Zurück im Fokus

Oracle meldet sich zu Wort: Neue Pläne für Java EE 8 angekündigt

Hartmut Schlosser

© Shutterstock / Jeffrey B. Banke

Nun scheint sie da zu sein: Die lang ersehnte Reaktion von Oracle auf die Frage, wie es denn nun mit Java EE weiter gehen soll. Wie „The Register“ berichtet, hat Oracle-Sprecher Mike Moeller die Parole ausgegeben, Oracle stehe auch weiterhin hinter Java und insbesondere hinter Java EE.

Ganz konkret wurde es dann zwar nicht, aber immerhin hat Moeller angekündigt, Oracle wolle auf der kommenden JavaOne-Konferenz (18. bis 22. September) neue Pläne zur Zukunft von Java EE 8 vorlegen. Man arbeite derzeit eng mit Partnern aus der Java-Community zusammen, um dieses neue Proposal fertig zu stellen.

Inhaltlich soll es darum gehen, dem Trend zu Microservice-Architekturen besser gerecht zu werden. Das Proposal soll „Entwickler dabei unterstützen, neue Anwendungen zu bauen, die von Microservices auf hochskalierbaren, verteilten und Container-basierten Cloud-Umgebungen Gebrauch machen“, so die Aussage Moellers im Wortlaut.

Buzzword Bingo?

Viele Buzzwörter in einem Satz. Doch immerhin: Wenn man dieser Aussage Vertrauen schenken kann, dann soll mit Java EE 8 eine Marschrichtung eingeschlagen werden, die ganz der jüngst gestarteten MicroProfile-Initiative gleicht. Fragen könnte man auch, wer diese „Partner aus der Java-Community“ denn ernsthaft andere sein könnten, als eben die MicroProfile-Leute bei Red Hat, IBM, Payara, Tomitribe & Co.

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Auf The Register klingt noch so etwas wie eine Begründung für das anhaltende Schweigen Oracles an. Das Portal versteht das Gespräch mit Moeller so, dass Oracle vor etwa einem Jahr eine Initiative startete, um ein neues, weitgehend proprietäres Java-Enterprise-API zu entwickeln. Dieses Projekt hätte zwar Java-EE-Komponenten genutzt, hätte aber zu 80 bis 90 Prozent aus proprietären Teilen bestanden, die man nicht mit Konkurrenten wie IBM und Red Hat zu teilen gehabt hätte.

Im Zuge dieser Arbeiten an einem proprietären Java EE seien die Ressourcen vom Java-EE-Standard abgezogen worden. Der Druck der Community hätte nun aber zu einem Sinneswandel geführt: Oracle-Manager seien zu der Ansicht gelangt, dass ein solches proprietäres Projekt zu großen Schäden im Ökosystem führen würde und es keine Garantie gäbe, dass das neue, Closed-Source Oracle API von den Kunden überhaupt angenommen würde.

Zurück im Fokus: Java EE

Jetzt liegen also anscheinend wieder die alten Java-EE-Pläne auf dem Tisch, und The Register hält es sogar für wahrscheinlich, dass man mit einer abgespeckten Feature-Liste am ursprünglichen Release-Termin 2017 für Java EE 8 festhalten will.

Dieser Roadmap darf man zwar ein gerüttelt Maß an Skepsis entgegenbringen – doch scheint die Grundaussage, Oracle wolle sich wieder auf Java EE 8 konzentrieren, einigermaßen belastbar zu sein.

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Reza Rahmann von der Java-EE-Guardians-Gruppe kommentiert jedenfalls schon positiv: Diese Meldung sei eine freudige Überraschung. Man sei glücklich, dass Oracle jetzt auf die Community hören wolle und hoffe, Oracle betrachte Java EE in Zukunft als Standard und nicht als reines Produkt.

Aufmacherbild: Coffee beans in a form to spell the letter „EE“ via Shutterstock / Urheberrecht: Jeffrey B. Banke

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Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Content-Stratege, IT-Redakteur, Storyteller – als Online-Teamlead bei S&S Media ist Hartmut Schlosser immer auf der Suche nach der Geschichte hinter der News. SEO und KPIs isst er zum Frühstück. Satt machen ihn kreative Aktionen, die den Leser bewegen. @hschlosser
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