RPA für die Zukunft

Robotic Process Automation: Vorhersagen für das Jahr 2020 (und darüber hinaus)

Per Stritich

© Shutterstock / iQoncept

Das Jahr 2020 wird möglicherweise das Jahr sein, in dem die intelligente Automatisierung (Robotic Process Automation) verstärkt in Unternehmen implementiert und eingesetzt wird. Die Technologie bringt Organisationen weiterhin ein enormes Potenzial, um Geschäftsprozesse komplett zu automatisieren. Hier sind die Top 5 Vorhersagen von Per Stritich, Vice President Central & Eastern Europe bei Automation Anywhere.

1. Das (fast) papierlose Büro kommt – zunächst in Großunternehmen und bei Mittelständlern

Die Implementierung und Nutzung von Cloud-nativen Robitic-Process-Automation-Plattformen nimmt weiter zu. Gleichzeitig entwickeln sich Machine-Learning-Technologien rasant weiter. Sie verstehen das geschriebene Wort und integrieren die daraus resultierenden Aktionen direkt in eine RPA-Plattform. Damit ist der nächste Wendepunkt zur umfassenden Einführung dieser Anwendungen in Unternehmen erreicht. Bis zum Jahr 2025 wird es für die Mehrzahl der Papierdokumente einfach zu implementierende und zu unterrichtende KI-Modelle geben, so dass menschliche Mitarbeiter nie wieder eine Rechnung bearbeiten müssen.

2. Jede wirtschaftliche Rezession wird die weltweite Einführung von Automatisierungstechnologien beschleunigen

Experten – von Strategen führender Investmentfirmen bis hin zu Nobelpreisträgern – warnen vor einer „drohenden“ globalen Rezession, die sich durch einen weltweiten „Vorrat“ von 13 Billionen Dollar an negativ verzinslichen Schulden verschärft. Aufgrund dieses Abschwungs müssen Organisationen neue Wege finden, um die Effizienz und den Umsatz zu steigern sowie Kundenbedürfnisse zu erfüllen. Da 85 Prozent des RPA-Marktes noch nicht erschlossen sind, wird eine schwächelnde Wirtschaft Unternehmen ermutigen, in Automatisierung zu investieren und diese verstärkt zu nutzen. Tatsächlich gibt es bereits einen Trend, die Investitionen in Automatisierung zu erhöhen, um sich gegen eine schrumpfende Wirtschaft abzusichern.

3. Robotic Process Automation wird eine zentrale Rolle hinsichtlich globaler Datenschutz- und Governance-Initiativen spielen

Die 2020er Jahre entwickeln sich zu dem Jahrzehnt, das sich durch extrem große Datenmengen definiert. Ein Grund dafür ist die Implementierung des 5G-Standards und der Explosion bei der Anzahl vernetzter Geräte. Unternehmen sehen sich einem noch stärkeren Druck als bislang ausgesetzt, die von ihnen gesammelten Informationen und ihre Nutzung komplett transparent zu machen. Gesetze wie GDPR und der kommende California Consumer Privacy Act (CCPA) sind nur die Spitze des Data-Governance-Eisbergs. Malware wird zunehmend mit künstlicher Intelligenz (KI) zur Identifizierung von Netzwerk-Schwachstellen erweitert. Daher sind intelligente, sichere Bots eine wichtige Verteidigungslinie gegen Datenschutzverletzungen.

4. Mitarbeiter mit RPA-Expertise werden bis Ende 2020 in allen Branchen händeringend gesucht

Alleine in den Vereinigten Staaten sollen mehr als 5.000 RPA-Jobs besetzt werden – hier gibt es bereits eine extrem hohe Nachfrage nach entsprechenden Spezialisten. Im Laufe des Jahres 2020 wächst diese Nachfrage in allen Berufsgruppen. Egal, ob Entwickler, Business-Analysten, Programm- und Projekt-Manager: Sie alle benötigen entsprechende RPA-Fähigkeiten. Dabei ist die Branche oder auch die Abteilung nebensächlich, denn HR, IT, BPO suchen ebenso wie die Bildungs-, Banken- und Versicherungsindustrie. Aus diesem Grund steigen die Zahl der offenen Jobs und die Einstiegsgehälter rasant an.

5. Intelligente (und von künstlicher Intelligenz angetriebene) Automatisierung ersetzt die regelbasierte Automatisierung komplett.

RPA und KI werden heute noch als zwei getrennte Komponenten verwendet, auch wenn viele RPA-Plattformen bereits über KI-Fähigkeiten verfügen. 2020 ist ein Meilenstein bei der Integration von Machine Learning und KI. Sie sind dann komplett in RPA und Prozessanalytik eingebettet. Dadurch beschleunigt sich das Process Mining. Die menschlichen Aufgaben und Anstrengungen werden vereinfacht. Künftig identifizieren Bots direkt die besten zu automatisierenden Prozesse, reagieren sofort auf diese Erkenntnisse und optimieren die Bereitstellung. Damit sind die bestmöglichen Ergebnisse für Unternehmen gewährleistet.

Geschrieben von
Per Stritich

Per Stritich verfügt über 20 Jahre Führungserfahrung im Software- und Service-Umfeld und ist Vice President – Central & Eastern Europe bei Automation Anywhere. Er leitete die Markteinführung für die gesamte Abteilung der Cloud Line of Business bei SAP EMEA South. Nach knapp einer Dekade bei SAP übernahm er Führungspositionen bei Firmen wie Box und Onelogin und leitete deren Markteintritt in Europa.

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