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"Im RIA-Bereich noch keine Technologie als Standard etabliert"

Claudia Fröhling

Sechs Wochen noch, dann startet in München die achte W-JAX. Neben Java Enterprise, JVM-Sprachen und Java Mobile wird auch Rich Internet Applications ein Thema der Konferenz sein. Wir sprachen mit dem Moderator Dierk König über den RIA Day auf der kommeden W-JAX.

JAXenter: Java und RIA scheinen seit einiger Zeit eine gute Ehe eingegangen zu sein. Welche Technologie hat deiner Meinung nach momentan das größte RIA-Potential?

Dierk König: Marktbeobachter wie Gartner sagen, dass sich im RIA-Bereich noch keine Technologie als unumstrittener Standard hat etablieren können. Das ist auch meine Wahrnehmung. Umso wichtiger ist es, sich die verschiedenen Kandidaten anzusehen und sich seine eigene Meinung zu bilden.

JAXenter: JavaFX hat in den letzten Jahren viele Hochs und Tiefs erfahren, Oracle will es jetzt wieder mehr pushen. Wohin wird der Weg für JavaFX deiner Meinung nach in nächster Zeit führen?

Dierk König: In der Rückschau muss man leider sagen, dass die Hochs vor allem in den Demos und Ankündigungen waren und die Tiefs in den Lieferungen. Oracle hat das Potential, dies zu ändern. Sie haben JavaFX Script als Sprache abgekündigt und positionieren JavaFX 2.0 als Library – mit Verfügbarkeit ab Q3 2011. Das scheint mir ein vernünftiger Schritt. Wenn sie den Termin einhalten können, wird es JavaFX endlich die notwendige Kredibilität verschaffen.

Oracle selbst hat auf der JavaOne alternative Sprachen als Nachfolger von JavaFX vorgeschlagen. Groovy bietet sich dafür natürlicherweise an, Scala, Clojure, JRuby und vielleicht noch andere stehen aber auch zur Diskussion.

JAXenter: HTML5 ist momentan in aller Munde, steht aber noch am Anfang und wird noch nicht breit unterstützt. Welche Erwartungen hast du an HTML5 und wie sollten Unternehmen zum jetzigen Zeitpunkt damit umgehen?

Dierk König: HTML5 ist die logische Fortführung der Evolution von HTML als Seitenbeschreibungssprache zur Konstruktionstechnologie für Benutzeroberflächen von Webapplikationen.
Ich erwarte für die nächsten zwei Jahre eine breite Unterstützung in allen modernen Browsern – mit subtilen Unterschieden, die uns Entwicklern wieder genug Arbeit machen. Danach erwarte ich eine Konsolidierung, respektive Frameworks, die die Unterschiede wieder verdecken. Für die meisten Unternehmen sehe ich HTML5 auf der Liste der zu beobachtenden Technologien und für Technologieunternehmen auf der Experimentierliste.

JAXenter: Wer sollte deiner Meinung nach den RIA Day nicht verpassen?

Dierk König: Der RIA Day gibt einen kompakten und doch aussagekräftigen Überblick über die RIA-Technologien. Für einen Tag Investition bekommt man sehr viel Informationen, Eindrücke aus erster Hand und die Möglichkeit, sich mit Experten und Teilnehmern auszutauschen. Das macht den RIA Day für alle interessant, die ihren Kunden über das Web reichhaltige Oberflächen bieten möchten.

Dierk ist Fellow bei der Canoo Engineering AG, Basel. Er betreibt das Open-Source-Projekt Canoo WebTest und ist Committer in den Projekten Groovy, Grails und GPars. Er publiziert und spricht auf internationalen Konferenzen zu Themen moderner Softwareentwicklung. Er ist Autor des Buchs “Groovy in Action”. Twitter: @mittie

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Claudia Fröhling
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