Reactive Manifesto 2.0 erschienen: Blaupause für reaktive Anwendungen

Hartmut Schlosser

Das sogenannte Reactive Manifesto beschreibt seit Juli 2013 einen Architekturstil, der moderne Anforderungen wie Multicore-Systeme, Cloud Computing, Hochverfügbarkeit und schnelle Reaktionszeiten berücksichtigt. Jetzt ist Version 2.0 des Manifests erschienen.

Reactive Manifesto 2.0

6813 Unterzeichner kann das Reactive Manifesto bis dato vorweisen, womit es sicherlich zu den wirkungsmächtigeren Manifesten der Software-Entwicklung gehört. Jonas Bonér, Mitbegründer des Richtungspapiers und Erfinder des Akka-Frameworks, beschreibt in einem Blogeintrag die Bestandteile reaktiver Software und die wichtigsten Änderungen im Manifest 2.0.

War in der Version 1.0 des Manifests noch von „ereignisgetriebenen Systemen“ die Rede, präzisiert man im Reactive Manifesto 2.0 nun: „Message-Drivensollen die Programme sein. Denn reaktive Systeme basieren typischerweise auf einem asynchronen Message-Transfer zwischen allen beteiligten Komponenten. Messages passen laut Bonér deshalb besser ins Bild, weil diese auf einen Empfänger gerichtet sind, während Ereignisse auch für sich, ohne Adressaten stattfinden können.

Ein zweites neues Vokabular ist „Elastizität.“ Nicht mehr skalierbare Anwendungen, sondern elastische werden angestrebt. Bonér erklärt den Unterschied so: Während Skalierbarkeit sich auf die Erweiterung eines Systems aufgrund eines veränderten Nutzerverhaltens bezieht, geht Elastizität auf veränderte Input-Raten ein, die eine angepasste Ressourcen-Allokation bewirken.

Mit diesen Änderungen sieht die Merkmal-Liste der reaktiven Anwendungen wie folgt aus:

–     Responsive

–     Resilient

–     Elastisch

–     Message-driven

Bonér führt die einzelnen Punkte in seinem Blogeintrag noch genauer aus und verweist auf die aktualisierte Komplettfassung des Manifests, das unter http://www.reactivemanifesto.org/ einzusehen ist. Feedback ist erwünscht, denn handelt es sich beim Manifest um ein offenes Dokument, in dem Veränderungen reflektiert werden können.

Geschrieben von
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Content-Stratege, IT-Redakteur, Storyteller – als Online-Teamlead bei S&S Media ist Hartmut Schlosser immer auf der Suche nach der Geschichte hinter der News. SEO und KPIs isst er zum Frühstück. Satt machen ihn kreative Aktionen, die den Leser bewegen. @hschlosser
Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!

avatar
400
  Subscribe  
Benachrichtige mich zu: