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Interview mit Heiko Seeberger

„Microservices stellen ganz andere Anforderungen an die Werkzeugunterstützung“

Hartmut Schlosser

Heiko Seeberger

Neuerungen in Scala und reaktive Anwendungen mit Akka und CoreOS. Mit diesen beiden spannenden Themen tritt Heiko Seeberger (codecentric) auf der W-JAX-Bühne auf. Einen kleinen Vorgeschmack gibt er in diesem Interview – in dem auch die Frage nach dem Releasetermin von Scala 2.12 gestellt wird…

JAXenter: Microservice-Architekturen stehen derzeit hoch im Kurs. Weshalb eigentlich – und weshalb gerade jetzt?

Heiko Seeberger: Mikroservices setzen das Single Responsibility Principle auf Architekturebene um. Ein Mikroservice macht also nur eine Sache und diese hoffentlich gut. Das führt zu einer modularen Architektur und dadurch zu höherer Flexibilität und Geschwindigkeit der IT, Faktoren die im Zeitalter der Digitalisierung von hoher Bedeutung sind.

JAXenter: Du behandelst in deinem W-JAX Talk „Reactive Microservices“. Wie unterscheiden sich „reaktive“ von „normalen“ Microservices? Oder anders gefragt: Kann man sich überhaupt „nicht reaktive“ Microservices vorstellen?

Heiko Seeberger: Ich wollte einfach möglichst viele Buzzwords im Titel haben, um damit viele Zuhörer anzulocken. Nein, Spaß beiseite, reaktiv im Sinne des Reaktiven Manifests und Microservices sind unabhängige Konzepte. Ein reaktives System bleibt antwortbereit, egal ob Fehler auftreten oder die Last zunimmt. Das ist für Microservices genauso wichtig wie für Monolithen.

JAXenter: Kritiker der Microservice-Idee führen ja ins Feld, dass sich dadurch die Komplexität von der Entwicklungsseite zur Betriebsseite verschiebt. Wie behält man den Überblick im Chaos der Microservices?

Heiko Seeberger: Das ist eine sehr gute Frage, auf die ich keine allgemeingültige Antwort habe. Klar ist, dass Microservices ganz andere Anforderungen an die Werkzeugunterstützung – insbesondere in den Bereichen Deployment, Monitoring und Logging – stellen als Monolithen. Was darüber hinaus nötig ist, werden wir in den kommenden Jahren sicherlich lernen. Ich bin schon gespannt, was es hierzu auf der W-JAX zu hören gibt.

JAXenter: Akka und CoreOS sind die Technologien, mit denen du in deinem Talk ein verteiltes System aufbaust. Weshalb passen Akka und CoreOS gut zusammen?

Heiko Seeberger: Zum einen halte ich CoreOS für ein hervorragendes Betriebssystem für Server. Zum anderen wird zum Initiieren eines Akka-Clusters ein Minimum an Koordination benötigt, wofür sich etcd – ein zentraler Baustein von CoreOS – hervorragend eignet.

JAXenter: In deinem zweiten Talk beleuchtest du die Neuerungen in Scala. Woran wird hier gerade gearbeitet?

Heiko Seeberger: Die größte Neuerung ist sicher dotty, woraus möglicherweise in ein paar Jahren Scala 3.0 hervorgehen wird. Daneben entsteht mit ScalaMeta ein hoffentlich belastbarer Nachfolger der nicht so gelungenen Macros, die in Scala 2.10 experimentell eingeführt wurden. In meinem Talk werde ich aber insbesondere auf existierende Neuerungen eingehen, also auf Sprachmerkmale, die in seit Scala 2.10 eingeführt wurden.

JAXenter: Es steht ja das Release von Scala 2.12 an. Wann darf man damit rechnen?

Heiko Seeberger: Wenn es fertig ist, denn beim Scala-Team steht die Qualität im Vordergrund und dadurch können sich Release-Pläne verschieben. Ich glaube nicht, dass wir dieses Jahr einen Release Candidate sehen werden, so wie das in der Roadmap angekündigt wurde. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass es wohl ein halbes Jahr länger dauern wird.

JAXenter: Vielen Dank für dieses Interview!

Heiko Seeberger is Fellow at codecentric and an internationally renowned expert on Scala and Akka. He has more than 20 years of experience in consulting and software development. Heiko tweets under @hseeberger and blogs under heikoseeberger.de.
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Geschrieben von
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Content-Stratege, IT-Redakteur, Storyteller – als Online-Teamlead bei S&S Media ist Hartmut Schlosser immer auf der Suche nach der Geschichte hinter der News. SEO und KPIs isst er zum Frühstück. Satt machen ihn kreative Aktionen, die den Leser bewegen. @hschlosser
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