Auf dem Weg zu Container 2.0

Mesosphere veröffentlicht DC/OS 1.8, gibt Partnerschaften mit Lightbend, DataStax und Confluent bekannt

Hartmut Schlosser

https://dcos.io/

Mesosphere, das Unternehmen hinter dem Cluster Manager Apache Mesos, hat Partnerschaften mit Lightbend, DataStax und Confluent bekannt gegeben. Ziel ist die Integration der jeweiligen Lösungen in die Mesosphere DC/OS-Plattform, um sogenannte Container-2.0-Anwendungen zu ermöglichen.

Die Ankündigung kommt im Zuge der Veröffentlichungen der von Mesosphere betreuten Projekte Apache Mesos 1.0 und DC/OS 1.8, mit denen das Unternehmen den Anspruch erhebt, die Container-basierte Anwendungsentwicklung in verteilten Umgebungen auf eine neue Stufe zu heben. Doch bevor wir uns mit der von Mesosphere vorgeschlagenen Vision einer „Container-2.0-Welt“ beschäftigen, klären wir die Grundbegriffe:

Was ist DC/OS?

Mesosphere DC/OS stellt eine Art Betriebssystem für Cloud-Anwendungen dar, indem es neben Mesos als Kernel für verteilte Systeme weitere typische Funktionalitäten wie einen Package Manager, CLI, Service Discovery, Load Balancing, Logging und Networking bereit stellt. DC/OS kann auch als Mesos-Distribution angesehen werden, die alle Mesos-Funktionalitäten über eine zentrale Bedienoberfläche zugänglich macht und zudem eine umfangreiche Infrastruktur um Mesos herum anbietet, um Anwendungen in Public-Cloud sowie On-Premise-Umgebungen zu betreiben.

In der gerade erschienenen Version 1.8 der DC/OS-Plattform wurde zur Container-Orchestrierung die Marathon-Komponente fest verdrahtet. Ein neues Mesos Framework namens Metronome unterstützt das Jobs Scheduling nun von Haus aus. Der Mesos Kernel wurde zudem auf die kürzlich erschienene Version 1.0.0 angehoben, was Features wie ein Standard HTTP API, mit dem das Entwickeln neuer Mesos Frameworks vereinfacht wird, sowie einen Unified Containerizer, mit dem neben Docker-Containern auch andere Runtimes in Mesos unterstützt werden, mit sich bringt.

Container 2.0

Mit diesem Setup positioniert sich Mesosphere nun als Vorreiter für die nächste Stufe der Container-basierten Anwendungsentwicklung. Wie Florian Leibert, CEO von Mesosphere, in einem Blogpost ausführt, setze eine ernsthafte Nutzung der Container-Technologie mehr voraus als das reine Paketieren und Betreiben von Code in Containern (was er als „Container 1.0“ bezeichnet).

In der nächsten, Container 2.0 betitelten Phase gehe es nun darum, Stateless und Stateful Services auf einer geteilten Infrastruktur zu orchestrieren und damit die Ebene individueller Container zu verlassen. Auf einer höheren Abstraktionsstufe sollen ganze Anwendungen zu kohärenten, deploy-baren Objekten werden, die aus einer Vielzahl an Containern und Infrastruktur-Services wie Datenbanken oder Message Queues bestehen können.

Und das ganze soll über eine zentrale Plattform verwaltet werden können, wie sie eben DC/OS exemplarisch anbietet:

Realistically, delivering Container 2.0 means delivering a platform that can run application logic along with the gamut of backend services on shared infrastructure, combining all workloads onto a single platform that improves efficiency and simplifies complex operations. The collection of capabilities that modern applications require includes monitoring, continuous deployment, relational databases, web servers, virtual networking and more.

Lightbend, DataStax, Confluent

Was Leibert hier beschreibt, ist beileibe kein Geheimrezept für Container-basierte Cloud-Anwendungen. Nahezu jeder Anbieter von Container-Lösungen strebt nach derartigen Orchestrierungslösungen, Kubernetes und Docker Swarm sind die prominentesten. Als Alleinstellungsmerkmal bietet DC/OS allerdings den zweistufigen Mesos Scheduler, mit dem das Ressourcen-Management und die Prozess-Scheduling-Logik strikt getrennt behandelt werden. Das eigentliche Scheduling ist dabei über Mesos Frameworks realisiert, die entsprechend den Anforderungen an den Workload die Entscheidung übernehmen, wie genau die verteilten Prozesse gemanagt werden, um eine optimale Ressourcen-Ausnutzung zu gewährleisten.

Auf diese Weise können Komponenten wie Apache Cassandra, Apache Spark oder Apache Kafka optimal eingebunden werden, was uns zu den eingangs erwähnten Partnerschaften mit Lightbend, DataStax und Confluent bringt. Die Reactive Plattform von Lightbend, bestehend aus der Scala-Programmiersprache sowie den Projekten Apache Spark, Akka, Play und das Microservice-Framework Lagom, wird nun voll in DC/OS unterstützt.

Ebenso stellt DataStax das Cassandra-basierte DataStax Enterprise Datenbank-System, das nun per einfachem Maus-Click über das DC/OS Universe installiert werden kann. Genauso steht DC/OS-Anwendern nun die Confluent Platform zur Verfügung, die auf der Basis des Apache Kafka-Projektes das Streaming von Daten ermöglicht.

Mark Brewer, CEO von Lightbend, kommentiert die Kooperation mit der Anforderung, anspruchsvolle verteilte Systeme hochskalierbar betreiben zu können:

To maximize the benefits of a modern reactive application architecture, enterprises require a truly flexible infrastructure for the production deployment of these applications. Mesosphere Enterprise DC/OS provides the only production proven and fully supported platform that elastically runs these sophisticated distributed systems at scale.

Für Florian Leibert ist dies erst der Anfang auf dem Weg zu einer neuen Art der Anwendungsentwicklung, in der Container allenfalls ein Implementierungs-Detail und Server überhaupt keine Rolle mehr spielen könnten:

Container 2.0 platforms like DC/OS foreshadow the next leap in how we build applications, where we might not even think about containers at all. Just last month, Galactic Fog implemented its Gestalt Framework for serverless computing onto DC/OS. [… ] Community members like Galactic Fog are already letting developers move beyond containers (thinking about them, at least) to the world of event-driven lambda architectures.

Schöne neue Welt

Es bleibt also höchstspannend zu sehen, wohin uns die Container-basierte Entwicklung in den nächsten Jahren führen wird. Ob DC/OS sich breitflächig durchsetzen kann, bleibt indes abzuwarten. Die Konkurrenz, angefangen bei Docker Inc. und CoreOS, wird hier sicherlich nachlegen und seine eigenen Vorschläge für eine Container-2.0-Welt an den Start bringen.

DC/OS ist Open Source und wird von Mesosphere in der Enterprise-Version mit Support angeboten. Weiterführende Infos finden sich in der Release-Ankündigung zu DC/OS 1.8, in unserem Interview mit Mesespheres Michael Hausenblas sowie in den Partnerschafts-Ankündigungen von Mesosphere und Lightbend.

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Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Content-Stratege, IT-Redakteur, Storyteller – als Online-Teamlead bei S&S Media ist Hartmut Schlosser immer auf der Suche nach der Geschichte hinter der News. SEO und KPIs isst er zum Frühstück. Satt machen ihn kreative Aktionen, die den Leser bewegen. @hschlosser
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