Stresstest für verteilte Systeme in der Cloud

Netflix‘ Chaos Monkey 2.0: Effektiver Infrastruktur kaputt machen

Melanie Feldmann

© Shuttersock.com / Kyrylo Glivin

Mit der Version 2.0 von Netflix‘ Chaos Monkey lassen sich jetzt nur noch Instanzen beenden. Dafür geht dies nun einfacher und übersichtlicher. Außerdem läuft das Stresstest-Tool jetzt auch im verschiedenen Cloud-Umgebungen.

In großen, verteilten Systemen geht immer etwas schief. Solche Architekturen zu härten ist somit so gut wie unmöglich. Stattdessen gilt es die Möglichkeit des Systemfehlers anzunehmen und damit zu arbeiten. Deswegen hat Netflix Chaos Monkey entwickelt. Ein Tool, das absichtlich Instanzen abschmieren lässt, um die Widerstandsfähigkeit des System auf diese Ausfälle hin zu testen.

Integration in Spinnaker

Chaos Monkey 2.0 ist jetzt voll in die Continuous-Delivery-Plattform Spinnaker integriert. Das Stresstest-Tool lässt sich so direkt in den Spinnaker-Apps konfigurieren. Es bekommt Informationen darüber wie die Services deployt sind und terminiert Instanzen über Spinnaker. Da Spinnaker in verschiedenen Cloud-Umgebungen läuft, gilt dies für Chaos Monkey ebenfalls. Bei Netflix terminiert Chaos Monkey virtuelle Instanzen, die auf AWS und Docker-Containern laufen.

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Die Integration in Spinnaker hat auch der User Experience gut getan. Das Terminieren von Instanzen lässt sich jetzt einfacher planen. Es ist möglich Terminierungen mit einem festen Zeitabstand untereinander zu planen, anstatt mit einer Wahrscheinlichkeit auf eine willkürlich gewählte Zeit bezogen. Anwendungen lassen sich außerdem in Gruppen sortieren, z. B. nach Stack oder Cluster, um den unterschiedlichen Redundanz-Architekturen gerecht zu werden. Außerdem können Anwender ganze Cluster komplett für Chaos Monkey sperren. Die Netflix-Entwickler nutzen dieses Feature, um Cluster auszuschließen, die nur für Tests genutzt werden.

Chaos Monkey 2.0 verzichtet auf Funktionen: Achtung beim Update

Ab der Version 2.0 von Chaos Monkey kann das Tool nur noch Instanzen beenden. Vorherige Versionen konnten auch die CPU auslasten oder Festplatten offline nehmen. Die Netflix-Entwickler wollen solche Stresstests lieber gezielt durchführen als zufällig mit Chaos Monkey. Dazu setzen sie auf Failure Injection Testing. Anwender, die diese Funktionen nutzen, sollten also lieber bei einer älteren Version bleiben.

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Melanie Feldmann
Melanie Feldmann
Melanie Feldmann ist seit 2015 Redakteurin beim Java Magazin und JAXenter. Sie hat Technikjournalismus an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg studiert. Ihre Themenschwerpunkte sind IoT und Industrie 4.0.
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