Red Hat schlägt neuen Garbage Collector für das OpenJDK vor

Claudia Fröhling

Shenandoah bedeutet „Tochter der Sterne“. Der indianische Begriff ist Namensgeber diverser Gebiete in den USA, von Städten über Flüsse bis hin zu Bergen und Nationalparks. Seit neuestem ist Shenandoah auch Namensgeber für ein neues Proposal im OpenJDK.

Unter der Leitung von Red Hat hat Roman Kennke den „Ultra-Low-Pause Garbage Collector“ vorgeschlagen, als JDK Enhancement Proposal (JEP) 189. Es zielt auf sehr große Heaps ab, soll also nicht den bestehenden Garbage First (G1) ersetzen, sondern ergänzen. Wer mit 20GB Heap oder weniger bzw. acht Cores oder weniger arbeitet, für den sei der G1 ausreichend und Shenandoah unnötig, heißt es im Proposal. Stattdessen sei das Ziel, 100GB Heaps und mehr mit Pausenzeiten von weniger als 10 Millisekunden zu verwalten.

Die momentan verfügbaren Pausenzeiten seien nicht zufriedenstellen, erklärt Kennke auch in einem Blogpost aus dem letzten Sommer. Auch die Skalierbarkeit sei bislang ein Problem für große Heaps.

Dabei soll die Heap-Struktur von Shenandoah dem G1 sehr ähnlich sein. In Shenandoah wird Garbage Collection in zwei Phasen, der „Marking Phase“ und der „Evacuation Phase“ erbracht. Ein „pauseless Collector“ im Stile von Shenandoah existiert übrigens bereits von Azul Systems (Zing), diese Arbeit wurde aber nicht ins OpenJDK eingebracht.

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Claudia Fröhling
Claudia Fröhling
Claudia Fröhling hat in verschiedenen Redaktionen als TV- und Onlineredakteurin gearbeitet, bevor sie 2008 zur Software & Support Media GmbH kam und sich bis 2014 um alle Projekte des Verlages im Ressort Java kümmerte. Claudia hat einen Abschluss in Politikwissenschaften und Multimedia Producing. Ihr Google+ Profil findest du hier.
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