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openHAB 2.2: Neue Tools & Bindings sowie Support für das Language Server Protocol

Kai Kreuzer

© openHAB

Seit der Veröffentlichung von openHAB 2.1 ist ein halbes Jahr vergangen. Ich freue mich, dass wir es geschafft haben, vor Weihnachten noch ein tolles Paket zu schnüren, mit dem Ihr über die Festtage spielen könnt: openHAB 2.2 ist da! Mit an Bord sind zahlreiche neue Bindings, der neue Home Builder und die Unterstützung für das Language Server Protocol. Und ein neues Logo gibt es auch!

Die offensichtlichste Änderung ist natürlich das neue Logo von openHAB, dass ihr in allen Apps, UIs und auf der Website finden könnt. Viel wichtiger als diese optische Modernisierung ist aber natürlich die funktionale Weiterentwicklung von openHAB: Hier hat sich in den letzten Monaten viel getan! In den offiziellen Release Notes sind alle technischen Details nachlesbar, an dieser Stelle möchte ich daher nur auf einige Highlights unter den neuen Features eingehen.

Das neue openHAB-Logo auf dem Smartphone / Quelle: openHAB

openHAB 2.2: Das ist neu im Bereich Setup & Konfiguration

Eines der Hauptthemen des Updates war die User Experience: Es wurde viel Arbeit in die Verbesserung des Toolings zum Erstellen und Konfigurieren von openHAB gelegt.

Language Server Protocol (LSP) & VS Code

Das Language Server Protocol (LSP) hält Einzug in openHAB und wird nun nativ unterstützt. Dank dieses neuen Features können Texteditoren Syntaxvalidierung und Content Assist in den Konfigurationsdateien zur Verfügung stellen, was besonders beim Schreiben von Regeln hilfreich ist. Da genau diese Funktionen die wichtigsten Features des auf Eclipse RCP basierenden openHAB Designers waren, wurde beschlossen dieses Tool einzustellen – die Erweiterung für Visual Studio Code ist der offizielle Nachfolger.

Die Erweiterung für Visual Studio Code in openHAB / Quelle: openHAB

Neben den üblichen Funktionen wie Code Highlighting, Syntaxvalidierung und Content Assist nutzt die Erweiterung für Visual Studio Code die Verbindung zum openHAB-Server, um noch weitere großartige Features zur Verfügung zu stellen: Dies sind zum Beispiel die Möglichkeit, die verfügbaren Items und Things zu durchsuchen, sich Live-Vorschauen von Sitemaps anzeigen zu lassen oder einfach in der Dokumentation zu suchen. Ich kann jedem nur empfehlen, sich das Ganze einmal anzusehen.

Home Builder

Ein weiteres neues Tool für das initiale Aufsetzen einer openHAB-Installation ist der Home Builder. Dieser ermöglicht die Definition der kompletten Struktur des eigenen Zuhauses (Stockwerke, Räume, Objekte) und erstellt die entsprechenden Item- bzw. Sitemap-Dateien mit einem simplen Klick. Manuelles Tippen und Copy+Paste-Aktionen sind damit passé und Tippfehler werden vermieden. Wählt man beim Einrichten das Installationspaket „Standard“, ist der Home Builder direkt enthalten. Wählt man ein anderes Paket, kann der Home Builder später als optionales Add-on hinzugefügt werden.

Der neue Home Builder generiert Konfigurationsdateien, mit denen man durchstarten kann. / Quelle: openHAB

openHABian

Beim Thema „einfaches Einrichten“ muss natürlich auch openHABian erwähnt werden, welches parallel zu openHAB in Version 1.4 veröffentlicht wurde. Diese ist für alle Modelle des Raspberry Pis ab 0W bis 3 verfügbar, also auch für den PINE A64. Das Setup ist nun noch problemloser als zuvor und openHABian enthält mittlerweile eine Vielzahl an zusätzlich zu openHAB installierbaren Komponenten wie Node-RED, KNXd, Grafana und FIND, um nur einige wenige zu nennen. Es integriert zudem all diese Komponenten ins openHAB Dashboard, so dass diese alle von einem Ort aus erreichbar sind.

Das Dashboard in openHABian / Quelle: openHAB

Neue Bindings für Geräte

Natürlich gibt es auch im Bereich der Bindings Neuigkeiten. Manche Bindings, etwa für DMX, Nest und Plugwise, gab es bereits. Diese wurden für openHAB 2.2 von Grund auf neu geschrieben und unterstützen nun die Features von openHAB 2 wie Discovery und UI-getriebene Konfigurationen. Andere Bindings sind komplett neu, zu welchen bspw. das besonders in Österreich bekannte Loxone-System oder der Support für webOS-basierte LG Fernseher gehören. Das neue iCloud Binding dürften viele Apple-Nutzer nützlich finden, da es einen sehr einfachen Weg zur Verfügung stellt, Leute (oder besser gesagt deren Geräte) zu tracken. Hat man mal wieder vergessen, wo man sein iPhone hingelegt hat, kann man es per „findMyPhone“ wiederfinden.

Ortung durch das iCloud Binding / Quelle: openHAB

Die Release Notes enthalten eine detaillierte Liste aller interessanten Änderungen und Bugfixes der bereits zuvor existierenden Add-ons.

Weitere Neuigkeiten

Zu guter Letzt möchte ich erwähnen, dass es auch Updates für die iOS App und die Android App gibt. Besonders die App für Android wurde erheblich weiterentwickelt und es ist toll zu sehen, dass die Zahl der Kontributoren stetig wächst.

Wir planen zukünftig auch openHAB 2.2.x Releases, welche vor allem für das Beheben kritischer Bugs und das Aufnehmen neuer Bindings gedacht sind. Unser Ziel ist es, damit die Wartezeit auf neue Bindings für die Nutzer deutlich zu verkürzen.

openHAB wird mit jedem Release besser und ich hoffe, dass das Update für alle problemlos verläuft und gut aufgenommen wird. Ohne die großartige Community wäre diese Entwicklung nicht möglich, daher möchte ich allen Helfern ein herzliches Dankeschön sagen! Dies sind nicht nur die Leute, die am Code mitschreiben, sondern auch die, die an der Dokumentation arbeiten oder einfach nur Bugs melden oder sich an den regen Diskussionen beteiligen. Fröhliche Weihnachten euch allen!

Quelle: Kai Kreuzer

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Geschrieben von
Kai Kreuzer
Kai Kreuzer
Kai Kreuzer ist professioneller Java-Entwickler und Softwarearchitekt. Er arbeitet im Bereich Connected Home bei der Deutschen Telekom. Home Automation ist seine Passion von Kindheit an und seitdem sein zeitaufwendigstes Hobby. 2010 gründete er das openHAB-Projekt und er ist Projektleiter des Eclipse-SmartHome-Projekts.
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