So viel kostet die VMware Public Cloud

Hartmut Schlosser

Im gewinnträchtigen Cloud-Comupting-Markt kämpft VMware an vorderster Front.  Nicht überraschend kam deshalb Anfang des Jahres die Ankündigung, eine eigene Public-Cloud-Lösung namens „vCloud Hybrid Service“ lancieren zu wollen. Jetzt hat der Virtualisierungsspezialist Details zum vCloud Hybrid Service vorgestellt und eine erste Preisliste veröffentlicht.

Beim vCloud Hybrid Service handelt es sich um ein Infrastructure-as-a-Service (IaaS)-Angebot, das auf VMwares vSphere-Kunden zugeschnitten ist. Sowohl laufende Anwendungen lassen sich stückchenweise in die Cloud verlagern, als auch neue Anwendungen vollständig in der Wolke betreiben. Dabei soll die Interoperabilität zwischen On-Premise-Software und Cloud Services gegeben sein. 

VMware positioniert sich als Public-Cloud-Betreiber zumindest potenziell als direkter Wettbewerber zu Lösungen wie den Amazon Web Services, Rackspace Hosting oder auch zu Windows Azure. Verfolgt man indes die Verlautbarungen der VMware Executives, wird schnell die eigentliche Stoßrichtung der VMware Hybrid Cloud deutlich: Es geht darum, den bestehenden VMware-Kunden eine Cloud-Option aus dem eigenen Haus schmackhaft zu machen.

Kunden sollen ein Cloud-Angebot erhalten, das komplett kompatibel zu laufenden Deployment-Strukturen ist, heißt es auf dem VMware-Blog. Und in der Tat kann VMware hier auf einen beeindruckenden Kundenstamm zurückgreifen, der laut Eigenangaben bei 480.000 Unternehmen mit einer Anzahl von ganzen 36 Millionen laufenden Virtual Machines liegt. Mit existierenden Public Clouds auf Basis von OpenStack oder CloudStack haben VMware-Kunden indes Probleme, da die Kompatibilität zu VMware-Komponenten wie vCenter oder vCloud Director nicht gegeben ist. VMwares Coup, sich mit einer eigenen Lösung neue Umsätze zu sichern, könnte deshalb gelingen.

Der vCloud Hybrid Service basiert auf VMwares-Server-Virtualisierungssoftware und ermöglicht so das Verschieben von Anwendungen von eigenen Servern auf den vCloud-Service, ohne die App umschreiben oder die IT-Management-Software ändern zu müssen. In diesem Sinne stellt das VMware-Portfolio eine ähnlich abgeschlossene Landschaft dar wie etwa der Microsoft Stack mit Hyper-V, Windows Server und Windows Azure.  

Der vCloud Hybrid Service kommt in zwei Varianten. Einmal als dezidierter „Cloud Mode“, bei dem die Rechenressourcen physikalisch isoliert vorliegen; einmal als sogenannte „Virtual Private Cloud“, die eine größere Elastizität erlaubt und daher für saisonal  schwankende Workloads prädestiniert ist. Die vorläufigen Preislisten sehen folgendermaßen aus:

Noch in diesem Jahr soll der vCloud Hybrid Service an den Start gehen. Ein Early Access Programm ist für Juni geplant, die Allgemeine Verfügbarkeit für US-Kunden soll im dritten Quartal 2013 gegeben sein. In folgendem Video promotet VMwares Bill Fathers die neue Cloud-Option – auch eine Option für Sie?

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Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser ist Redakteur und Online-Koordinator bei Software & Support Media. Seine Spezialgebiete liegen bei Java-Enterprise-Technologien, JavaFX, Eclipse und DevOps. Vor seiner Tätigkeit bei S & S Media studierte er Musik, Informatik, französische Philologie und Ethnologie.
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