Ein Herausforderer für Go, C und C++

Finale Version von Rust 1.0 erschienen

Michael Thomas

Rust-Logo (Quelle: www.rust-lang.org)

Pünktlich wie die Maurer: Wie die Entwickler im Rahmen der Veröffentlichung der Beta-Version der Programmiersprache angekündigt hatten, ist seit dem 15. Mai die endgültige Version von Rust 1.0 verfügbar. Zeitgleich wurde auch die Beta-Version von Rust 1.1 freigegeben.

Die Programmiersprache kombiniert den Entwicklern zufolge eine Low-Level-Kontrolle über die Performance mit High-Level-Komfort- und Sicherheitsgarantien. Da Rust dazu offenbar weder einen Garbage Collector noch eine Laufzeit benötigt, können seine Bibliotheken als direkter Ersatz für C zum Einsatz kommen.

Im Gegensatz zu vorherigen Versionen verfügt das GA-Release erstmals über eine stabile Syntax; beginnend mit Version 1.0 wollen sich die Entwickler zunächst überwiegend auf die Optimierung der Stabilität konzentrieren – Breaking Changes sind demnach auf langfristige Sicht keine zu erwarten. Um die Neuerungen möglichst schnell und umfassend unters Volk zu bringen, steigen die Entwickler ab sofort auf das beispielsweise von Spring Data und Eclipse bekannte Modell der Release Trains um: In Zukunft sollen demnach alle sechs Wochen Updates für Rust erscheinen.

Was ist Rust?

Rust ist als Systemsprache konzipiert, die als Konkurrent für C und C++ – aber auch zu Googles Go – gesehen werden kann. Die Syntax ist denn auch stark an C angelehnt, enthält aber moderne Konstrukte, um invalide Speicherzugriffe zu verhindern und Multicore-Architekturen besser zu unterstützen.

Zu den Charakteristika der Sprache gehören Pattern Matching und algebraische Datentypen (enums), Typeninferenz, Higher-order Functions (Closures), Generics und Polymorphismus in Form von Java-artigen Interfaces in Kombination mit Haskell-artigen Typen-Klassen (traits).

Unterstützt werden sowohl funktionale als auch objektorientierte Programmierweisen. Nebenläufigkeit wird durch leichtgewichtige Tasks realisiert, wie sie beispielsweise in Erlang oder anderen Aktoren-basierten Sprachen anzutreffen sind. Seit 2011 werden Rust-Programme mit dem selbst in Rust geschriebene Compiler rustc kompiliert, welcher wiederum auf LLVM als Backend-Technologie zurückgreift.

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Michael Thomas
Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
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