Neues vom Androiden-Planeten

Planet Android: Android 7.1, Werbeblocker für Apps und Gamification in Android Pay

Kypriani Sinaris
Planet Android

© Software & Support Media

Kaffee, Kopfhörer, Knödel: Alles kostet Geld. Und wenn man sowieso bezahlen muss, warum nicht gleich ein Spiel daraus machen? So oder so ähnlich könnte die Diskussion in den Android-Pay-Headquartern abgelaufen sein. Was dahinter steckt und außerdem, welcher neue Adblocker Sie innerhalb von Apps von Werbung befreit – in diesem Planet Android.

The Winner takes it all

Wir reden schon so lange darüber, aber ausprobieren durften wir es in Deutschland noch nicht: Android Pay. Googles Lösung für kontaktloses Bezahlen wurde 2015 gelauncht, bisher ist sie in den USA, China, Polen, dem Vereinigten Königreich und Hongkong verfügbar. Deutschland muss sich gedulden. Worauf wir uns womöglich freuen dürfen: Spiel, Spaß und Spannung! Denn Android Pay will durch Gamification Kunden anlocken.

So soll Android Pay 1.10 laut Android Police ein Spiel enthalten, das dem User echte Preise verspricht. Hinweise darauf geben ein paar Zeilen Code, in denen das Präfix tap_game genutzt wird. Wie das Spiel aussehen soll, ist nicht bekannt. So viel: Es soll mit virtuellen Coins gespielt werden, die man mit Aktionen innerhalb von Android Pay verdienen kann. Das klingt erst mal, nun ja, langweilig. Falls Sie Payback-Kunde sind, Meilen sammeln oder Inhaber einer Treuekarte für Laden XY sind, dann werden Sie schon lange mit sowas geködert. Und dann wissen Sie auch: Die Abgabe Ihrer Daten für so eine Kundenkarte ist so viel mehr wert, als die zwei, drei Euro, die Sie durch die Karte bei Ihrem letzten Einkauf gespart haben. Von den nervigen Newslettern ganz zu schweigen. Aber, man soll ja nicht schimpfen, wenn man noch gar nicht wirklich weiß, wie das Spiel aussehen wird. Vielleicht hat die Android Pay Marketing-Abteilungen ja ein paar innovative Ideen für sein Reward-Programm.

Zack, bumm, fertig: Android 7.1 Developer Preview

Wie auf dem Android Developer Blog bekannt gegeben wurde, hat Google die finale Android 7.1 Developer Preview veröffentlicht. Dabei handelt es sich um das letzte Update vor Android 7.1.1, was jene Features enthält, die schon auf den Pixel-Geräten zu finden sind. Entwickler können mit dieser Version die Entwicklung und das Testing ihrer Apps für Android 7.1.1 abschließen, das für Dezember angekündigt ist. Natürlich sind die Features und APIs all inclusive, die mit Preview 1 vorgeschlagen wurden. Dazu zählt neben App Shortcuts und Image Keyboard Support auch eine bessere Unterstützung von VR. Außerdem haben die Entwickler die SDK Build- und Plattform-Tools in Android Studio geupdatet. Mehr Details zum API Level 25 finden Sie im API Differences Report.

Wie gewohnt erhalten Entwickler das Update über das Android Beta Programm. Mehr Details zu der zweiten Developer Preview von Android 7.1, unter anderem eine Anleitung, wie Sie Ihre Apps für die Version 7.1.1 fit machen, finden Sie im Blogpost.

One Kernel to rule them all

Google Brillo ist ein Android-basiertes OS für Embedded-Geräte, das die Kommunikation zwischen IoT-Devices ermöglichen soll. Es soll Bluetooth Low Energy und WiFi unterstützen. Google hat das Projekt bei der Google I/O 2015 als Lösung für ein akutes Problem vorgestellt: Bekanntlich gibt es viele Hersteller für Embedded-Systeme, die alle ihre eigenen Systeme nutzen und damit sehr heterogen sind. Doch wie genau will Brillo dieses Problem in den Griff bekommen? Kees Cook, Entwickler bei Google, hat nun bei einer Präsentation während der Linux Plumbers Conference mehr Details zum Projekt verraten.

So soll es nur einen Linux-Kernel geben, der mit Updates versorgt werden wird, und das um einiges länger als bei Android – nämlich mindestens fünf Jahre. Da hat Google wohl dazugelernt, denn die wenig kundenfreundliche Update-Politik bei Android ist nicht nur ärgerlich, sondern auch ein großes Sicherheitsrisiko. Außerdem werden Geräte, die keine Updates mehr erhalten, irgendwann Schrott, obwohl sie eigentlich Hardware-seitig noch intakt sind – auch nicht grade umweltfreundlich und ressourcenschonend.

Einige Hersteller für Embedded-Systeme haben der Idee schon zugestimmt. Cooks Kommentar:

Will this work? I really hope so! We have to try something to get out of the ancient kernel quagmire and off the backport treadmill.

Die Slides zur Präsentation von Kees Cook finden Sie hier.

Time to say Goodbye

Gingerbread, wir werden dich nicht vergessen. Du hast uns einen integrierten Downloadmanager gebracht und mithilfe des Sensor APIs und Gyroskop dafür gesorgt, dass wir immer wissen, wie wir stehen. Aber der Tod gehört zum Leben dazu.

Und so beendet Google mit dem Release der Version 10.2 der Google-Play-Dienste die offizielle Unterstützung für Android Gingerbread. Gingerbread ist Gingerdead.

Schwelgen wir hier noch einmal in Erinnerungen mit dem offiziellen Video zum Gingerbread-Release. Es ist übrigens nicht nur aus diesem Grund sehenswert. Denn damals – Ende 2010 – hat man auf nervig gut gelaunte Hipster in Marketing-relevanten Situationen verzichtet und einfach mal erzählt, was es so Neues gibt. Was ansprechender ist? Entscheiden Sie selbst:

Werbung nervt

„Oh toll, guck mal, da ist schön viel Werbung in der App“ – diesen Satz haben Sie bestimmt noch nie gehört. Niemand mag Werbung. Zumindest nicht, wenn Sie penetrant blinkt und nicht gerade ein Meisterwerk der Webekunst ist. Werbeblocker holen Nutzer genau bei diesem Desinteresse ab und befreien Webseiten von störendem Advertisement. Schwieriger wird es bei –meist kostenlosen – Apps.

Informatiker der Universität Saarbrücken haben einen Werbeblocker für Android-Apps entwickelt, den Sie zum gratis Download hier finden. Die App funktioniert so, dass sie das Herunterladen von Werbung vom Netz blockiert. Damit geht einher, dass auch das Tracking Ihres Nutzerverhaltens und Ihrer Daten durch die Werbung verhindert wird. Dazu Michael Backes, Professor für IT-Sicherheit der Universität des Saarlandes:

Mit unserer Technologie können wir jede einzelne App auf dem Smartphone ummanteln und quasi in einen eigenen Container stecken. Wir fassen das Mini-Programm dafür selbst nicht an und lassen es auch weiterhin seine Funktionen ausführen und Updates herunterladen.

Der Planet Android ist bunt, dreht sich schnell, entwickelt sich ständig weiter. Wir bleiben neugierig und beobachten ihn weiter – bis nächste Woche!

Geschrieben von
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris studierte Kognitive Linguistik an der Goethe Universität Frankfurt am Main. Seit 2015 ist sie Redakteurin bei JAXenter und dem Java Magazin.
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