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Eine QS-Checkliste hilft, Qualität in BPM-Projekten sicherzustellen

Qualitätssicherung: Check!

Dirk Slama und Ralph Nelius

BPM (Business Process Managment) wird häufig als wichtiges Werkzeug im Kontext des Qualitätsmanagements gesehen. Aber wie sichert man eigentlich die Qualität in so einem Projekt? Die integrierte BPM-Projektmethodik ist die ideale Grundlage für die strukturierte Umsetzung der Qualitätssicherung (QS).

Die Umsetzung von BPM-Projekten ist in der Regel kein einfaches Unterfangen [1]. Fachlich geht es darum, Prozesse und Organisationsstrukturen zu ändern. Die dafür notwendigen Änderungen in historisch gewachsenen Arbeitswelten lösen häufig nicht nur Begeisterung aus. Technisch müssen mehrere heterogene Anwendungen in den Projekten integriert werden, da es ja meistens um organisations- und anwendungsübergreifende Prozesse geht. Die resultierenden verteilten Anwendungen sind nicht nur technisch, sondern auch IT-organisatorisch eine große Herausforderung für jedes Projekt. Dieser hohen fachlichen und technischen Komplexität muss sich in diesen Projekten auch die Qualitätssicherung stellen. Dabei hilft eine standardisierte, BPM-spezifische Projektmethodik.

Integrierte BPM-Projektmethodik (IBPM)

IBPM beruht auf einem Methodentandem, bestehend aus prozessorientierter Analyse und Design (POAD) und serviceorientierter Analyse und Design (SOAD). Damit können die wichtigsten inhaltlichen Bereiche eines BPM-Projekts in zehn thematische Säulen unterteilt werden (Abb. 1). Diese sind so geschnitten, dass sie helfen, die Projektinhalte jeweils klar zu definieren und die Abhängigkeiten zwischen ihren Elementen in den Griff zu bekommen [2].

Abb. 1: IBPM-Framework

Die ersten fünf Säulen enthalten Aspekte der Prozessperspektive. Das Hauptartefakt, in dem die Fäden der Prozessperspektive zusammenlaufen, ist das Prozessmodell (Säule A). Es beschreibt geschäftliche Abläufe durch Geschäftsvorfälle (Ereignisse), Aktivitäten, Prozessflüsse und Konnektoren. Diese müssen von der zu erstellenden BPM-Lösung teil- oder vollautomatisiert umgesetzt werden. Das Prozessmodell verknüpft auch die vier weiteren Säulen der Prozessperspektive, nämlich Prozessorganisation und -rollen (Säule B), User Task Management (Säule C), Geschäftsregeln (Säule D) und Prozess-Monitoring, -analyse und -Reporting (Säule E).

Die restlichen fünf Säulen beschreiben Aspekte der Serviceperspektive. Das Hauptartefakt, in dem die Fäden der Serviceperspektive zusammenlaufen, ist die SOA-Landkarte (Säule F) [3]. Diese beschreibt die Zielanwendungslandschaft in Form von fachlichen Komponenten und Services, die miteinander gekoppelt sind, Daten austauschen und durch IT-Systeme implementiert werden. Die SOA-Landkarte verknüpft außerdem die vier weiteren Säulen der Serviceperspektive: UI-Design (Säule G), Prozesskomponenten (Säule H), Businessobjekte und Backend-Komponenten (Säule I) sowie die technische Architektur (Säule J).

IBPM definiert für jede dieser zehn Säulen die Hauptartefakte, ihre Beziehungen sowie ihren Detaillierungsgrad in den fünf generischen Phasen eines IBPM-Projektes (Planung, Analyse, fachliches Design, Umsetzungsdesign, Umsetzung). Ergebnis von Analyse und Design ist eine umsetzungsreife Spezifikation, basierend auf den fachlichen und technischen Anforderungen.

Geschrieben von
Dirk Slama und Ralph Nelius
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