Interview mit Hubert Ströbitzer von der DevOpsCon 2018 in Berlin

Monitoring für Microservices: „Mit Prometheus kommt man sehr schnell zu vorzeigbaren Ergebnissen“

Hartmut Schlosser

Hubert Ströbitzer

Ein großes Thema der diesjährigen DevOpsCon in Berlin war das Monitoring. Im Interview zu seiner Session stellt Hubert Ströbitzer, Freelancer und Gründer des IaaM (Infrastructure as a Meetup), das Monitoring Tool Prometheus vor. Er erklärt zudem, wo die Unterschiede zu anderen vergleichbaren Tools besteht und was „Infrastructure as a Meetup“ genau ist.

JAXenter: Du hast auf der DevOpsCon 2018 Prometheus vorgestellt. Was leistet dieses Tool?

Hubert Ströbitzer: Die Einstiegshürde ist bei Prometheus zunächst einmal sehr gering, was ein großer Vorteil ist. Man hat bereits nach kurzer Zeit Grafana Dashboards, die Informationen über Server, Docker Container, Datenbanken, usw. liefern. Darauf aufbauend kann man dann auch Alerting-Regeln definieren und beispielsweise Slack-Nachrichten verschicken, wenn mal etwas nicht passt.

Die TSDB und die Query Language sind exakt auf die Monitoring-Herausforderungen abgestimmt. Für Entwickler ist es zudem sehr einfach, Metriken über ihre Businesslogik zu implementieren. In Prometheus gibt es außerdem Client-Bibliotheken für sehr viele Programmiersprachen.

JAXenter: Wo liegen die Unterschiede zu herkömmlichen Monitoring Tools?

Hubert Ströbitzer: Meines Erachtens nach ist der größte Unterschied, dass Prometheus ein Monitoring Tool ist, welches den heutigen Anforderungen auch wirklich gerecht wird. Microservices-Architekturen und Tools für die Container-Orchestrierung bringen eine große Dynamik mit sich. Da Prometheus etwa mit dem Kubernetes API als Informationsquelle kommuniziert, bleibt der Konfigurationsaufwand handhabbar.

Prometheus ist im Übrigen Open Source, das zweite CNCF-Projekt (nach Kubernetes) und hinter dem Tool steht eine große Community. Das macht es natürlich gegenüber anderen und ggf. kommerziellen Monitoring-Produkten sehr sympathisch. Ich persönlich habe auch meine Probleme mit Tools, die Metriken durch die Hintertür (z.B. durch Bytecode-Manipulation bei Java-Applikationen) machen. Prometheus ist ein sehr unaufgeregtes Produkt – saubere, schlanke APIs und keine versteckte Magie.

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JAXenter: Prometheus, Grafana, Docker – was ist mit diesem Setup möglich?

Hubert Ströbitzer: Mit Grafana kann man komplexe Daten sehr einfach visualisieren. Die Mehrheit der Menschheit kann keine guten Entscheidungen basierend auf Log-Dateien oder Command Line Tools treffen. Prometheus und Grafana ermöglichen es als Verbund, Visualisierungen basierend auf Datenbergen zu erstellen, die wiederum die Basis für essentielle Entscheidungen sein können. Für das Interpretieren der Daten braucht es keinen Techniker mehr – Diagramme werden auch von Nicht-Technikern verstanden.

Die Docker Engine gibt Einblicke über ihren Zustand und den ihrer Container über CAdvisor, CAdvisor wiederum beinhaltet „out of the box“ einen Prometheus-Metrics-Endpunkt. Docker bietet somit nativen Support für Prometheus an, das Gleiche gilt für Grafana. Man kann so zum Beispiel Queries direkt im Diagramm-Editor erstellen und wird mittels Code-Vervollständigung dabei unterstützt.

JAXenter: Du hast das Event „Infrastructure as a Meetup“ gegründet – willst du kurz vorstellen, was ihr da macht?

Hubert Ströbitzer: Beim IaaM treffen wir uns einmal in jedem Quartal, um DevOps-nahe Themen zu besprechen. Wir versuchen das Ganze als Un-Meetup zu handhaben, das heißt alle Teilnehmer sind eingeladen, kurze Vorträge zu machen – wir stimmen dann gemeinsam über die Agenda ab und legen anschließend los. Wir schauen das möglichst viel Diskussionen stattfinden, da wir von Monologen wenig halten. Uns ist es auch wichtig, dass wir keine Werbevorträge haben.

Mit Prometheus kommt man schnell zu vorzeigbaren Ergebnissen.

Die Geschichte ist eigentlich eher aus der Not entstanden, dass es durch den Wildwuchs an Tools schwierig wurde, den Überblick zu behalten. Wir versuchen beim IaaM offen über unsere Erfolge und Misserfolge zu sprechen. Es ist sehr wertvoll aus erster Hand zu erfahren, warum das eine oder andere Tool nicht zum Erfolg geführt hat. Diese Erfahrungsberichte sind Gold wert. Es macht natürlich auch sehr viel Spaß, sich mit Leuten zu treffen, die sich momentan in ähnlichen Schlachten befinden. Man kann sich auf Anhieb über Dinge, die einem am Herzen liegen, austauschen.

JAXenter: Was war die Kernbotschaft deiner Session, die jeder Teilnehmer mit nach Hause nehmen sollte?

Hubert Ströbitzer: Mit Prometheus kommt man schnell zu vorzeigbaren Ergebnissen. Es ist das Open Source Monitoring Tool, das der Kurzlebigkeit von Microservices-Architekturen gerecht wird. Für Entwickler ist es meines Erachtens besonders reizvoll, da man alles selbst in der Hand hat.

JAXenter: Vielen Dank für dieses Interview!

Hubert is the guy who supports Devs to get into DevOps mode. He is responsible to keep a Microservice stack up and running and therefore uses Docker, Kubernetes and Ansible on a daily basis. Having a strong Java and Spring coding background he tries to fill the gap between Dev and Ops and hopes to become obsolete as soon as possible.

Hubert is the founder of the IaaM (Infrastructure as a Meetup – http://iaam.at ) in Linz, Austria. He loves going deep into technical concerns or discuss the cultural aspects of our business. Recently he grow a strong affinity for monitoring.

Geschrieben von
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Content-Stratege, IT-Redakteur, Storyteller – als Online-Teamlead bei S&S Media ist Hartmut Schlosser immer auf der Suche nach der Geschichte hinter der News. SEO und KPIs isst er zum Frühstück. Satt machen ihn kreative Aktionen, die den Leser bewegen. @hschlosser
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