Oracle erhält Feedback zur GlassFish-Strategie

Wolfgang Weigend
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Nach der Ankündigung vom 4. November 2013, keinen kommerziellen Oracle Support für GlassFish 4 mit Java EE 7 anzubieten, wurden die Fakten von der Java Community intensiv diskutiert. Oracle wird weiterhin die Entwicklung des GlassFish Servers, als strategische Open-Source Plattform im Java EE Bereich und das GlassFish Projekt, mit einem fest zugeordneten Entwickler-Team unterstützen. Dies umfaßt die Bereitstellung der zukünftigen Java EE Referenzimplementierung (RI). Im Java Community Process ist verankert, dass der Specification Lead eine Implementierung zum Nachweis der Umsetzung der verschiedenen Spezifikationen erbringen muß.

GlassFish ist die RI für Java EE und nach Planung wird GlassFish 5.0 die Java EE 8 Spezifikation implementieren. Dies beinhaltet die Erstellung vom Java EE SDK mit Tutorien, Beispielen und der Dokumentation für Java-Entwickler. Die GlassFish Open Source Edition (OSE) ist fester Bestandteil von Oracle und wird als kostenloser, Open-Source-basierter Server zum Deployment von Java EE Anwendungen angeboten. Die Planung beinhaltet ein jährliches Release mit Bug-Fixes und Updates für GlassFish.

Feedback erwünscht

Um den aktuellen Stand der Diskussion mit dem Feedback der Java Community aufzunehmen, wurde Anfang Dezember die GlassFish-Strategie bei der Java User Group Berlin-Brandenburg, der JUG Erlangen-Nürnberg und in einem Webcast am 9. Dezember in Deutschland vorgestellt. Dabei wurde deutlich, dass nur eine extrem geringe Anzahl vom GlassFish Server mit kommerziellem Oracle-Support bei Kunden ausgestattet wurde.

Vielmehr ergab das Feedback, dass sich einige GlassFish Server OSE, ohne Support, im Kundeneinsatz befinden. Es kam die Frage nach gleichbleibender Qualität von künftigen GlassFish Open Source Versionen auf. In der Antwort liegt in erster Linie die Weiterentwicklung von GlassFish als RI für Java EE, mit einem fehlerlosen TCK-Durchlauf. Dazu kommt der Aufruf nach einer stärkeren Beteiligung der Java Entwicklergemeinschaft am GlassFish, um eine gleichbleibende Qualität und Stabilität anzustreben. Die dafür notwendige Arbeitsplattform zur Fehlerbereinigung und Projektverwaltung befindet sich unter  https://java.net/jira/browse/GLASSFISH. Zusätzlich steht das Java.net-Programm „Adopt-a-JSR“ zum Mitmachen bereit. Mit den bestehenden Entwicklungsressourcen für GlassFish und einer aktiven Unterstützung aus der Java Community bleibt die Chance eines adäquaten Einsatzes erhalten.

Nun stellt sich die Frage nach der Tauglichkeit der Clustering-Fähigkeit im Bereich der nicht-funktionalen Anforderungen im GlassFish. Zwar zeigt nach heutigem Stand die Roadmap dieses Merkmal auf, jedoch ist die Clustering-Fähigkeit im strategischen Applikationsserver WebLogic seit mehr als zehn Jahren enthalten, 1000-fach im Kundeneinsatz und empfiehlt sich damit für diese Projektanforderungen. Gefragt wurde auch nach der Verfügbarkeit vom WebLogic Server mit einer kompatiblen Java EE 7 Implementierung. Gemäß Roadmap soll WebLogic Server 12.1.4 mit Java EE 7 Ende 2014 erhältlich sein, der durch die Bündelung von Entwicklungsressourcen profitiert. Die Frage zur technischen Migrationsunterstützung vom GlassFish zum WebLogic Server wurde mehrfach gestellt und hängt von den verwendeten Spezifikationen und APIs ab. Gemeinsam benutzte Komponenten, wie JPA, JAX-WS, JAXB, WS-AT, CDI, JAX-RS, WebSockets, Bean Validation und kompatible Deployment Deskriptoren ermöglichen erste Migrationsschritte. Jedoch sind ergänzende Massnahmen gefordert, beispielsweise praktische Erfahrungen zur Applikationsservermigration. Nicht unerheblich dafür ist auch ein günstiger Einstieg für Entwickler, mit einer kostenfreien OTN Lizenz vom WebLogic Server.

Es wurde auch deutlich gemacht, dass die offene Diskussion um GlassFish fortgeführt wird, um die Bedürfnisse der Java Community kontinuierlich aufzunehmen, beispielsweise über den Blog von Bruno Borges oder Reza Rahman. Auch die Frage zur Weiterentwicklung von Java EE 8 wurde von einer JUG gestellt und Oracle kümmert sich frühzeitig um die Einbeziehung der Java Community mit dem Feedback zu den neuen Java EE 8 Merkmalen. Dazu wurde die erste Umfrage einer Serie bereits gestartet.

Aufmacherbild: Vector round shapes watercolor seamless ornament. Paints. von Shutterstock / Urheberrecht: Markovka

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Wolfgang Weigend
Wolfgang Weigend
Wolfgang Weigend arbeitet als Sen. Leitender Systemberater bei der Oracle Deutschland B.V. & Co. KG. Er beschäftigt sich mit Java-Technologie und -Architektur für unternehmensweite Anwendungsentwicklung.
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