Aloha, OpenGL – Hallo, Metal

Project Lanai: Auf der Suche nach einer neuen Java-Rendering-Pipeline für macOS

Dominik Mohilo

© Shutterstock / Brandon B (modifiziert)

Selbst wer sich nicht täglich mit dem Entwickeln von Anwendungen auseinandersetzt, hat schon einmal von OpenGL gehört – mindestens im Kontext von Computerspielen. Nun, da Apple die veraltete Rendering-Pipeline auf den eigenen Plattformen ersetzen will, müssen JDK- und OpenJFX-Entwickler eine Lösung finden. Dies soll unter dem Schrim von Project Lanai geschehen.

Die Open Graphics Library (OpenGL) und deren APIs fühlt sich auf vielen Plattformen und mit vielen Programmiersprachen wohl. Eine dieser Sprachen ist Java und so setzt nicht nur das JDK sondern besonders auch OpenJFX auf diese Technologie zur Entwicklung von Anwendungen, die stark auf 2D- und 3D-Grafiken setzen.

OpenGL ist bereits seit den frühen 1990er-Jahren im Umlauf, entsprechend veraltet sind die genutzten Technologien und APIs allerdings rund 30 Jahre nach Erstveröffentlichung der Spezifikation. Dies führte dazu, dass Apple ein neues Grafik-API namens Metal erstellt hat, die OpenGL als Rendering-Pipeline komplett ersetzen soll. Der Vorteil: einfachere GPU-Designs und eine bessere Performance.

Metal statt OpenGL

Dies wäre erst einmal nichts Besonderes, würden Java-Entwickler, wie oben erwähnt, nicht ebenfalls auf OpenGL als Rendering-Plattform etwa für macOS setzen. Apple hat OpenGL ab macOS 10.14 als Deprecated markiert, was nichts Anderes bedeutet, als dass es bald komplett verschwunden sein wird. Sobald dies der Fall ist, sieht es düster für Java-Anwendungen aus, denn dann funktionieren die JDK Desktop und die OpenJFX APIs nichtmehr.

Da nun also dringend eine Alternative gebraucht wird, wurde von Phil Race, Java Platform UI Client Engineer bei Oracle, Project Lanai ins Leben gerufen. Hier soll die Arbeit an einer 2D-Rendering-Pipeline für macOS fortgesetzt werden, die bereits in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen JetBrains begonnen wurde. Die Pipeline soll die neuen Metal APIs von Apple nutzen und was Performance, Funktionalität und Robustheit angeht wenigstens mit der aktuellen OpenGL-Pipeline auf Augenhöhe agieren.

Project Lanai würde dabei, sollte das Projekt offiziell ratifiziert werden, nicht nur als Ort für die Entwicklung einer entsprechenden Rendering-Pipeline für das JDK genutzt. Auch für OpenJFX soll die nötige Metal-Pipeline unter dem Dach von Project Lanai sowie der Ägide von Phil Race und der von ihm geleiteten Java 2D Group mit der Community gemeinsam erstellt werden.

Weitere Informationen zu Project Lanai gibt es in Phil Races Beitrag auf der Announce-Mailing-Liste.

PS: Lanai ist eine der hawaiischen Hauptinseln. Was genau der Name bedeutet ist nicht überliefert, aber es wird vermutet, dass es in etwa „Tag der Eroberung“ heißen soll. Passt ja irgendwie, oder? Immerhin erobert Metal gerade die macOS-Plattform und verdrängt das bisher dort beheimatete OpenGL.

Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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