Partnership on AI

Aus Rivalen werden Partner: Amazon, Google, Facebook, IBM und Microsoft gründen Organisation für Künstliche Intelligenz

Melanie Feldmann

© Shutterstock.com / Pierre Jean Durieu

Amazon, Google, Facebook, IBM und Microsoft haben eine Non-Profit-Organisation gegründet, um das Verständnis für Künstliche Intelligenz zu fördern und Best Practices zu entwickeln. Der etwas umfangreiche Name „Partnership on Artificial Intelligence to Benefit People and Society“ – kurz: Partnership on AI. Ein überraschender Schritt für die in diesem Feld konkurrierenden Unternehmen, der aber Früchte tragen könnte.

Die Aufgabe der Organisation Partnership on AI sei es, die Probleme und Herausforderungen der Künstlichen Intelligenz (KI) zu adressieren „to benefit people and society“. Die Gründungsmitglieder sehen großes Potenzial im Feld der Künstlichen Intelligenz, das es durch Forschung und einen transparenten Dialog zu heben gilt. Zusammen werden die Mitglieder forschen, Best Practices erarbeiten und die Ergebnis unter einer freien Lizenz veröffentlichen. Die abgedeckten Gebiete sollen Ethik, Transparenz, Datenschutz und die Zusammenarbeit zwischen KI und Menschen umspannen. Auch mit den Themen Vertrauenswürdigkeit, Zuverlässigkeit und der Robustheit der Technologien will sich die Organisation auseinandersetzen.

Die fünf Gründungsmitglieder bringen sowohl finanzielle Mittel in die Organisation ein als  auch andere Ressourcen, wahrscheinlich sowohl Technologien als auch Experten. Wissenschaftliche Einrichtungen, andere Non-Profit-Organisationen sowie Experten aus Politik und Ethik sind dazu eingeladen sich der Organisation anzuschließen. Zurzeit laufen Gespräche mit  mit den amerikanischen Organisationen Association for the Advancement of Artificial Intelligence (AAAI) und dem Allen Institute for Artificial Intelligence (AI2).

Es fehlen Apple und OpenAI

Zwei große Namen fehlen bei den Mitgliedern der Partnerhsip on AI: Apple und OpenAI. Apple stellt die eigenen Machine-Learning-Aktivitäten gerne in den Vordergrund. Aber das Unternehmen ist dafür bekannt, dass das es lieber seine eigenen Weg geht. Der Fokus des Unternehmens ist auch ein anderer. Machine Learning kommt für die eigene Software und Kunden zum Einsatz. Die fünf Partnership-Gründer vertreten einen Plattform-Ansatz, den Entwickler oder Unternehmen nutzen können.

OpenAI ist mit 1 Milliarde US-Dollar die am besten finanziell ausgestattete Forschungsinitiative zur Künstlichen Intelligenz. Ein populärer Unterstützter ist Elon Musk. Das Ziel dieser Non-Profi-Organisation ist es, sichere KI zu entwickeln und ihre Vorteile für die Gemeinschaft fair zu nutzen. Das klingt nach vielen Überschneidungen mit der Partnership.

Was bringt die Partnership on AI?

Auf den ersten Blick ist es ein großer Schritt für die fünf großen Namen Amazon, Google, Facebook, IBM und Microsoft beim Thema Künstliche Intelligenz, in der Techniksphäre momentan eher als Maschinelles Lernen gelabelt, zusammen voranzuschreiten. Denn bisher waren sie eher dafür bekannt sich gegenseitig die Experten abzuwerben und kleinere Unternehmen aufzukaufen. Auch ihre Tools, die oft Open Source zur Verfügung stehen, konkurrieren mehr als das sie sich ergänzen. Geld und Expertenwissen zu bündeln, kann das ganze Feld enorm voranbringen. Und auch für die Diskussionen rund um die Probleme von Künstlicher Intelligenz ist es wichtig, dass sich Techunternehmen aktiv einbringen. Natürlich muss dafür der Ankündigung auch echte Arbeit folgen, damit die Organisation nicht zu einem unnützen Arbeitskreis wird.

Geschrieben von
Melanie Feldmann
Melanie Feldmann
Melanie Feldmann ist seit 2015 Redakteurin beim Java Magazin und JAXenter. Sie hat Technikjournalismus an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg studiert. Ihre Themenschwerpunkte sind IoT und Industrie 4.0.
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