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Wieder Ruhe im Karton?

Nach Community-Aufschrei: Lizenzmodell für JetBrains Toolbox nachgebessert

Michael Thomas

Durch den Entschluss, im Rahmen der JetBrains Toolbox das Bezahlmodell für die meisten seiner Produkte auf monatliche bzw. jährliche Abonnements umzustellen, lud der IDE-Hersteller Anfang des Monats den Unmut weiter Teile seiner Nutzerbasis auf sich. Die harsche Kritik hat offenbar Wirkung gezeigt: Das Unternehmen gab nun bekannt, sein Lizenzmodell nachzubessern. Ein Wermutstropfen bleibt jedoch.

Das Geschrei war groß: Ganz offensichtlich nicht wenige JetBrains-Kunden, insbesondere die langjährigen, fühlten sich durch das künftig angedachte SaaS-Modell über den Tisch gezogen und machten ihrer Wut in deutlichen Worten Luft. Und manch einer, wie etwa
Mike Milinkovic von Eclipse, nutzte die Gelegenheit, um gegen die Konkurrenz zu stänkern.

Der Kritik saß: JetBrains rudert zurück, nur einen Tag später gab Eugene Toporov (Vice President of Marketing bei JetBrains) bekannt, dass die Kritik der User nicht auf taube Ohren stoße. Einige Tage später wurde eine Überarbeitung des Lizenzmodells angekündigt.

Rolle rückwärts

Diese ist nun abgeschlossen. Wie das nunmehr geänderte, von JetBrains-CEO Maxim Shafirov auf dem Unternehmensblog vorgestellte Vertriebsmodell zeigt, bleibt das Abonnement-Modell zwar in seinen Grundzügen unangetastet. Die Hauptkritikpunkte daran scheinen jedoch ausgeräumt: Ursprünglich sah das neue Modell vor, dass nach Auslaufen der Zahlungen die Programme den Dienst einstellen. Dank einer unbefristeten Fallback-Lizenz können die entsprechenden Programme  nachdem sie einmalig für ein Jahr im voraus bzw. monatlich an 12 aufeinanderfolgenden Monate bezahlt wurden  nun jedoch auch weiterhin zeitlich unbegrenzt genutzt werden. Des Weiteren kann die Software  ebenfalls entgegen den usrprünglichen Plänen  auch ohne bestehende Internetverbindung genutzt werden.

Um den Deal zu versüßen, gewährt JetBrains darüber hinaus teils saftige Rabatte: Im Falle eines Dauer-Abos winken bis zu 40 % Nachlass; Bestandskunden mit laufendem oder kürzlich ausgelaufenem Upgrade-Abonnement erhalten ein zweijähriges Abonnement zum Preis eines einjährigen.

Ein wenig Unmut bleibt

Etwas Unzufriedenheit ruft nach wie vor der Umstand hervor, dass die Fallback-Lizenz für die Version der Software zu Beginn der 12-monatigen Lizenzdauer gilt, nicht für die an deren Ende erreichte. Doch dies, so Shafirov, sei nötig, um die Preise auf einem akzeptablen Niveau zu halten und werde nicht mehr geändert. Allgemein, so der CEO weiter, sei der Umstieg auf das neue Abonnement-Modell unumgänglich gewesen, da der Zustrom von Neukunden irgendwann versiegen dürfte, und nur so die Finanzierung einer langfristigen Produktentwicklung machbar sei. Ein weiterer Vorteil bestehe darin, dass bestehende Kunden nach wie vor mit neuen Features versorgt und gleichzeitig potentielle Neukunden angelockt werden könnten.

Insgesamt deutet das bisherige Feedback darauf hin, dass JetBrains‘ Entgegenkommen im Lizenz-Debakel bei der Kundschaft überwiegend gut ankommt. Abgesehen davon, dass JetBrains quasi zum Handeln verdammt war  Hand auf’s Herz: Wann hat sich ein Unternehmen derart den Sorgen und Nöten seiner Kunden gewidmet; sein Versprechen „we are listening“ wahr gemacht? Oder ein CEO sich offiziell entschuldigt?

Aufmacherbild: Red Christmas key with peace dove icon on laptop keyboard von Shutterstock.com / Urheberrecht: Cienpies Design

Geschrieben von
Michael Thomas
Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
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