Mit EMP die Divergenzen in der Eclipse-Modeling-Landschaft eliminieren

JH: Wie werden die Mittel der Initiative zur Umsetzung fehlender Anforderungen verteilt?

SE: Die grundsätzliche Idee ist, dass sogenannte „User Companies“, z.B. Banken, Telekommunikationunternehmen, etc., Mittel für die Umsetzung bereitstellen, die dann an „Implementer Companies“, die an der Umsetzung der Anfoderungen beteiligt sind, ausbezahlt werden. Wie dies letztendlich im Detail zu organisieren ist, wird zurzeit diskutiert. Ein möglicher Weg wäre eine Verteilung über die formal noch zu gründende Modeling Platform Industry Working Group. Sie hätte den Stellenwert eines Industriekonsortiums und könnte als Vertragspartner für User und Implementer Companies fungieren.

JH: Welche Beziehung besteht zwischen EMP und Sphinx?

SE: Von der Vision her sind Sphinx und EMP identisch. In der Praxis setzt Sphinx heute allerdings erst einen sehr kleinen Teil der EMP-Anforderungen tatsächlich um. Es würde sich daher anbieten, in Sphinx den „neutralen Boden“ zu sehen, auf dem sich die EMP-Architektur errichten ließe. In EMP an sich müssten dann lediglich Integration, Integrationstest und Packaging von Sphinx und all denjenigen Komponenten erfolgen, in denen die EMP Services implementiert werden.

JH: Welche Beteiligungsmöglichkeiten gibt es für Eclipse-Projekte und Developer?

SE: In der jüngst erarbeiteten EMP Roadmap wurde eine Auswahl von Eclipse-Modeling-Projekten und Firmen/Selbstständigen berücksichtigt, die von den Autoren als besonders geeignet eingestuft wurden. Unabhängig hiervon ist EMP grundsätzlich jedoch auch für andere Teilnehmer offen. Interessenten können auf Basis der EMP-Anforderungen und der Roadmap prüfen, ob sie einen interessanten Teil zur Realisierung beitragen können und dementsprechende Vorschläge unterbreiten (am besten über die EMP Mailinglist). EMP ist nicht als geschlossene Gesellschaft gedacht sondern versteht sich als Chance für alle, dazu beizutragen, dass die vorhandenen Divergenzen in der Eclipse-Modeling-Landschaft eliminiert oder zumindest in geordneter Weise kanalisiert werden.

Jonas Helming ist Doktorand am Lehrstuhl für angewandte Software-Technik (Prof. Bruegge) an der technischen Universität München. Er verfügt über langjährige Erfahrungen im Bereich Software Engineering, insbesondere im Umgang mit Eclipse-Technologien. Sein Forschungsfokus liegt in der Integration von System-Modellierung und Projekt-Management-Artefakten. Seit 2007 ist er Mitbegründer und Leiter des UNICASE-Projektes, eine Platform für die Umsetzung Modell-basierter Ansätze. Im Rahmenprojekt UNICASE entstanden zwei Eclipse-Frameworks, die EMF Client Platform (ECP) und der EMFStore, die momentan als Eclipse-Projekte vorgeschlagen werden.

Stephan Eberle works as product development manager at Geensys in France. He leads the development of the core parts in the Artop open source project (www.artop.org) which provides reusable building blocks for Eclipse-based AUTOSAR design tools used in automotive software engineering. He is also committer for the Teneo component in EMF, EMF Search in EMFT, and will be co-lead of the recently approved Sphinx project under MDT. Stephan holds a Ph.D. in Engineering and a Diploma degree in Electrical Engineering, both from the University of Stuttgart (Germany).
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