Neues vom Androiden-Planeten

Planet Android: Loapi, 3D wird einfacher und neues Google Assistant SDK

Carina Schipper
Planet Android

Auf dem Androiden-Planeten treibt sich gerade ein fieser Trojaner herum. Wir sind dem digitalen Bösewicht Loapi natürlich auf der Spur. Abgesehen davon werfen wir auch einen Blick auf die 3D-Entwicklung und schauen uns an, was das neue SDK für Google Assistant im Gepäck hat.

Neuer Trojaner ist zu allen Schandtaten bereit

Aktuell treibt ein neuer Android-Schädling sein Unwesen und die User in den Wahnsinn. Loapis Tarnung ist raffiniert. Der Trojaner gibt sich als ungemein nützliche App aus. Manchmal verkleidet er sich sogar als Security-App. Wer ihm auf den Leim geht, der kann mit seinem Smartphone bald alles machen, nur nicht mehr benutzen. Loapi verlangt umfangreiche Berechtigungen und möchte zum Geräteadministrator ernannt werden. Ist der Schädling erst einmal auf dem Smartphone hat er ein ganzes Modulkit im Gepäck, das er fleißig installiert und ausführt. Darunter befindet sich beispielsweise ein Adware-Modul. Es bombardiert den Nutzer aggressiv mit Werbung. Ein SMS-Modul schafft die Basis für SMS-Angriffe und ein Web-Crawler-Modul registriert den Nutzer heimlich bei Bezahldiensten. Das Proxy-Modul verwandelt das Smartphone in einen Bot. Mithilfe des Moduls kann das Gerät HTTP-Zugriffe für DDos-Attacken ausführen. Das Monero-Minig-Modul dient schließlich dem Mining der Kryptowährung Monero.

Loapi tarnt sich als beliebige App | Quelle: GoogleWatchBlog

Totaler Kontrollverlust

Loapi entreißt dem Smartphonebesitzer jegliche Macht, er ist praktisch handlungsunfähig. Allerdings nimmt der Trojaner die Geräte nicht nur softwareseitig total ein. Sicherheitsforscher bei Kaspersky Lab haben eine interessante neue Eigenschaft entdeckt. Loapi trieb eines der Testgeräte derart an seine Leistungsgrenzen, dass sich dessen Akku gefährlich aufheizte. Die Hitze kann ihn schließlich dazu bringen, sich zu verformen. Hinterher ist das Smartphone nicht mehr zu gebrauchen.

GPU, was tust du?

3D zu entwickeln ist immer knifflig. Ob der Entwickler ein natives Grafik-APiI benutzt oder sich Unterstützung von seiner bevorzugten Spiele-Engine holt, macht keinen Unterschied. Damit am Ende ein 3D-Bild steht, müssen tausende von Grafikbefehlen perfekt aufeinander abgestimmt sein. Das neue Werkzeug GAPID (Graphics API Debugger) greift Entwicklern unter die Arme und nimmt ihnen einen Teil der Arbeit ab. Es hilft, Rendering- und Performance-Probleme mit ihren Anwendungen zu diagnostizieren. Mit GAPID lässt sich ein Trace einer Anwendung erfassen und jeder Grafikbefehl einzeln durchlaufen. So lässt sich visualisieren, wie das endgültige Bild aufgebaut ist. Problematische Aufrufe lassen sich isolieren, so dass der Entwickler weniger Zeit mit dem Debuggen durch Trial-and-Error verbringen muss.

Debugging in Aktion, ein Draw Call nach dem anderen | Quelle: Android Developers Blog

Mit einem Grafik-API zu arbeiten kann Nerven kosten. Wie überall sonst auch löst ein unerwartetes und unerwünschtes Ergebnis keine Begeisterungsstürme aus, ein leerer Bildschirm, ein umgedrehtes Dreieck oder ein fehlendes Mesh beispielsweise. Als Offline-Debugger können Entwickler mit GAPID diese Anwendungen nachvollziehen und anschließend die Aufrufe überprüfen. Sie können genau nachvollziehen, welcher Befehl das falsche Ergebnis geliefert hat, indem sie sich den Framebuffer anschauen und den Zustand an diesem Punkt überprüfen. Wer mehr Info zu GAPID möchte, wird auf dem Android Developers Blog fündig.

