Mit Java-Code auf das iPhone 5: Google stellt Java-Objective-C-Konverter Open Source

Hartmut Schlosser

12.9.2012: Apple veröffentlicht das iPhone 5 und leutet damit die nächste Runde der mobilen Revolution ein. 13.9.2012: Die Hüter des Androiden schlagen zurück und stellen das Projekt J2ObjC quelloffen zur Verfügung – ein Übersetzungsprogramm, das Java-Quellcode in iOS Objective-C verwandelt.

Nun ja, ein wirklicher Antagonismus besteht ja eigentlich nicht zwischen der Java-Welt und dem Apple-Technologie-Universum. Auch auf Java-Konferenzen wie der JAX liegen einem Großteil der Besucher die i-Geräte zu Füßen – bzw. in den Händen. Umso interessanter also das, was Google heute mit J2ObjC der Open-Source-Welt überantwortet hat.

J2ObjC ermöglicht es Java Code, Teil eines iOS Anwendungs-Builds zu sein. Der Code der generierten Dateien soll dafür nicht mehr angefasst werden müssen. Das ganze bezieht sich allerdings lediglich auf nicht UI-Code wie die Applikationslogik oder die Datenbank-Schicht, die in Java geschrieben werden können. Dieser Code lässt sich dann zwischen Android Apps und iOS Apps austauschen. Übrigens können auch Web Apps über GWT die gleiche Codebasis nutzen.

J2ObjC, Bild: Google

Google Ingenieur Tom Ball stellt J2ObjC auf dem Google Open Source Blog vor und erläutert, dass es sich bei J2ObjC um keinen Java Emulator im klassischen Sinne handelt. Auf Code-Ebene werden nämlich Java-Klassen direkt in Objective-C-Klassen konvertiert, die dann vom iOS Foundation Framework weiterverarbeitet werden.

J2ObjC unterstützt Java 6 und, wie es heißt, „die meisten Runtime Features, die für die Client-seitige Entwicklung nötig sind“. Supportet werden namentlich Exceptions, innere und anonyme Klassen, generische Typen, Threads und Reflection. Qualitätsmanager wird es freuen, dass auch JUnit-Tests übersetzt und ausgeführt werden können. Builds sollen mit den meisten Tools angefertigt werden können – genannt werden Xcode und Make.

J2ObjC ist ein spannendes Projekt, das potenziell die Cross-Plattform-Entwicklung erleichtern wird. Wir sind gespannt auf die ersten Erfahrungsberichte!

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Hartmut Schlosser
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