Neues vom Androiden-Planeten

Planet Android: Android Q setzt auf Schwarz, Skype umgeht Android-PIN und die CES 2019 ist eröffnet

Katharina Degenmann

Gleich in der ersten Ausgabe des Planet Android im neuen Jahr geht es wieder besonders wild zu: Ein Google-Mitarbeiter plaudert aus dem Nähkästchen und erklärt, warum Android zukünftig schwarz sehen könnte, per Skype-Anruf kann man den Android-PIN umgehen und bekommt damit die hellsten Einblicke in private Nutzer-Daten. Außerdem gibt Google den Januar-Patchday frei und schließt 27 Sicherheitslücken. Und die CES 2019 gewährt einen Blick in die Zukunft.

Und jetzt das Licht aus, bitte! – Android Q bekommt den Dark Mode

„I stop wearing black when they make a darker color“ singen Fall out Boy in ihrem Song. Doch „dark“ scheint nicht nur kleidungstechnisch beliebt zu sein, denn auch der Dark Mode bei Displays ist schwer in Mode gekommen. Auch Google hat seine Liebe zum schwarzen Display entdeckt und bereits im vergangenen Jahr zahlreiche seiner Apps mit dem Dark Mode ausgestattet. Und seit wenigen Tagen kann man auch in Chrome für Windows und im Betriebssystem Chrome OS das schwarze Display aktivieren.

Doch damit nicht genug. Zwar hat Google bislang noch nichts offiziell bestätigt, doch sollten sich die Gerüchte bewahrheiten, dann bekommt auch das Android Q, der Nachfolger von Android P, einen Dark Mode und zwar GLOBAL. Das heißt, das dunkle Display sollte nicht nur in einigen Apps aktiviert werden können, sondern für alle Elemente verfügbar sein.

Dark Mode eigentlich bestätigt

Grund für Spekulationen lieferte der Thread eines Google-Mitarbeiters, in dem er unter anderem schreibt:

Dark mode is an approved Q feature. The Q team wants to ensure that all preloaded apps support dark mode natively. In order to ship dark mode successfully, we need all UI elements to be ideally themed dark by May 2019. – Lukasz Zbylut

Der Dunkelmodus sei also ein genehmigtes Feature für Android Q und ist damit quasi schon eine Bestätigung dafür, dass dieser mit der kommenden Android-Version ausgeliefert wird. Der Thread wurde zwar von Google wieder gelöscht, allerdings sei eben genau das nur noch eine weitere Bestätigung. Ob das Android Q tatsächlich über einen schwarzen Modus verfügen wird, wird sich spätestens im Mai 2019 zeigen, denn wie Googles mitteilungsfreudiger Mitarbeiter ebenfalls Preis gab, sollten alle Bedienelemente idealerweise bis Mai 2019 mit einem schwarzen Bildschirm ausgestattet sein. Jetzt heißt es also abwarten und teetrinken – Schwarztee würde sich anbieten!

Wer braucht schon eine PIN-Sperre, wenn er Skype hat?

Was tut man, wenn man den PIN seines Android-Smartphone vergessen hat? – Richtig, man tätigt einen Skype-Anruf! Das zeigte zumindest der Bughunter Florian Kunushevci in einem YouTube-Video und entdeckt damit eine riesen Sicherheitslücke bei Skype. Um sich Zugriff auf Kontakte, Fotos, Apps oder sogar Webseiten fremder Personen zu verschaffen, muss man kein IT-Profi sein, es genügt ein simpler Skype-Anruf.

Genauer gesagt muss man lediglich auf den Nickname des Anrufenden klicken und erhält damit Einsicht in alle Fotos und Kontakte. Als wäre das nicht schon genug, kann auch der Webbrowser geöffnet werden und auch dafür muss man das Android-Handy nicht entsperren. Es reicht, einen Link in einer Skype-Nachricht zu verschicken und anklicken zu lassen. Über den Browser lassen sich dann auch weitere Apps öffnen und auch eine Webseite, die Schadcode enthält, kann so beispielsweise angesurft werden.

Wer sich nun schon gefreut hat, dass er sein Smartphone nicht durch PIN, sondern Gesichtserkennung, Fingerabdrucksensor oder Passwort schützt, dem solle gesagt sein:  Schlichtweg zu früh gefreut! Ist der Skype-Anruf erstmal angenommen, kann man während des laufenden Gesprächs auf die persönlichen Daten des Smartphones zugreifen. Betroffen ist davon jede Android-Version.

