Neues vom Androiden-Planeten

Planet Android: Google fürchtet sich vor Huaweis OS, die Browserwahl ist da und Neues von Android Studio

Katharina Degenmann

Auch diese Woche überschlagen sich die Ereignisse um das neue Huawei OS förmlich. Gab es vergangene Woche erste Informationen zu Patentrechten, ist in dieser Woche bereits von tausendfachen OS-Tests die Rede. Jetzt versucht Google eine Sondergenehmigung von der US-Regierung für eine weitere Zusammenarbeit mit Huawei zu bekommen. Fürchtet Google etwa eine Android-Alternative? Zudem führt Google die Browser- und Suchmaschinenwahl ein, und es gibt Neues von Android Studio & Emulator.

Es geht doch um die Sicherheit

Auf den Handelsstreit mit den USA und dem daraus resultierenden Android-Verbot reagierte Huawei mit der Ankündigung eines eigenen Betriebssystems. Mit Siebenmeilenstiefeln kommt der chinesische Smartphone-Hersteller seinem neuen OS von Woche zu Woche näher. In der vergangenen Woche sicherte sich Huawei bereits erste Namensrechte beim Marken- und Patentamt. In dieser Woche wurden angeblich bereits eine Million Smartphones verschickt, die das neue OS zum Testen an Bord haben.

Dass das neue Betriebssystem für Huawei überlebenswichtig ist, weiß natürlich auch Google und fährt jetzt – zugegeben – eine etwas fragwürdige Strategie. Laut der Financial Times versucht Google die US-Regierung davon zu überzeugen, nun doch die Zusammenarbeit mit Huawei wieder aufzunehmen. Wer jetzt glaubt, das läge an der Angst vor einem möglichen Android-Konkurrenten auf Augenhöhe, der liegt falsch. Googles Argumentation: Die Sicherheit – natürlich!

Huawei vs. Android

Google argumentiert tatsächlich, dass ein unabhängiges Betriebssystem der Chinesen ein Sicherheitsrisiko für die USA darstelle. Solch ein neues OS leide an ein paar Schwachstellen und sei somit viel einfacher zu hacken – davor müsse man die Millionen amerikanischen Huawei-Nutzer schützen! Mal abgesehen davon, dass Huawei seit insgesamt sieben Jahren an diesem OS entwickelt – und selbst Android bis heute nicht Hacking-frei funktioniert – geht es Google womöglich mehr um die eigene Zukunft als um die potenziellen Huawei-Nutzer.

Trotz aller Herausforderungen birgt das neue Huawei OS großes Potenzial. Zwar werden mit hoher Wahrscheinlichkeit die USA und Europa dem chinesischen Betriebssystem anfangs kritisch gegenüberstehen, doch der asiatische Markt und andere Länder sind da eventuell weniger skeptisch. Und das beweist zum einen, dass es auch ohne amerikanische Technologien funktioniert, und zum anderen, dass die USA schon bald mehr als ein Sicherheitsproblem haben könnten.

Google und die Browserwahl

Es ist beinahe Googles unendliche Geschichte: Die EU verdonnerte Google zu einer Rekordstrafe wegen Wettbewerbsverstoßen und nun zeigt Google erste Anzeichen von Einsicht. Bereits im März musste Google wegen Wettbewerbsverstößen umgerechnet 1,49 Milliarden Euro zahlen. Und die Strafe der EU-Kommission zeigte prompt ihre Wirkung, denn umgehend machte Google die Ankündigung für mehr Mitbestimmungsrecht für Android-Nutzer in Europa. Wie Google damals verkündete, sollten europäische Android-Nutzer nun gefragt werden, welche Webbrowser und welche Suchmaschine sie auf ihrem Smartphone nutzen möchten.

Wer die Wahl hat, hat die Qual

Nun lässt Google auf Worte Taten folgen. Angeblich bekommen die ersten Android-Nutzer beim Öffnen des Play Stores einen Hinweis angezeigt, mit der Möglichkeit, einen anderen Browser als Alternative auszuwählen.

Quelle: Winfuture

Dabei wird einem offenbar nicht nur eine mögliche Browseralternative, sondern auch die Wahl einer anderen Suchmaschine zur Verfügung gestellt. Wir sind gespannt, wann Google die Auswahl-Optionen global ausrollt und natürlich, ob das die Wettbewerbshüter zufriedenstellen wird.

Android Studio und Android Emulator in 64-Bit-Version

Neuerungen zu Android Studio oder zum Android Emulator sind schon etwas länger her. Nun verkündet Google entsprechende Upgrades. Wie zu lesen ist, werden die zukünftigen Versionen von Android Studio und seinem Android-Emulator nur noch Betriebssysteme mit 64-Bit unterstützen. Natürlich geschieht das alles zum Wohle der Verbesserung, genauer gesagt, um den Produktfokus zu schärfen.

Android Studio ist mit dem 64-Bit-Betriebssystem für den Android Emulator und die IDE (integrierte Entwicklungsumgebung) effizienter. Das Ergebnis ist eine bessere und komfortablere Entwicklungserfahrung für die Entwickler und Publisher.

Änderungen betreffen vor allem Windows

Wie Google betont, betreffen die Änderungen hauptsächlich Microsoft Windows 32-Bit-Versionen. Diese werden nämlich zuerst verworfen. Während der Abschreibungsphase werden sowohl Android Studio als auch der Android Emulator weiterhin funktionieren und lediglich die Produkte keine neuen Feature-Updates erhalten.

Quelle: Android Developer Blog

Wie man der Grafik entnehmen kann, endet die Unterstützung für Android Studio 3.6 und den Android Emulator 28.0.25 am 31. Dezember 2020.

Der Planet Android ist bunt, dreht sich schnell, entwickelt sich ständig weiter. Wir bleiben neugierig und beobachten ihn weiter – bis nächste Woche!

Geschrieben von
Katharina Degenmann
Katharina Degenmann
Katharina Degenmann hat Politikwissenschaft und Philosophie studiert. Seit Februar 2018 arbeitet sie in der Redaktion der Software & Support Media GmbH und ist nebenbei als freie Journalistin tätig.
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