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Om, React und die Zukunft von JavaScript MVC Frameworks

Diana Kupfer

Sind unveränderbare Daten – Stichwort: Immutability – der Schlüssel zu besserer Performance? Wenn man David Nolen glaubt, sind persistente Datenstrukturen das, was seine noch junge JavaScript-Bibliothek Om Model-View-Controller-(MVC-)Frameworks wie Backbone.js nass macht – und das, ohne dass der Anwender manuell optimieren müsste. Om basiert auf dem Clojure-JavaScript-Compiler ClojureScript und auf React, der quelloffenen JavaScript-Bibliothek aus dem Hause Facebook, die gerade in Version 0.8 erschienen ist. Obwohl noch in den Kinderschuhen, soll Nolans Projekt Facebooks React in Sachen Performance schon übertreffen. Um all das zu belegen, präsentiert Nolen in seinem Blogpost entsprechende Benchmarks.

Die Kerneigenschaft von Om: Daten, Views und Control-Logik sind strikt voneinander getrennt. Ändern sich Daten, wird nicht unmittelbar neu gerendert, sondern ein Rendern der Daten per requestAnimationFrame festgelegt. Om behandelt den Browser quasi wie eine GPU. Jegliche Elemente von Place-oriented Programming wie String-basierte Templates, CSS-Selektoren, direkte DOM-Manipulation, „potential bottlenecks“, mit Nolens Worten, lässt Om außen vor. Das ist keineswegs eine revolutionäre Herangehensweise, wie Nolen selbst einräumt. Auf der JAXConf 2012 sprach Clojure-Schöpfer Rich Hickey davon, dass Place-oriented Programming seit mindestens zehn Jahren obsolet sei. Das neue Paradigma Value-oriented-Programming, wie es in funktionalen Programmiersprachen gang und gäbe ist, werde in Zeiten von Big-Data-Technologien und zunehmend komplexer werdenden IT-Systemen immer wichtiger, so Hickey.

Laut Nolen haben herkömmliche MVC-Frameworks keine Zukunft. Er empfiehlt, sich an Grafikprogrammierung zu orientieren und sich den Browser als „remote rendering engine“ vorzustellen: „[S]top treating it as a place to query and store crap, and everything gets faster.“

Ausführlich beschreibt Nolen seine neue Library in besagtem Blogpost. Selbst wenn man nicht sofort mit Om und React loslegen möchte oder den Verdacht hegt, dass in Sachen Performance unberechtigt große Töne gespuckt werden – interessante Denkanstöße liefert er allemal.

Geschrieben von
Diana Kupfer
Diana Kupfer
Diana Kupfer war Redakteurin bei S&S Media für die Zeitschriften Java Magazin, Eclipse Magazin und das Portal JAXenter. 
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