Fünf Tipps, damit man keine Meckerziege wird

Nicht nur meckern: Positives Feedback in Codereviews

Melanie Feldmann

© Shutterstock / studiostoks

Codereviews sind ein gutes Mittel, um die Codequalität zu verbessern und sich als Entwickler weiterzuentwickeln. Oft kommt es jedoch vor, dass der Reviewer als Meckerziege abgestempelt wird. Fünf Tipps können dabei helfen, genau das zu verhindern.

Das Team macht die Regeln

Vor dem  ersten Codereview sollte sich das Team zusammen Gedanken machen, welche Regeln sie einhalten wollen oder in welchen Punkten sie sich auch verbessern möchten. Wenn die Regeln von einem einzelnen aufoktroyiert werden, ist der Widerstand schnell hoch. Gegen Regeln, die man sich selbst gegeben hat, ist Protest schon schwieriger und fokussiert sich nicht auf eine Person.

Finde den richtigen Ton

Feedback zu geben ist nicht einfach. Vor allem, wenn es darum geht Feedback zu geben, das Fehler oder Probleme anspricht. Ein kleiner Trick ist Kritik niemals an die Person an sich zu richten, sondern bei Codereview eben an den Code. Anstatt zu sagen „dein Code ist an dieser Stelle schlecht strukturiert“ oder „deine Methoden sind nicht nachvollziehbar“, lieber „der Code ist schlecht strukturiert“ und „die Methoden sind nicht nachvollziehbar“. So fühlen sich die Entwicklerkollegen nicht so schnell persönlich kritisiert.

Sprechen ist besser als Schreiben

Gesprochene Sprache transportiert viel weniger als ein direktes Gespräch. Es fehlt der Gegenüber mit Ton und Mimik, um Gesagtes richtig einzuordnen. Deswegen sind Formulierungen gerade bei geschriebenen Reviews wichtig. Auf Witze, rhetorische Fragen oder Ironie sollten Reviewer verzichten. Vor allem bei schwierigen Themen kann es deswegen helfen, sich zusammen vor einen Rechner zu setzen. Auch lernt man den anderen so besser kennen und kann besser einschätzen wie genau er das Gesagte meint.

Positive Dinge herausstellen

Damit der Reviewer nicht als Meckerziege dasteht, schadet es auch nicht auch hin und wieder positive Dinge herauszuheben. Dabei sollten nicht das Erfüllen von Standards gelobt werden, sondern Arbeit die darüber hinausgeht. Bei unerfahreneren Entwicklern kann es auch förderlich sein, Fortschritt bei einem Thema mit einem kleinen Lob anzuerkennen.

Jeder muss mal

Auch wenn es gerade beim Start von Codereviews hilfreich ist, zuerst ein oder zwei feste Reviewer zu benennen, sollten Reviews rotieren. Jeder muss einmal den Code eines anderen ansehen. So wird auch kein einzelner als Buhmann herausgestellt. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass alle möglichst die gleichen Anforderungen an den Code stellen. Und der Junior-Entwickler sollte nicht unbedingt den Code des anderen Junior-Entwicklers freigeben.

Verwandte Themen:

Geschrieben von
Melanie Feldmann
Melanie Feldmann
Melanie Feldmann ist seit 2015 Redakteurin beim Java Magazin und JAXenter. Sie hat Technikjournalismus an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg studiert. Ihre Themenschwerpunkte sind IoT und Industrie 4.0.
Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!

avatar
400
  Subscribe  
Benachrichtige mich zu: