft erst explizit. Probleme treten dann auf, wenn Unternehmen darauf nicht vorbereitet sind. SOA dient hier manchmal auch als „Problem-Detektor“, was mitunter dazu führt, dass man SOA entsprechende Schwierigkeiten vorwirft („vor SOA war alles besser“).

Dieses Beispiel macht deutlich, dass man bei der Einführung von SOA um eines nicht herumkommt: Management-Support. Die Etablierung des Zusammenspiels von Projekten oder „Solutions“ mit den existierenden Abteilungen und Systemen ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für SOA als Unternehmensstrategie. SOA ist damit eine Strategie, die massive Auswirkungen auf ganze Unternehmen haben kann und CEOs und CIOs / CTOs müssen diese Strategie verstanden haben, hinter ihr stehen und sie durch entsprechende Maßnahmen unterstützen.

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