Brücke zwischen Java und JavaScript

Programmiersprache N4JS – das Beste aus zwei Welten?

Michael Thomas

© Shutterstock.com/Lightspring

Das vor allem auf Kleinunternehmen ausgerichtete Berliner PaaS-Startup NumberFour hat die Veröffentlichung der quelloffenen, JavaScript-basierte Sprache N4JS bekannt gegeben. N4JS möchte die Stärken von Java und JavaScript unter einen Hut bringen, kommt mit einer eigenen IDE daher und zielt insbesondere auf groß angelegte Node.js-Projekte ab.

N4JS besteht aus einer typisierten JavaScript-Obermenge und soll sowohl dynamisch, als auch flexibel und typsicher sein. Zielgruppe der Sprache sind einerseits JavaScript-Entwickler, die gut wartbares, serverseitiges JavaScript schreiben wollen, andererseits Java-Entwickler, die JavaScript nutzen wollen, ohne dabei auf liebgewonnene Tools oder Vorteile wie eine frühzeitige Validierung verzichten zu müssen.

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N4JS unterstützt bereits jetzt die meisten Features von ECMAScript 2015, darunter Module, Klassen und Destrukturierung. Des Weiteren reichert die Sprache JavaScript mit einem Java ähnelnden statischen Typsystem an und bietet über seine IDE umfassenden Support für die statische Validierung. Zudem unterstützt N4JS von Haus moderne Programmierparadigmen wie beispielsweise Dependency Injection; die mitgelieferte, Eclipse-basierte IDE ist speziell auf eben jene ausgerichtet, prüft den Code bereits während des Schreibens und bietet zeitsparende Features à la Content Assist. N4JS‘ Typsystem unterstützt sowohl die aus Java bekannten nominalen Typen als auch die etwa aus TypeScript bekannten strukturierten Typen. Zu guter Letzt werden auch Generics, darunter generische Methoden und Typinferenz, unterstützt.

Der Quellcode der Sprache, sowie ihre IDE und Dokumentation sind ab sofort auf GitHub zu finden.

Aufmacherbild: Drawing a bridge and conquering adversity business concept von Shutterstock / Urheberrecht: Lightspring

Geschrieben von
Michael Thomas
Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
Kommentare

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3 Kommentare auf "Programmiersprache N4JS – das Beste aus zwei Welten?"

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Christian
Gast

Aber warum sollte man N4JS und nicht das bereits recht gut etablierte TypeScript nehmen? TypeScript hat nicht nur einen ordentlichen Vorsprung, sondern auch prominente Unterstützter. Deshalb denke ich, dass N4JS keine Zukunft hat. Es ist einfach zu spät dran. Und der Name ist eine schwer zu merkende Katastrophe, der der Verbreitung wohl auch nicht besonders dienlich ist.

Jens
Gast

N4JS ist in der Tat sehr nah an TypeScript — kein Wunder, ergänzen beide Sprachen JavaScript um explizite Typangaben. Leider wurden aber bei TypeScript ein paar grundsätzliche Designentscheidungen getroffen, die die statische Analyse und Typsicherheit aushebeln. Das mag für manche Anwendungen in Ordnung sein, wenn man aber eine Typsicherheit wie in Java erwartet, wird man von TypeScript schwer enttäuscht. Unter

http://numberfour.github.io/n4js/faq/comparison-typescript.html

haben wir (ich bin Leiter der N4JS Entwicklung) die wichtigsten Unterschiede zu TypeScript aufgeführt. Tatsächlich waren dies mit Gründe für die Entwicklung von N4JS.

Peter Müller
Gast

Wenn es nur um Backend-Applikationen geht, warum sollte man nicht direkt Java nutzen? Das Debuggen von „transpilerten“ JS code macht bestimmt keinen Spass.

Und wenn es um reine Performance geht, ist man mit Go, Erlang oder C besser bedient.

Es kommt mir vor, als ob man aus Gründen der Buzzword-Compliance hier umbedingt node.js verwenden musste.