Oracle: Personalien und Strategiewirrungen

Claudia Fröhling

Seit der Sun-Übernahme hat Oracle einige wichtige Köpfe verloren, heute kommt ein weiterer dazu: Bryan Cantrill war Mitbegründer des DTrace-Projekts, ein dynamisches Tracing-Framework für das Nachverfolgen von Anwendungsproblemen in Echtzeit. Seinem Blogeintrag kann man entnehmen, dass Cantrill mit der neuen Unternehmensführung nicht mehr zufrieden war und deswegen geht:

One of Sun’s greatest strengths was that we technologists were never discouraged from interacting directly and candidly with our customers and users, and many of our most important innovations came from these relationships.

Während also ein Entwickler nach dem anderen Oracle den Rücken kehrt, scheint man sich an der Spitze des Software-Riesen nicht ganz über die Strategie der nächsten fünf Jahre einig zu sein. Co-Präsident Charles Phillips hatte auf der Fortune Brainstorm Tech Conference in Colorado erklärt, Oracle werde in den nächsten fünf Jahren das doppelte für Akquisitionen wie im letzten Jahr ausgeben – also immerhin 70 Milliarden US-Dollar. Diese Aussage wurde auf Video festgehalten:

Wie The Var Guy jetzt berichtet, stimmen Phillips‘ Pläne nicht unbedingt mit denen seines Arbeitgebers überein. So heisst es in einer Oracle-Stellungnahme:

Oracle does not have a five year acquisition budget. We don’t even have a one year acquisition budget. While it is highly unlikely that we will spend anything approaching

billion in five years, we will be opportunistic and, if market conditions warrant, we will buy additional companies that further our strategic goals and address our customers’ needs.

Die Organisation der Projekte, die Oracle von Sun übernommen hat, sollte wohl tatsächlich erstmal im Vordergrund stehen, bevor Oracle das Budget für die nächsten fünf Jahre zusammenstellt.

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Claudia Fröhling
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