Rust 1.0 Beta freigegeben

Michael Thomas

Rust-Logo (Quelle: www.rust-lang.org)

Mit einiger Verspätung – der ursprünglichen Planung zufolge sollte sie bereits Mitte Februar erscheinen – ist nun die Beta-Version Mozillas neuer Programmiersprache Rust verfügbar. Das Release markiert den Entwicklern zufolge einen bedeutsamen Meilenstein, ja mehr noch einen „Zustandsübergang“.

Denn, anders als noch in den vorangegangenen Alpha-Versionen, sind alle Bibliotheken und Sprachfeatures, die in Rust 1.0 stabil sein sollten, bereits jetzt als „stabil“ markiert. Die Beta-Version bietet offenbar also einen sehr klaren Ausblick darauf, was die User vom finalen Release erwarten können. Auch im Hinblick auf die Stabilität haben sich deutliche Änderungen ergeben: Obwohl sie eine Warnung auslösten, war die Nutzung instabiler Features und APIs während der Alpha-Phase erlaubt, in der Beta-Version hingegen produzieren sie einen Fehler.

Beta-Phase

In der nun begonnenen Beta-Phase wird sich die Arbeit der Entwickler bis zur Veröffentlichung der finalen Version – die am 15. Mai erfolgen soll – darauf konzentrieren, an der Endbenutzererfahrung zu feilen, wozu das Bugfixing, aber auch die Verbesserung der Dokumentation sowie der Fehlermeldungen zählen. Der bereits stabile Content soll, abgesehen von kleineren Korrekturen, unangetastet bleiben. Auch neue Features sollte man nicht mehr erwarten, allerdings arbeiten die Entwickler bereits parallel zur Beta an neuen Funktionen, die in späteren Releases enthalten sein werden.

Was ist Rust?

Rust ist als System-Sprache konzipiert, die als Konkurrent für C und C++ – aber auch zu Googles Go – gesehen werden kann. Die Syntax ist denn auch stark an C angelehnt, enthält aber moderne Konstrukte, um invalide Speicherzugriffe zu verhindern und Multicore-Architekturen besser zu unterstützen.

Zu den Charakteristika der Sprache gehören Pattern Matching und algebraische Datentypen (enums), Typeninferenz, Higher-order Functions (Closures), Generics und Polymorphismus in Form von Java-artigen Interfaces in Kombination mit Haskell-artigen Typen-Klassen (traits).

Unterstützt werden sowohl funktionale als auch objektorientierte Programmierweisen. Nebenläufigkeit wird durch leichtgewichtige Tasks realisiert, wie sie beispielsweise in Erlang oder anderen Aktoren-basierten Sprachen anzutreffen sind. Seit 2011 werden Rust-Programme mit dem selbst in Rust geschriebene Compiler rustc kompiliert, welcher wiederum auf LLVM als Backend-Technologie zurückgreift.

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Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
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Boereck
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Alle meine bisherige Informationen zu Rust besagen, dass Rust keinen GC hat. Es gibt höchstens Reference Counting.
https://doc.rust-lang.org/complement-design-faq.html#there-is-no-gc