Suche

Programmiersprachen können nicht urheberrechtlich geschützt werden

Hartmut Schlosser

Die Funktionalität eines Computer-Programms kann als solche nicht urheberrechtlich geschützt werden, das sagt jetzt der Senior Adviser Yves Bot des Europäischen Gerichtshofes. Im Rahmen des Rechtsstreits zwsichen den beiden IT-Analyse-Tool-Anbieter SAS und World Programming Ltd. veröffentlichte Bot seine Einschätzung am Dienstag:

If it were accepted that a functionality of a computer program can be protected as such, that would amount to making it possible to monopolize ideas, to the detriment of technological progress and industrial development.

Was unter der „Funktionalität eines Computer-Programms“ genauer zu verstehen sei, präzisierte Bot als Menge von Möglichkeiten oder Diensten, die von einem Computer-System bereit gestellt werden. Die Art und Weise, wie Elemente einer Programmiersprache zusammengesetzt werden, um diese Funktionalitäten zu erreichen, sei indes urheberrechtlich schützbar.

Creativity, skill and inventiveness are expressed in the way in which the program is drawn up, in its writing. Thus, the way in which formulae and algorithms are will be likely to reflect the author’s own intellectual creation and therefore be eligible for protection.

Der Hersteller von Analyse-Software SAS Institute Inc. wirft dem Konkurrenzunternehmen World Programming vor, die eigene Programmiersprache SAS unrechtmäßig in seinen Analyse-Produkten einzusetzen. Das Produkt World Programming System ist in der Lage, SAS-Programme auszuführen, und soll die Funktionalität der SAS-Software derart imitieren, dass identische Inputs auch die selben Ergebnisse zeitigen. Dabei hatte World Programming niemals Zugriff auf die SAS Quellcodes und bezieht sich lediglich auf das Handbuch und das Verhalten des Programms.

Programmiersprachen als solche können jedenfalls nicht über ein Copyright geschützt werden, meint Senior Adviser Yves Bot. Die Einschätzung ist nicht bindend, übt traditionell aber einen großen Einfluss auf die Entscheidungsfindung aus.

Geschrieben von
Hartmut Schlosser
Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.