Microsoft wird’s schon richten – fast!

„Gefahr erkannt – Gefahr gebannt!“ – oder so ähnlich. Kunushevci hat glücklicherweise schnell reagiert und Microsoft bereits im Oktober 2018 über die Sicherheitslücke informiert. Microsoft hat daraufhin, besser gesagt am 23. Dezember 2018, ein Update für Skype veröffentlicht und damit die Sicherheitslücke geschlossen, also halbwegs. Denn leider haben noch nicht alle Nutzer der Skype-App dieses Update über den Google Play Store erhalten, sodass zumindest potenziell ein Sicherheitsrisiko besteht. Wer also Skype auf dem Smartphone nutzen möchte, sollte am besten manuell nach einem Update suchen und dieses installieren.

Apropos Sicherheitslücken: Google hatte Patchday

Das neue Jahr hat kaum begonnen, schon beglückt uns Google mit seinem Januar-Patchday. Auch der aktuelle Patch-Level 2019-01-05 behandelt Sicherheitslücken, die als „critical“ oder „high“ eingestuft werden. Im Januar klassifizierte Google insgesamt 2 Sicherheitslücken als kritisch und 25 als hoch. Eine der kritischen  Lücken befindet sich im Betriebssystem selbst, das andere Loch stopfte Google in Komponenten von Qualcomm. Erwischt hat es die OS-Versionen 7.x Nougat, 8.x Oreo und 9 Pie.

Pixel-Besitzer dürfen sich über extra Update freuen

Wie in einem separat veröffentlichten Pixel-Update-Bulletin zu lesen ist, hat Google zwei moderate Sicherheitslücken im Kernel gefixt. Außerdem verbessert das Update die Audioqualität bei der Video-Aufnahme für das Pixel 3 und das Pixel 3 XL.

Consumer Electronic Show: Lasst die Show beginnen!

CES heißt das Wort, das jährlich tausende Technik-Fans nach Las Vegas zieht. Die Consumer Electronic Show ist eine kleine Zeitreise in die Zukunft und lässt mit den neusten, intelligenten Technologien viele Besucherherzen höher schlagen.

Während es auf der CES allerlei zu bestaunen gibt, interessiert uns das Angebot für Mobile besonders. Zwei interessante Highlights sind daher faltbare Displays, die natürlich auch im Bereich von Smartphones zum Einsatz kommen werden, ein aufrollbarer Fernseher etwa wurde ebenfalls vorgestellt. Aber auch der Mobilfunkstandard 5G ist auf der CES Thema und wird bei den Ausstellern der Messe vor allem in den Bereichen IoT, Smart Home, Smart Cities, autonome Fahrzeuge, digitales Gesundheitswesen eingesetzt.

Aufrollbares TV und faltbare Displays

Ein Hingucker war in diesem Jahr das aufrollbare OLED-Display von LG Electronics. Versteckt in einem Kasten, lässt sich per Knopfdruck ein Bildschirm nach oben ausrollen. Wie durch Zauberei kommt ein kompletter OLED-Fernseher, 65 Zoll groß, mit einer Bildschirmdiagonale von 165 Zentimetern zum Vorschein. Durch einen weiteren Knopfdruck verschwindet der Fernseher auch wider im schicken Aluminiumgehäuse. Angeblich will LG Electronics das TV-Display schon 2019 in den Handel bringen.

Auch Faltbare Displays sind keine Zukunftsmusik mehr und dennoch ist Royole’s Tablet „FlexPai“ eine weitere Attraktion. Durch das Knicken kommt das Tablet auf Smartphone-Größe, wodurch Nutzer zukünftig nur noch ein Gerät kaufen müssen, so Royole-Chef Bill Liu.

Quelle: Royole

Auch Samsung hat im November den Prototypen eines Gerätes vorgestellt und laut Medienberichten arbeiten auch weitere Hersteller an einem faltbaren Smartphone.

Wer gerne selbst einen Blick in die Zukunft werfen möchte, findet alle Produkte und Informationen zur CES  auf der offiziellen Homepage.

Der Planet Android ist bunt, dreht sich schnell, entwickelt sich ständig weiter. Wir bleiben neugierig und beobachten ihn weiter – bis bald!

Geschrieben von
Katharina Degenmann
Katharina Degenmann
Katharina Degenmann hat Politikwissenschaft und Philosophie studiert. Seit Februar 2018 arbeitet sie in der Redaktion der Software & Support Media GmbH und ist nebenbei als freie Journalistin tätig.
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