Scala IDE 3.0.0: Entwicklungsumgebung auf Spitzenniveau

Hartmut Schlosser

Ein wichtiger Markstein für Scala-Entwickler ist erreicht. Nein, es ist nicht wieder ein neues Scala Release, das die Feature-Palette der JVM-Sprache weiter ausbaut. Erschienen ist die dritte Major-Version der Eclipse-basierten Scala IDE – und mit diesem Release hievt sich das Tooling für Scala auf ein bisher unerreichtes Niveau.

Über ein Jahr Entwicklung hat sich das Typesafe-Team um Scala-Erfinder Martin Odersky Zeit gelassen. Herausgekommen ist denn auch eine Entwicklungsumgebung, die den professionellen Ansprüchen von Scala endlich gerecht wird. Allgemein wurde an der Praxistauglichkeit des Editors gefeilt, was sich an vielen Stellen an schnelleren Reaktionszeiten und einer intuitiveren Nutzerführung zeigt.

Auffälligste Neuerung der Scala IDE 3.0 ist das semantische Highlighting im Editor. Zwar war das Feature bereits seit Milestone 1 in den Entwicklerversionen der Scala IDE enthalten. Aufgrund signifikanter Performance-Optimierungen ist es nun aber echtzeittauglich geworden. Noch während des Tippens wird angezeigt, ob es sich bei einer Anweisung um einen Trait, eine Methode, eine veränderbare Variable oder gar ein veraltetes Sprachkonstrukt handelt.

Ein weiteres Highlight ist der Scala Debugger, der nun seines Namens würdig ist und gezielt auf Scala-Sprachkonstrukte angewandt werden kann. Die Anzahl der Refactorings wurde erhöht, neu sind etwa das „Move Class, Object or Trait Refactoring“, das „Method Signature Refactoring“ und „Extract Trait“, mit dem sich ausgewählte Elemente einer Klasse, eines Objektes oder eines Traits in einen neuen Trait verfrachten lassen.

Diverse Code-Generatoren sind direkt in die IDE eingebaut, beispielswiese für die automatische Erzeugung von hashCode– und equals-Methoden auf der Basis von ausgewählten Klassen-Parametern. Weiter ausgebaut wurde das Scala-Ökosystem von Plug-ins, das in Milestone 2 eingeführt wurde. Brauchbare Erweiterungen wie das ScalaTest-Plug-in und das worksheet-Plug-in stehen hier zur freien Verfügung.

An dieser Stelle sollte man den beteiligten Entwicklern Lorbeeren zukommen lassen. Zwar hat Typesafe seit einiger Zeit das vorher Community-getriebene IDE-Projekt übernommen und in professionelle Bahnen gelenkt. Dennoch sind an der IDE weiterhin auch Nicht-Typesafe-Mitarbeiter beteiligt. An der 3.0 werkelten 23 verschiedene Entwickler, seit der Version 2.0 hat diese Truppe 647 Tickets bearbeitet.

Die Scala IDE ist in vier verschiedenen Varianten zum Download freigegeben. Einmal abgestimmt auf Scala 2.9, einmal auf Scala 2.10; beides in Kombination entweder mit Eclipse 3.7 (Indigo) oder Eclipse 4.2 (Juno). Zur Einführung empfiehlt sich die gut geschriebene Dokumentation der Neuerungen auf http://scala-ide.org/docs/current-user-doc/features.html.

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Hartmut Schlosser
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