Neue Programmiersprache Ć übersetzt nach Java

Hartmut Schlosser

C, C++ und C# kennt man. Nun macht ein weiteres Exemplar der C-Sprachfamilie, das auch an Java-Entwickler adressiert ist, seine Runde: die neue Programmiersprache Ć.  Bei Ć handelt es sich um eine von C# inspirierte Sprache, die automatisch nach C, Java, C#, JavaScript, ActionScript, Perl und D übersetzt werden kann.

Die erste Hürde ist leicht genommen: Wie spricht man Ć denn eigentlich aus? Nun, Ć kommt aus Polen und wurde nach dem polnischen Buchstaben „Ci“ benannt. Der Übersetzer für Ć nennt sich deshalb auch cito. Cito ist dafür verantwortlich, dem eigentlichen Ziel von Ci gerecht zu werden: eine Anwendung einmal zu schreiben und sie auf die verschiedensten Plattformen zu bringen.

Das klingt natürlich sehr ambitioniert, und Ć wird das als kleines Projekt für echte Anwendungen nicht erfüllen. Deshalb sehen die Entwickler Ć vor allem als Sprache für die Programmierung von portablen Libraries. Ć selbst verfügt abgesehen von einigen eingebauten Methoden über keine Libraries. Auch gibt es kein Standard I/O-System oder eine GUI. Gedacht ist die Sprache für Low-Level-Aufgaben, die direkt mit Bits und Bytes zu tun haben, beispielsweise Kompressionsalgorithmen, Emulatoren von Microprozessoren, Sound- und Bitmap Synthesen, etc. Angesichts dieser Beschränkungen ist klar, dass keine echten Programme vollständig mit Ć entwickelt werden – zumindest das User Interface muss eine andere Sprache übernehmen.

Ć wurde bereits 2011 von Piotr Fusik entwickelt (Sprache und Tools), das in D programmierte Backend geht auf Adrian Matoga zurück. Die Sprache hat auf SourceForge ihr zu Hause, wo auch die komplette Sprachdokumentation sowie das Tooling bereit steht. Sonst ist bisher nicht viel Material über Ć zu finden, außer das folgende Video, das leider keine sonderlich gute Qualität aufweist.

Aktuell erschienen ist die Version 0.4.0 von cito, die die Perl-5-Unterstützung mitbringt. Schauen Sie sich das ganze doch einmal an und geben Sie Feedback. Wir sind gespannt! Zur Installation wird übrigens das .NET Framework 3.5 vorausgesetzt – andere Plattformen benötigen Mono, um die .NET Executables zu starten.

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Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser ist Redakteur und Online-Koordinator bei Software & Support Media. Seine Spezialgebiete liegen bei Java-Enterprise-Technologien, JavaFX, Eclipse und DevOps. Vor seiner Tätigkeit bei S & S Media studierte er Musik, Informatik, französische Philologie und Ethnologie.
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