SEPA leben statt Deadlines abarbeiten

Burchard Hillmann-Köster, Marketing Manager, ILOG Deutschland GmbH

Wie Banken Compliance-Vorgaben als Chance nutzen können, um ihre IT zukunftsfähig zu machen

Regularien für das europäische Bankenwesen wie SEPA (Single Euro Payments Area) und die Zahlungsverkehrsrichtlinie PSD (Payment Service Directive) sind seit mehreren Jahren bekannt und eigentlich wissen die Finanzdienstleister, welche Vorgaben sie bis wann erfüllen müssen. Doch Unternehmen achten häufig nur auf die geforderten Richtlinien und deren Umsetzung anstatt sie proaktiv als neue Chance zu sehen. So ergab eine Umfrage unter 90 Bankvertretern aus 13 Ländern der Eurozone sowie sieben weiteren europäischen Ländern, die vom Finanzinformationsdienst Finextra und dem Beratungshaus The SEPA Consultancy zusammen mit SAP
durchgeführt wurde, dass fast drei Viertel der befragten Banken kein umfassendes Bild über die Auswirkungen von SEPA auf ihr Firmenkundengeschäft hat und eine SEPA-bezogene Geschäftsstrategie noch entwickelt werden muß.

Gründe dafür sind vor allem Unsicherheiten darüber wie diese Veränderungen wirklich aussehen werden. Dazu gehören Themen wie Mehrwertdienste, Kostenreduzierung sowie die Umsetzung der Regeln in der Banken-Infrastruktur und Technologie. Dies bestätigt auch eine Studie zu SEPA von Finextra und dem Clearingservice VocaLink, in der 50 Prozent der Befragten die Anpassung der IT für die Unterstützung der Kundenmigration als eine der größten Herausforderungen für die Banken sehen . Seit dem 28. Januar 2008 müssen Banken zusätzlich zu den nationalen Zahlungsinstrumenten im Euroraum neue, paneuropäische Zahlungsinstrumente anbieten. Und schon bis 2010 soll ein Großteil des Zahlungsverkehrs mit dieser neuen Methoden ablaufen, und zwar bei grenzüberschreitenden und nationalen Transaktionen.

Verschiedene Systeme unter einen Hut bringen

Es bleibt also nicht mehr viel Zeit. Und anstatt die gerade geforderten Teilstandards umzusetzen, sollten sich Banken dringend mit den technischen Anforderungen auseinander setzen. Denn gerade hier liegt noch großes Verbesserungspotenzial, das unbedingt ausgeschöpft werden sollte. Vor allem die technischen Herausforderungen sind sehr hoch, denn Finanzunternehmen müssen neue Mehrwertdienste bereitstellen und gemeinsame Standards, Prozesse, Datenformate und Softwarelösungen entwickeln, um die Zahlungssysteme zu vereinheitlichen. Wie die Zahlungsverkehrsmärkte sind die jeweiligen technischen Standards in den SEPA-Ländern noch immer sehr unterschiedlich. So zum Beispiel die Systematik von SEPA- und Non-SEPA-Zahlungen und deren Datenformaten. Viele Banken müssen bestehende Zahlungssysteme ersetzen oder grundlegend überarbeiten und ihre Informationsinfrastrukturen und Systeme verändern, um die neuen Regeln für Kredittransfer sowie IBAN (International Bank Account Number) und BIC (Bank Identifier Code) umzusetzen. Mehrwertdienste wie Payment Exception Management werden hierbei eine bedeutende Rolle spielen.

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Burchard Hillmann-Köster, Marketing Manager, ILOG Deutschland GmbH
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