Neues vom Androiden-Planeten

Planet Android: Google, Microsoft und die „Rewarded Products“, der WorkManager und Opera 50

Katharina Degenmann

Diese Woche war wieder einiges los auf dem Androiden-Planeten. Google Play führt sogenannte „Rewarded Products“ ein und erhöht damit das Einkommen von App-Entwicklern. Außerdem wurde der Android Jetpack WorkManager vorgestellt – ein androides Heinzelmännchen, das das Erledigen zurückgestellter Aufgaben automatisiert. Obendrauf gibt es eine neue Android-Bibliothek namens Blurry und die 50. Version von Opera.

Google Play belohnt App-Entwickler – aber nur wegen Microsoft

Vielen Spielerfreunden wird dieses Phänomen bekannt sein: Wer in einem Spiel den Zugang zu einem höheren Level erhalten möchte, muss entweder bezahlen oder eine Art In-Game-Währung kaufen. Eventuell war es ab und an auch möglich, eine nervige Anzeige anzusehen, um im Gegenzug kostenfreien Zugang zu erhalten.

Nun hat Google Play sogenannte „Rewarded Products“ auf den Markt gebracht und wird damit vor allem App-Entwicklern eine riesen Freude machen. „Rewarded Products“ bieten Entwicklern die Möglichkeit, Spielern kostenlose Leistungen (höhere Levels oder Spiel-Münzen) im Austausch für „gewinnbringende Aktionen“, also dem Anschauen von Anzeigen, anzubieten. Das erste „Rewarded Product“ wird uns in Form von Videos begegnen. Im Google Developer Blog heißt es dazu:

Users can elect to watch a video advertisement and upon completion be rewarded with virtual goods or in-game currency. In the example, the user selects „watch ad“, views the video, and then is granted 100 coins.

Das neue Feature ist ab sofort in der Beta-Version verfügbar und kann jeder App hinzugefügt werden, die die Google Play Billing Library oder die Android Interface Definitions Library (AIDL) verwendet.

Des einen Freud, des anderen Leid

Für Entwickler ist das eine Methode, dennoch für ihre Produkt monetär belohnt zu werden, selbst wenn Spieler kein reales Geld für das Spiel bezahlen möchten. Für Spieler heißt das im Umkehrschluss, dass sie möglicherweise häufiger aufgefordert werden, „monetarisierbare Aktionen“ durchzuführen – obwohl aktuell die einzige Aktion, die von Rewarded Products unterstützt wird, darin besteht, Werbevideos anzusehen.

Übrigens, Googles Vorhaben, die App-Entwickler zu belohnen, ist wahrscheinlich nicht unbedingt der sozialen Ader des Internetriesen geschuldet. Denn wenige Tage vor dem Google-Play-Team hat Microsoft Store verkündet, seinen App-Entwicklern etwas Gutes zu tun. Microsoft behält künftig für bestimmte Apps lediglich 5 Prozent des Umsatzes ein, anstatt wie bisher 30 Prozent für alle Apps.

Android Jetpack WorkManager: Der androide Helfer im Hintergrund

Es gibt viele Überlegungen und Best Practices dazu, wie man am besten mit zurückgestellter Arbeit umgehen sollte. Das weiß auch Google und hat nun Version 1.0 seines WorkManagers vorgestellt. Der WorkManager ist eine Bibliothek, die das Erledigen zurückgestellter Aufgaben automatisiert. Mit der ersten Hauptversion gilt das API als stabil.

Der WorkManager stellt sich vor

Beim WorkManager handelt es sich um eine Android-Jetpack-Bibliothek, die die Funktionen des JobScheduler Framework APIs erweitert. Dabei zielt Googles Android Manager auf Hintergrund-Tasks ab, die asynchron ablaufen können oder auch bei einem Neustart der Anwendung /des Geräts noch ausgeführt werden sollen. Als Beispiel wird das Synchronisieren von Anwendungsdaten mit dem Backend und das Hochladen von Logs oder Analysedaten genannt.

