Im Kampf gegen das Zika-Virus

OpenZika-Projekt: IBM sagt Zika-Virus den Kampf an

Kypriani Sinaris

©Shutterstock/mycteria

IBM will mit dem Projekt OpenZika die Forschung am Zika-Virus vorantreiben. Das Virus hat sich im vergangenen Jahr in Teilen Südamerikas rasant verbreitet und ist wegen der Übertragung durch infizierte Moskitos nur schwer zu kontrollieren. IBM macht sich bei dem Projekt die Prinzipien des Grid-Computings zunutze.

IBM hat dem Zika-Virus den Kampf angesagt: Das OpenZika-Projekt soll Wissenschaftler bei der Erforschung und Bekämpfung des Virus unterstützen. Als Plattform dient das World Community Grid, eine von IBM unterstütze Community-Plattform, die teilweise über die Cloud-Technologie des zu IBM gehörenden Unternehmens SoftLayer gehostet wird. Mitglieder unterstützen dabei Forschungsprojekte, indem sie nicht genutzte Rechenleistung auf ihren Geräten für Berechnungen zur Verfügung stellen – Stichwort Grid-Computing. Das Prinzip des Grid-Computings sieht vor, dass über ein Cluster lose gekoppelter Geräte eine Art virtueller Supercomputer erzeugt wird.

Um das OpenZika-Projekt zu unterstützen, reicht es, sich die entsprechende Anwendung (Varianten existieren für Windows, Mac, Linux und Android-Geräte) zu laden, so IBM.

As a World Community Grid volunteer, your device does research calculations when it’s idle, so just by using it as you do every day, you can help scientists get results in months instead of decades. With your help, they can identify the most important areas to study in the lab, bringing them one step closer to discoveries that save lives and address global problems.

Ziel des Projekts ist es, Medikamente für die Behandlung des Zika-Virus zu finden. Auch wenn der Verlauf der Krankheit nach einer Infektion für gesunde Erwachsene relativ ungefährlich ist, so wurden Föten infizierter Frauen mit schweren Fehlbildungen, der sogenannten Microcephalie, geboren.

Das World Community Grid

Wohltätigkeit mal anders: Bei dem World Community Grid geht es nicht um monetäre Spenden, sondern um Spenden in Form von Rechenleistung. Jeder, der im Besitz eines Smartphones, Tablets oder Computers ist, kann also mitmachen. Bisher zählt die Plattform 650.000 private Unterstützer und 460 Organisationen.

World Community Grid is the biggest volunteer computing initiative devoted to humanitarian science, and is as powerful as some of the world’s fastest supercomputers.

Das World Community Grid basiert auf BOINC, einer Software-Plattform für verteiltes Rechnen, die an der Universität Berkeley entwickelt wurde. Mit der Verteilung der Rechenleistung konnte die Big-Data-Initiative 880.000 Jahre an Rechenzeit gutschreiben, heißt es auf der Projektseite.

Die Performance des eigenen Gerätes soll durch die Unterstützung des World Community Grid nicht beeinflusst werden. Die Rechenleistung des Geräts wird nur genutzt, wenn dieses gerade an ein Stromnetz angeschlossen und mit einem Netzwerk verbunden ist.

Aufmacherbild: mosquito on human skin at sunset von Shutterstock / Urheberrecht: mycteria

 

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Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris studierte Kognitive Linguistik an der Goethe Universität Frankfurt am Main. Seit 2015 ist sie Redakteurin bei JAXenter und dem Java Magazin.
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