LoWPAN auf Android Things

Manchmal ist eine robuste Verbindung zwischen IoT Devices gar nicht so einfach. Funktioniert beispielsweise die Stromversorgung nur eingeschränkt oder hängen viele Geräte in einem einzigen Netz, leiden oder versagen WiFi und Bluetooth. Das Problem liegt auf der Hand: das IoT braucht neue Technologien. Eine Lösung heißt Low-power Wireless Personal Area Network (LoWPAN). Die Technologie ist speziell für die Peer-to-Peer-Nutzung auf eingeschränkten, batteriebetriebenen Geräten konzipiert. Geräte auf demselben LoWPAN können über bekannte IP-Netzwerke miteinander kommunizieren, so dass Entwickler Standard-Anwendungsprotokolle wie HTTP und CoAP verwenden können. Ein Beispiel für LoWPAN-Technologie ist Thread: eine sichere, fehlertolerante und stromsparende Mesh-Netzwerktechnologie.

Das Android-Things-Team kündigt jetzt API-Unterstützung für die Konfiguration und Verwaltung von LoWPAN als Teil von Android Things Developer Preview 6.1 an, einschließlich der Netzwerkunterstützung für Thread. Durch Hinzufügen eines 802.15.4 Funkmoduls zu einem der Developer-Kits können Android Things-Geräte direkt mit anderen Peer-Geräten in einem Thread-Netzwerk kommunizieren. Diese Arten von Low-Power-Konnektivitätslösungen ermöglichen es Android Things-Geräten, Edge-Computing-Aufgaben auszuführen, indem sie Daten von nahegelegenen Geräten lokal aggregieren. Sie können kritische Entscheidungen treffen, ohne eine ständige Verbindung zu Cloud-Diensten herzustellen. Weitere Auskünfte finden Sie im LoWPAN-API-Guide.

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Doppelt hält besser: Sicherheit in Android Oreo

Auch auf dem Androiden-Planeten geht es nicht immer ganz friedlich zu. Gerade haben wir von Loapi gehört. Um sich gegen die zahlreichen Bedrohungen in den unendlichen Weiten des Internets zu wappnen, hat sich das Android Security Team das ganze Jahr ins Zeug gelegt: von der Erhöhung der Sicherheit beim Abruf von Anwendungen, über das Entfernen von unsicheren Netzwerkprotokollen, die Bereitstellung von mehr Benutzerkontrolle über Identifikatoren, die Härtung des Kernels, die Vereinfachung der Aktualisierung von Android bis hin zur Verdoppelung der Auszahlungen für Android Security Rewards. Beispielsweise haben die Security-Experten Android Verfied Boot erweitert. AVB  2.0 verfügt über einige Funktionen, um Updates einfacher und sicherer zu machen, wie z.B. ein einheitliches Fußzeilenformat und Rollback-Schutz. Der Rollback-Schutz wurde entwickelt, um zu verhindern, dass ein Gerät booten kann, wenn es auf eine ältere Betriebssystemversion heruntergestuft wird, die für einen Exploit anfällig sein könnte. Welche neuen Sicherheitsvorkehrungen noch in Android Oreo 8.1 stecken und welchem Zweck sie jeweils dienen, können Sie auf dem Android Developers Blog nachlesen.

Das Google Assistant SDK – neue Sprachen, API-Updates und Geräteaktionen

Entwicklern, die sich mit Google Assistant beschäftigen, bekommen ab sofort ein neues SDK an die Hand. Die globale Unterstützung von Nutzern ist für den Google Assistant wichtig. Ab der neuesten Version können Developer die API programmgesteuert konfigurieren oder ihr Gerät in der Assistant-Applikation so konfigurieren, dass Sie eine der folgenden Sprachen/Orte verwenden können: Englisch (Australien, Kanada, Großbritannien, USA), Französisch (Kanada, Frankreich), Deutsch und Japanisch.

Geräte bekommen ab sofort eine Postadresse | Quelle: Google Developers Blog

Viele Aspekte des Google Assistant können von den Endbenutzern in den Einstellungen auf ihrem Smartphone angepasst werden. SDK-basierte Geräte unterstützen den gleichen Grad der Anpassung, einschließlich der Änderung der Sprache, des Standortes, des Nicknamens und der Ermöglichung personalisierter Ergebnisse – zum Beispiel „Ok Google, was steht auf meinem Kalender? SDK-basierte Geräte können ab sofort als Straßenadresse im Google Assistant auf einem Smartphone oder als Längen- und Breitengrad über die API konfiguriert werden. Mit dieser Fähigkeit können SDK-basierte Geräte standortspezifischere Antworten auf Anfragen wie „Ok Google, wo ist der nächste Coffee Shop? oder „Ok Google, wie ist das Wetter heute?“ erwidern.

Der Planet Android ist bunt, dreht sich schnell, entwickelt sich ständig weiter. Wir bleiben neugierig und beobachten ihn weiter – bis bald!

 

Geschrieben von
Carina Schipper
Carina Schipper
Carina Schipper ist seit 2017 Redakteurin beim Java Magazin, Business Technology und JAXenter. Sie hat Germanistik und Europäische Ethnologie / Volkskunde an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg studiert.
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