Die Besonderheit des WorkMangers: Er automatisiert Hintergrund-Tasks unter der Berücksichtigung des Akkustands und des Netzwerkstatus. Durch folgende Zeilen können Anwender beispielsweise festlegen, dass die Aufgaben lediglich dann ausgeführt werden, wenn das Endgerät Netzwerkverbindung hat oder die nötige Akkukraft sichergestellt ist:

class MyWorker(ctx: Context, params: WorkerParameters)
  : Worker(ctx, params) {
  override fun WorkerResult doWork() {
    //do the work you want done in the background here
    return Result.success()
  }
}

// optionally, add constraints like power, network availability
val constraints: Constraints = Constraints.Builder()
     .setRequiresCharging(true)
                .setRequiredNetworkType(NetworkType.CONNECTED)
                .build()

val myWork = OneTimeWorkRequestBuilder()
                .setConstraints(constraints).build()

// Now, enqueue your work
WorkManager.getInstance().enqueue(myWork)

Der WorkManager ist rückwärtskompatibel bis zu API Level 14 und unterstützt Endgeräte ab Android 4.0.

Alle weiteren Informationen gibt es im offiziellen Android Developer Blog von Google.

Ich sehe nur verschwommen! – Das soll so!

Apropos Google und Bibliotheken! Neben dem WorkManager hat Google auch noch Blurry veröffentlicht, eine Blur-Bibliothek für Android. Wie der Name verrät, liegt darin auch die Hauptfunktion der Bibliothek: Sie zeigt Bilder verschwommen an:

Quelle: GitHub

Um das Bild verschwimmen zu lassen, gibt es mehrere Optionen: entweder auf einen bestimmten Radius bezogen, via Down Sampling, mit einem Farbfilter oder durch asynchrone Unterstützung und Animationen (nur Overlay).

Opera 50!

Opera hat seinen proprietären Webbrowser in Version 50 veröffentlicht und nicht eine, nicht zwei, sondern gleich drei Neurungen präsentiert. Der Webbrowser ist für zahlreiche Plattformen verfügbar, unter anderem auch als Browser für Android.

Die meisten Android-Nutzer werden Opera wohl mit dessen nativen Werbeblocker assoziieren und genau daran wurde geschraubt. Neben einer verbesserten Version seiner selbst zählen das Bild-in-Bild-Feature und ein schnellerer Scroll Handler zu den Highlights des aktuellen Releases.

Verbesserter Werbeblocker

„Oh schön, all die viele Werbung.“ – diesen Satz haben Sie bestimmt noch nicht gehört. Um dieses Desinteresse weiß auch Opera und hat wohlweislich den integrierten Adblocker optimiert. Der lässt sich ab sofort nicht mehr nur allgemein aktivieren, sondern ganz bequem für jede gewünschte Webseite ein- oder ausschalten. Mit dem neuen Feature kann man sich also beispielsweise die Werbung seiner Lieblingsseite anzeigen lassen, jedoch bleibt man bei allen anderen Webseiten von Werbung befreit, sollte man den Adblocker aktiviert haben.

Bild-in-Bild und ein Scroller

Neu dabei in Version 50 ist die Unterstützung für Bild-in-Bild bei Videos (siehe Grafik). Dabei handelt es sich um ein kleines Pop-out-Fenster, mit dem das Videofenster an den Bildschirmrand verschoben werden kann. Durch diese Funktion können mehrere Dinge gleichzeitig ausgeführt werden, wie z.B. einen weiteren Tab öffnen, ohne etwas vom Video zu verpassen. Allerdings wird für dieses Feature mindestens Android 8 benötigt.

Quelle: Opera 50

Auch der Scroll Handler ist neu mit an Bord. Scrollt man durch eine Webseite, wird rechts der neue Scroll-Button eingeblendet. Durch einfacheres Scrollen lässt sich eine Webseite leichter überfliegen und ermöglicht damit eine schnellere Navigation auf einer Seite.

Baltische Opera-Nutzer haben besonderen Grund zur Freude, denn ab der neuen Version steht der Browser auch in den Sprachen estnisch, lettisch und litauisch zur Verfügung! Alle weiteren Informationen zu Opera 50 finden sich in den Release Notes.

Der Planet Android ist bunt, dreht sich schnell, entwickelt sich ständig weiter. Wir bleiben neugierig und beobachten ihn weiter – bis nächste Woche!

Geschrieben von
Katharina Degenmann
Katharina Degenmann
Katharina Degenmann hat Politikwissenschaft und Philosophie studiert. Seit Februar 2018 arbeitet sie als Redakteurin bei der Software & Support Media GmbH und ist nebenbei als freie Journalistin tätig.
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